Sie wollen einfach helfen

Hilfe nach Brand in Zimmersrode: Busfahrer sammelten 7100 Euro 

Busfahrer sammelten 7100 Euro für die Opfer des Brandunglücks in Zimmersrode: Harald Potsch und Hans Wassmuth (von links) übergaben das Geld an Kai Knöpper. Hinten Patrick Göbert. Fotos:  Brandau

Neuental. Als Busfahrer Harald Potsch erfuhr, dass der Familienvater, der den Brand in Zimmersrode überlebte, Busfahrer von Beruf ist, gründete er eine Facebook-Spenden-Gruppe.

Es gibt Nachrichten, die einen so sehr berühren, dass man sie nicht ignorieren, sondern einfach nur helfen will. So erging es Harald Potsch aus Deidesheim in der Pfalz, als er vom Brandunglück in Zimmersrode hörte, bei dem Ende Februar eine 31-Jährige mit ihren zweijährigen Zwillingen starb.

Als er noch dazu erfuhr, dass der Familienvater, der die Tragödie überlebte, genau wie er selbst Busfahrer von Beruf ist, gründete Potsch eine Facebook-Gruppe, die Geld für den Hinterbliebenen des Unglücks sammelte. Sein Hilferuf im sozialen Netzwerk wurde von vielen gehört: Am Donnerstag, auf den Tag genau vier Wochen nach dem Unglück, überreichte er zusammen mit seinem Kollegen Hansi Wassmuth einen Scheck in Höhe von 7100 Euro an Neuentals Bürgermeister Kai Knöpper. „Ein solcher Fall geht uns alle an“, sagt Potsch. „Wer glaubt, dass ein solches Unglück nur andere treffen kann, der irrt.“

Keine Hausratversicherung 

Trauer: Blumen und Kuscheltiere türmen sich vor dem Haus.

Mit diesem Gedanken stand er nicht allein, die Menschen überwiesen in großer Zahlviele kleine Beträge. Ein jeder sei wichtig, sagte Kai Knöpper: Der 31-jährige Hinterbliebene habe kaum mehr als das, was er an jenem Tag am Leib getragen habe.

Viele Menschen böten Sachspenden wie Möbel und Hausrat an, doch damit könne Michael S. zurzeit nichts anfangen: Der 31-jährige lebe zurzeit in einer kleinen möbilierten Wohnung und habe keine Möglichkeit, Dinge unterzustellen. Außerdem trete er demnächst eine mehrwöchige Kur an. Die soll ihm helfen, den Schmerz zu verarbeiten.

Noch sei Michael S. nicht in der Lage, seinen Beruf wieder aufzunehmen: „Die Trauer überkommt ihn oft.“ Natürlich könne kein Geld der Welt die emotionale Not lindern - aber die Spenden ermöglichten es immerhin, dass der 31-Jährige wieder Tritt im Leben fassen könne, sagte Knöpper gestern.

Eine Hausratversicherung hatte die junge Familie nicht: Dafür, sagt Knöpper, habe das Einkommen von Busfahrer Michael S. und seiner Frau, die einen Mini-Job im Ferienwohnpark Silbersee angetreten hatte, nach dem Kauf und der Renovierung des Hauses in Zimmersrode einfach nicht ausgereicht. Die Mitarbeiter des Ferienwohnparks spendeten 100 Euro - damit erhöht sich die Summe auf 7200 Euro. Viele weitere Spendenaktionen laufen noch.

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