Familie Teigeler aus Waltersbrück baut Weihnachtsbäume an. 

Weihnachtsbaumverkauf in Waltersbrück: Tannen von der Plantage

Arbeiten auf der Plantage Hand in Hand: Thomas Eimer (links) ist Mitarbeiter von Dirk Teigeler (rechts) und hilft ihm beim Weihnachtsbaumschlagen. Foto: Diehl

Waltersbrück. Während die meisten sich erst kurz vor Heiligabend Gedanken um den Weihnachtsbaum machen, beschäftigt sich Dirk Teigeler (45) das ganze Jahr damit.

Der Landwirt aus Waltersbrück betreibt mit seiner Familie eine eigene Weihnachtsbaumplantage. Mit dem Ziel, seinen landwirtschaftlichen Betrieb neben dem Ackerbau, der Schweinemast und dem Kohl auf ein zusätzliches Standbein zu stellen, kam er auf Weihnachtsbäume.

„Was wir hier ab Hof vermarkten ist nur ein Bruchteil dessen, was in der Plantage anfällt“, sagt Teigeler. Der Großteil der Bäume gehe an Wiederverkäufer in Besse oder Kerstenhausen, Bäume dritter Wahl an Baumärkte.

Schöner Wuchs

Seine Nordmanntannen werden auf den Weihnachtsmärkten in Alsfeld und in der Gemeinde Jesberg verkauft, die jedes Jahr zu den frühesten Kunden zählen. Die Nordmanntanne habe sich nicht nur wegen ihres schönen Wuchses durchgesetzt, so Teigeler: „Kaum jemand möchte einen stacheligen Baum haben.“

Auf die Idee brachte ihn Holger Schneider. Der Gudensberger betreibt seit vielen Jahren eine Weihnachtbaumplantage auf dem Hohen Meißner, mittlerweile auch in Ermetheis und kümmert sich um die Vermarktung der Neuentaler Tannen.

Extra Antrag gestellt

Um die Plantage anlegen zu dürfen, hatte Teigeler 2003 extra einen Antrag gestellt. Eine Fläche in der Gemarkung Schlierbach wurde ihm genehmigt. Ein Jahr später konnten die ersten Pflänzchen gesetzt, und sechs Jahre später die ersten Tannenbäume geschlagen werden. Jedes Jahr wachse die Tanne um einen Kranz, sagt Teigeler, „daran kann man das Alter der Bäume erkennen“.

Zwar ist die Weihnachtsbaumernte nicht so zeitintensiv wie etwa der Kohl, den Teigelers anbauen. „Doch zu tun gibt es eigentlich das ganze Jahr über“, sagt der Agraringenieur.

Im April werden neue Jungflanzen gesetzt, die Plantage gedüngt und aufgeräumt. Da die Pflanzen empfindlich gegen Verbiss sind, muss auch die Umzäunung immer wieder repariert werden. Im Juni und Juli mähen die Teigelers um die einzelnen Bäume herum, damit Gräser und Winden das Wachstum nicht beeinträchtigen. Auch Kosmetik ist bei einzelnen Tannen nötig, nicht jeder Baum wächst gerade und entwickelt eine Spitze. „Ein Weihnachtsbaum ohne Spitze ist kein Weihnachtsbaum“, sagt der Landwirt. So müsse manchmal durch Hochbinden der Triebe nachgeholfen werden. Auch Hagel oder Vögel können künftigen Weihnachtsbäumen schaden. Ab August zeichnet Teigeler die Bäume mit Plästikbändchen aus, die als Weihnachtsbäume vermarktet werden können.

Dass seit diesem Jahr Weihnachtsbäume auch beim Discounter zu haben sind, ist ihm ein Dorn im Auge. „Da werden die Pflanzen verrammscht“, sagt er. Der Trend gehe zu kleineren Bäumen, „da viele Leute zwar nicht auf Natur verzichten, jedoch a uch nicht so viel Geld ausgeben wollen.“

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