Trassenbau steht im Fokus - Auch Landesstraße wird gesperrt

Anschlussstelle der A 49 bei Neuental bis Sommer 2021 für Weiterbau der Autobahn gesperrt

Die Goldbachtalbrücke: Die Bauarbeiten an der Brücke bei Schlierbach sind gerade abgeschlossen worden. Die Kosten lagen bei rund 24 Millionen Euro.
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Die Goldbachtalbrücke: Die Bauarbeiten an der Brücke bei Schlierbach sind gerade abgeschlossen worden. Die Kosten lagen bei rund 24 Millionen Euro.

Die Anschlussstelle der A 49 bei Neuental-Bischhausen wird ab Donnerstag, 1. Oktober, für den Weiterbau der Autobahn voll gesperrt. Das teilt Hessen Mobil mit. Der Autobahnabschnitt zwischen Borken und Neuental ist dann bis Sommer des kommenden Jahres dicht.

Auch die Landesstraße an der Anschlussstelle soll für voraussichtlich sechs Wochen ab dem 1. Oktober gesperrt werden. Der Verkehr wird ab Schlierbach über Elnrode und Jesberg umgeleitet. Die Umleitung ist in beide Richtungen ausgewiesen. Die Landesstraße wird im Zuge des Weiterbaus der A 49 verlegt. Die Landesstraße wird zukünftig über die seit längerem fertiggestellte Brücke über der A 49 führen.

Der Fokus der Arbeiten liege nun auf dem Trassenbau an der zukünftigen Anschlussstelle bei Bischhausen. Der Streckenabschnitt Nord zwischen Bischhausen und Schlierbach, an dem nun gebaut wird, ist etwa 4,7 Kilometer lang. Zuerst werde aber die Landesstraße ausgebaut, erklärt Bernhard Klöpfel, zuständig bei Hessen Mobil für den Bau der A 49.

Richtung Kassel: Die Autobahnauffahrt bei Bischhausen wird ab dem 1. Oktober gesperrt. Dann beginnen die Arbeiten für den Anschluss zur A 49. Von links von Hessen Mobil Stefan Buchholz, Bernhard Klöpfel und Jörg Schade. Sie befinden sich auf der Brücke der zukünftigen Landesstraße, die verlegt werden soll.

Zuletzt sind die Arbeiten für die Goldbachtalbrücke bei Neuental abgeschlossen worden. Die Kosten für die Brücke lagen bei rund 24 Millionen Euro. Mit den Bauarbeiten bei den Anschlussstellen der A 49 Neuental/Schwalmstadt sei man im Zeitplan, bestätigt Bernhard Klöpfel. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Autobahn im Sommer 2022 für den Verkehr freigeben können“, sagt er.

Bei den Kosten gebe es leichte Abweichungen: 243 Millionen Euro waren für den insgesamt 11,8 Kilometer langen Abschnitt von Bischhausen nach Schwalmstadt vorgesehen. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass wir eine Kostensteigung von etwa 10 Prozent haben – also werden es am Ende etwa 250 Millionen Euro sein – aber die müssen es auch nicht werden“, sagt Klöpfel. Hintergrund seien zum einen gestiegen Material- und Personalkosten, aber auch die Corona-Pandemie. 193 Millionen Euro sind bislang verbaut worden, erklärt Klöpfel. Er ist auch der designierter Außenstellenleiter in Kassel der künftigen Autobahn GmbH

Hessen Mobil nicht mehr zuständig für A 49 

Hessen Mobil gibt zum 1. Januar 2021 die Zuständigkeit aller Autobahnen, die durch Hessen führen, ab. Dann wird Hessen Mobil sich nicht mehr im Auftrag des Bundes um den Bau, Ausbau und Erhalt der Bundesautobahnen kümmern, sondern eine Autobahn GmbH, die beim Bund angesiedelt ist. Hintergrund war eine Gesetzesänderung 2017. Auch die Instandhaltung und der Weiterbau der A 49 wird dann über die Autobahn GmbH geleitet.

Lückenschluss der A 49 zwischen Schwalmstadt und Neuental

Bauwagen wirbeln Sand und Schmutz auf und ziehen in einer Wolke weiter in Richtung Süden davon. Und da durch den Sandstaub erkennt man sie ganz deutlich: Die zukünftige Trasse der A 49 bei Bischhausen in Richtung Süden – anders als bei einer Fahrt über die Landesstraße bei Waltersbrück. Denn von dort aus ist noch wenig zu erkennen von der Autobahn. Von jener Autobahn, die bis heute umstritten und jahrzehntelang umkämpft war. „Und hier soll der Verkehr ab 2022 rollen?“, fragt sich so mancher, der über die Landesstraße fährt und von der zukünftigen Trasse noch nichts sieht.

Doch an der Baustelle läuft es rund. Und zwar so richtig. Die Anschlussstelle der A 49 bei Bischhausen wird ab kommender Woche voll gesperrt bis Sommer 2021. Dann soll die Trasse für den Lückenschluss zwischen Neuental-Bischhausen und Schwalmstadt gebaut werden. 2022 soll der Verkehr auf der A 49 rollen.

Brückenbauarbeiten an der A 49

Viele fleißige Hände sind am arbeiten. Es ist eine kräftezehrende Arbeit. Selbst ende September kämpfen die Bauarbeiter gegen Temperaturen von bis zu 27 Grad. Der Schweiß läuft vielen bereits morgens um 10 Uhr die Stirn hinunter. Rund 180 Bauarbeiter sind zwischen den Anschlussstellen Schwalmstadt und Bischhausen auf Hochtouren am Aufbauen, Errichten und Schleppen.

Die Arbeiten hat die Unternehmensgruppe Rädlinger mit Sitz in der Oberpfalz übernommen. Bagger tragen Erde ab, Lastwagen transportieren Materialen von einer Brücke zur nächsten. Insgesamt sieben Unter- und Überführungen für Landes-, Kreis- und Wirtschaftswege entstehen zurzeit zwischen Schwalmstadt und Neuental. Sie führen bald über die A 49 oder unter ihr hindurch.

Den Überblick haben Projektleiter Jörg Schade und Stefan Buchholz. Sie haben weitreichende Entscheidungen zu treffen bei all dem Trubel und Stress abseits der Bagger und Kräne. „Aber der Brücken- und Trassenbau läuft gut voran“, berichten sie.

Auch eines der beiden Regenrückhaltebecken ist schon zu erkennen. Es befindet sich ganz in der Nähe der zukünftigen Anschlussstelle bei Bischhausen. Ein weiteres unter der Goldbachtalbrücke in der Erde. Die Becken sollen das Regenwasser aufsammeln, aber auch im Notfall bei Unfällen ausgelaufene Kraftstoffe absorbieren, erklärt Jörg Schade.

Lärmschutz bei Bischhausen an der A 49

Es sind unvorstellbare Mengen: Etwa 630 000 Kubikmeter Boden werden abgetragen für den Ausbau zwischen Bischhausen und Schlierbach. „Der Aushub wird aber an anderer Stelle wieder eingesetzt“, erklärt Jörg Schade. Der Lärmschutzwall soll parallel zum Ortseingang Bischhausens bis zur Anschlussstelle aufgeschüttet werden.

Und links und rechts neben der zukünftigen Trasse in Richtung Süden blüht es zum Teil schon: Saatgut aus der Region wurde bereits eingesetzt, erklärt Schade.

Auch die Arbeiten für die Landesstraße laufen gut, sagt Jörg Schade. Die soll auf etwa einen Kilometer Länge verlegt werden. Die Brücke der Landesstraße wird dann in Zukunft über die A 49 führen. Auch die Rampen, die auf die Autobahnbrücke führen, sind bereits asphaltiert.

Nun stehen noch letzte Arbeiten zur Anbindung der Landesstraße an die neuen Rampen an. „Das sind noch etwa 400 Meter, die ausgebaut werden“, sagt Jörg Schade.

193 Millionen sind bereits für den Lückenschluss verbaut

2Regenrückhaltebecken entstehen im Nordbereich der Baustelle bei Bischhausen. Zwei Ortbetonbecken und ein Fertigteilbecken werden errichtet.

6Pfeiler tragen die Goldbachtalbrücke auf der Höhe zwischen Schlierbach und Waltersbrück.

7Unter- und Überführungen entstehen zwischen Schwalmstadt und Bischhausen.

35Meter hoch ist die Goldbachtalbrücke zwischen Waltersbrück und Schlierbach.

42 Kilometer lang ist die zukünftige Trasse der A 49 zwischen Bischhausen und Gemünden. Elf Kilometer sind es zwischen Bischhausen und der Anschlussstelle bei Schwalmstadt.

60bis 80 Tonnen schwer waren die etwa 100 Transporte für die Goldbachtalbrücke, die zuletzt fertiggestellt wurde. Mit dem Schwertransport wurden fertige Stahlkonstruktionen angeliefert.

37 000Autos am Tag: So hoch, schätzt Hessen Mobil, ist die Fahrzeugbelastung bis 2025 auf der A 49.

100 000Quadratmeter Asphalt werden auf der 4,7 Kilometer langen Strecke zwischen Schwalmstadt und Neuental verbaut. Davon entstehen insgesamt 14 Kilometer Entwässerungsfläche.

52,3 Millionen Euro hat der Bau des etwa 900 Meter langen Tunnels bei Frankenhain gekostet. Dort finden zurzeit Ausbauarbeiten, wie das Montieren von Lüftungsanlagen sowie die Beschilderung statt, erklärt Berhard Klöpfel von Hessen Mobil.

193 Millionen Euro der veranschlagten 243 Millionen Euro für den Weiter bau der Autobahn 49 sind bereits verbaut.

Von Linett Hanert

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