Unterstützt von Dorferneuerungsprogramm

Neuentaler Paar baut Fachwerkhof zu Wohnungen um

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Sebastian Fawier und Dana Canda aus Neuental sanieren derzeit den Eulenhof in Zimmersrode in der Homberger Straße.

Zimmersrode. Sie haben eine Vision, wie es aussehen soll. Sebastian Fawier und Dana Canda sanieren derzeit den Eulenhof in Zimmersrode in der Homberger Straße.

Das Projekt auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände mit zwei Scheunen, Hof und großem Garten ist auf viele Jahre angelegt. Unterstützt wird es mit dem Dorferneuerungsprogramm, das in Neuental bis 2022 läuft.

Die beiden stammen aus Neuental, leben und arbeiten in Frankfurt. Canda ist Managerin und Fawier Architekt. Die Liebe zu seinem Beruf ist es auch, die den 40-Jährigen veranlasst hat, sich dem Projekt zu widmen. Er habe den alten, verfallenen Hof, der direkt an der Hauptstraße in Zimmersrode liegt, lange Jahre beobachtet. „Ich bin immer wieder daran vorbei gefahren und wollte ihn einfach haben.“

2012 war es soweit. Er kaufte das verfallende Gelände und begann mit dem Aufbau. Zunächst musste wie im Märchen die Dornenhecke am Hof entfernt werden, damit es ein Durchkommen gab. Monatelang wurde das Wohnhaus entkernt, immer mit dabei das junge Paar. Es ist das Hobby der beiden. Sie verbringen nahezu jedes Wochenende auf dem Bauernhof. „Wir sind hier zu Hause, obwohl wir nicht hier wohnen“, sagt Canda.

Gemütlich: Hell und übersichtlich ist der Wohnraum im sanierten Eulenhof.

Währenddessen wurde die Sanierung zum Familienprojekt. Neben seiner Partnerin sind auch Fawiers Eltern im Einsatz, entkernen, reisen ab, und bauen auf. Vater Arnold Fawier (69) packt mit an und schiebt die Schubkarre übers Grundstück. Mutter Bärbel kümmert sich im Sommer um den Garten hinter der Scheune.

Wer in das umgebaute Wohnhaus aus dem Jahr 1774 tritt, ist erstaunt. Auf zwei Etagen hat Fawier zwei moderne Wohnungen geschaffen. Fachwerkoptik trifft Industriestil. Viele der Balken wurden frei gelegt und geölt, die Wände weiß verputzt. Die Holzdielen haben eine Fußbodenheizung. Hingucker ist die Galerie in der zweiten Etagenwohnung. Umrahmt von Stahlgeländern schwebt sie nahezu über dem Wohn- und Schlafbereich.

Kevin Winter wohnt dort seit Februar dieses Jahres und ist begeistert. „Wir wollten eigentlich eine kleinere Wohnung, waren aber von der Optik total begeistert“, sagt er. Freigelegte Wände mit Lehmputz, wie es früher üblich war, im Schlafzimmer gehören zu den architektonischen Highlights wie das moderne Bad mit grauen Steinfliesen und ebenerdiger Dusche. Moderne trifft Historie.

Leichtigkeit: Blick auf die Galerie in der oberen Wohnung. Sie scheint über dem Wohn- und Schlafbereich zu schweben. 

Für die Sanierung der beiden Wohnungen, die insgesamt 200 Quadratmeter Wohnfläche haben, zusätzlich Terrasse, hat Fawier etwa 180 000 Euro gezahlt, inklusive Förderung aus der Dorferneuerung. „Wir haben viel selbst gemacht“, sagt er.

Nachdem das Wohnhaus nur noch verputzt werden muss, wendet sich Fawier der großen Scheune zu. Sie wird derzeit entkernt. Dort sollen im unteren Teil Garagen entstehen und im Obergeschoß zwei Wohnungen. Zum Garten hin werden große Glasfronten eingebaut. Auch dafür sind Mittel aus der Dorferneuerung beantragt. „Wir wollen hier Menschen zusammenbringen“, sagt seine 31-Jährige Freundin.

Im Moment herrscht auf dem Hof noch Chaos. Aber das Paar hat eine Vision, wie es wird, wenn es fertig ist. Das kann noch einige Jahre dauern. Und irgendwann wollen sie auch für sich ein kleines Wochenendhaus auf dem Gelände bauen.

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