Neuentaler Rumänienhilfe ist vom 60. Hilfstransport zurück

Der lange Weg in Sachen Menschlichkeit lohnt: Die Freude bei den Kindern in Siebenbürgen war riesig, als der Neuentaler Patenschaftsverein beim Hilfstransport Ranzen mitbrachte. Foto:  privat

Neuental. Zum 60. Mal haben jetzt die Mitglieder des Neuentaler Patenschaftsvereins Rumänien Hilfsgüter nach Rumänien gebracht. Die Frage, was dort gebraucht wird, muss man sich nicht stellen, sagt Otmar Kramer, die Antwort sei einfach: alles.

Otmar Kramer ist erstaunt darüber, dass man ihn fragt, warum er und seine Mitstreiter so viel Zeit, Geld, Nerven und Mühe in die Hilfstransporte nach Siebenbürgen stecken. „Weil wir Not verringern können. Und Sie können sich nicht vorstellen, wie groß die dort ist. Das kann man niemandem beschreiben, wie schlimm es dort aussieht.“

In Rumänien, das zu den ärmsten Ländern Europas gehöre, werde tatsächlich alles gebraucht. Kleidung, Krücken, Betten, Medikamente, Matratzen, Rollatoren, Rollstühle, Fahrräder, Spielzeug, Ranzen - man kann kaum aufzählen, was die Neuentaler jetzt beim 60. Transport in vier Fahrzeugen nach Rumänien brachten. Es war die zweite Fahrt in 2015 , bei der Hubert Schauberick, Otmar Kramer, Dietmar Kestner, Wilhelm Lischeid-Bracht, Carsten Weida, Horst Nickel, Volker Kestner und Friedrich Stoll dabei waren.

Sie steuerten in den Dörfern die Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser an. „Das kann man niemandem beschreiben, wie schlimm es dort aussieht“, sagt Kramer. Vor allem im Krankenhaus in Hermannstadt herrschten unvorstellbare Zustände: wackelige und halb zerbrochene Bettgestelle, zerlumpte Matratzen, fehlende Medikamente - das alles liege weit außerhalb des nordhessischen Vorstellungshorizontes.

Große Motivation

„Wenn man das einmal gesehen hat, ist man sehr motiviert, wenn es darum geht, Spenden zu sammeln und Hilfstransporte zu organisieren,“ sagt Kramer. „In Rumänien passiert rein gar nichts, was die Not der Menschen lindert“. Und auch wenn der Patenschaftsverein nun schon seit 25 Jahren hinfährt und den Menschen Dinge bringt, die ihnen das Leben leichter machen, ist der Wille zum Helfen doch ungebrochen.

Wenn im kommenden Frühjahr der 61. Transport auf den Weg geht, wird er wieder voll beladen sein, ist sich Otmar Kramer sicher: „Die Menschen hier in der Region helfen immer noch gerne.“

Otmar Kramers Appell: Fast jeder Mensch besitze Dinge, die er weder brauche noch schätze. Wer sich davon trennen kann, tue ein richtig gutes Werk: „In Rumänien werden diese Dinge dringend gebraucht - und damit sehr geschätzt.“

Von Claudia Brandau

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