Das ganze Dorf feiert mit: Katharina Krummenöhl wird heute 100

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Es geht ihr gut: Katharina Krummenöhl begeht heute ihren 100. Geburtstag. 

Waltersbrück. Katharina Krummenöhl lacht fröhlich vom Sofa her. In ihrem dunklen Anzug, der flotten Bluse und der Perlenkette zum gepflegten Haar sieht sie wirklich nicht aus, als würde sie heute 100 Jahre alt.

Und auch wenn man mit ihr spricht, kommt man nicht auf die Idee, dass sie im Ersten Weltkrieg geboren wurde: Beim Witzchen lacht sie laut, nimmt an allem teil, was um sie herum geschieht und sagt klar und deutlich: „Mir geht es wunderbar.“

Solch zufriedene Fröhlichkeit steckt an. Daher ist die Waltersbrückerin ein gern gesehenes Mitglied der Dorfgemeinschaft. Zum Kaffeeklatsch der Landfrauen wird sie abgeholt, freitags geht sie zum Seniorensport mit Sitzgymnastik und ab und an zum Kegeln.

Lebt heute bei der Tochter

Und weil sie im Dorf so beliebt ist, feiern die Waltersbrücker heute eigens für sie ein Fest im Dorfgemeinschaftshaus - für ihre älteste Einwohnerin. Das Feiern wird der rüstigen Dame bestimmt nicht schwer fallen, sie ist gerne unter Menschen. Sie lebt in einer eigenen Wohnung im Haus von Tochter Helma und deren Ehemann Peter Siegmund und wird von den beiden gut versorgt. Nur ihr Augenlicht ist ein gesundheitliches Problem, sie sieht schlecht. Trotzdem stellt sie sich zur Unterhaltung oft den Fernseher an. Die Zeitung kann sie leider nun nicht mehr täglich lesen, so wie sie es jahrelang getan hat.

Dafür sei sie sonst gesund. „So gutes Blut habe ich bei einem Patienten dieses Alters noch nicht gesehen“, habe der Hausarzt gesagt.

Ehemann fiel in Russland

Die gebürtige Dorheimerin hatte in einer Bochumer Metzgerei Verkäuferin gelernt und dort auch ihren Mann Heinrich Krummenöhl kennen gelernt. Tochter Helma wurde 1943 geboren, Heinrich fiel ein Jahr später als Soldat in Russland.

In den letzten Kriegsjahren war Katharina in die Heimat nach Dorheim zurückgekehrt und arbeitete in der Land- und Forstwirtschaft, um sich und die Tochter durchzubringen. „Da mussten wir beide allein klar kommen“, sagt sie. Das hat die beiden zusammengeschweißt.

Später dankte ihr die Tochter dies und nahm die Mutter bei sich auf. Ein ganzes Leben lang sind Mutter und Tochter zusammen, auch wenn die Offiziersfamilie Siegmund oft umgezogen ist - die Mutter kam immer mit.

So verbrachte die Nordhessin viele Jahre in Regensburg, Wuppertal und Köln, bevor die Familie 1982 nach Waltersbrück zog. Es sei ihr Wunsch gewesen, wieder in ihrer Heimat zu leben, sagt die Tochter. „Hier haben wir viele Verwandte“.

So baute die Familie, zu der auch Enkel Ingo gehört, ein Haus mit der Wohnung für die Oma in dem Ort, in dem sie sich so wohl fühlt. Das alles sei nicht selbstverständlich. Deshalb sagt sie dankbar: „Ich bin so froh, dass ich die beiden habe.“

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