Wohnraum für Mitarbeiter

Neues Haus am Pflegeheim: Pläne in Borken für Appartements

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Aus der Luft: Links der Borkener Kindergarten Metzen Tannen, rechts daneben das Altenheim Blumenhain. Im Wäldchen soll der Neubau entstehen.

Am Alten- und Pflegeheim Blumenhain Borken soll ein dreigeschossiges Appartementhaus als Wohnraum für die Mitarbeiter der Einrichtung entstehen.

Der Borkener Haupt- und Finanzausschuss hat die Bauleitplanung beschlossen und damit den formalen Weg frei gemacht. Eigentlich müsste der Entwurf nun einen Monat in ausliegen und einsehbar sein – doch das sei schwer in Coronazeiten, so Bauamtsleiter Christoph Bachmann. Dreigeschossig klinge hoch, aber der Entwurf des Architekten werde gut aussehen, so Bachmann.

Wolfgang Bauer (CDU) sah das Vorgehen allerdings kritischer. Zum einen falle für den Bau ein Wädchen, zum anderen weise das Gebäude nun ein hohes Pult- statt des ursprünglich vorgesehenen Satteldachs auf. Bürgermeister Marcel Pritsch brach eine Lanze fürs Projekt: Zum einen stünden bereits viele Gebäude am Gelände des Altenheims, zum anderen sei das Projekt langfristig. Bereits 2014 sei es zum ersten Mal in den Gremien besprochen worden, damals habe es noch eine andere Bestimmung haben sollen.

Doch mittlerweile habe sich die Situation am Arbeitsmarkt geändert: Mit Wohnraum wollten die Inhaber des Alten- und Pflegeheimes die Arbeitsplätze im Heim noch attraktiver für Fachkräfte machen. 

Altenheim Blumenhain: Der Neubau hat eine lange Geschichte 

Der Neubau auf dem Gelände des Altenheims Blumenhain hat eine lange Geschichte: Bereits im Jahr 2005 hatte die Inhaberfamilie Freidhof das erste Mal daran gedacht, ein weiteres Gebäude zu errichten. 

Erst habe ein Hospiz entstehen sollen, dann war eine Tagespflege geplant, noch später stand die Idee eines Betreuten Wohnens im Raum – doch die Ideen und die Zeiten änderten sich, die Projekte verliefen sich im Sande, sagt Manfred Freidhof, der damals gemeinsam mit seiner Frau Manuela die hoch über Borken gelegene Einrichtung betrieb. 

Vor sechs Jahren hatte dann seine Tochter und Nachfolgerin Jasmin Freidhof-Debes – sie übernahm den Betrieb 2016 – den Gedanken eines Neubaus aus einem ganz anderen Anlass aufgegriffen: Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum für die Auszubildenden im Umkreis in und um Borken. Und es sind nicht gerade wenige angehende Fachkräfte, die Wohnungen suchen: Das Borkener Seniorenheim bildet zurzeit 38 junge Leute in der Pflege, sechs in der Küche und zwei im Restaurant aus – eine hohe Zahl. 

Viele leben zurzeit in Wohngemeinschaften in betriebseigenen Appartements im Pflegeheim. Das ist möglich, weil sie drei Monate lang im Betrieb, drei Monate in der Altenpflegeschule Göttingen lernen, also ein steter Wechsel erfolgt. Die Zeit des beengten Wohnens ist überschaubar. Doch nach bestandener Prüfung wollten die jungen Leute gerne endlich eine eigene Wohnung beziehen – und die seien eben nur schwer zu finden, sagt Jasmin Freidhof-Debes. 

Die insgesamt 24 Wohnungen, die im Appartementhaus entstehen, sollen für die ehemaligen Lehrlinge ein Anreiz sein, weiter im Blumenhain tätig zu sein, sie sollen die Arbeitsplätze dort noch attraktiver machen, die Fachkräfte damit langfristig ans Haus binden. 

Wie sehr Fachkräfte geschätzt und gesucht werden, ist in Zeiten wie diesen jedem bewusst und im Blumenhain als dem größten Altersheim im Landkreis sind sie in hoher Zahl gefragt: Das Pflege- und Altenheim bietet aktuell 354 Pflegeplätze. Der Neubau soll neben Wohnungen auch eine Tiefgarage bieten. Als Abstellfläche für Fahrzeuge, aber auch fürs Archiv des Heimes: „Die Dokumentation und Verwaltung wird ja immer aufwendiger“, sagt Manfred Freidhof. 

Dass das Gebäude nun ein Pultdach statt des ursprünglich geplanten Satteldaches hat, sieht Manfred Freidhof nicht als Problem: „Das Haus wird dadurch nicht höher als die anderen Gebäude des Heimes sein: Die zulässige Höhe wird nicht überschritten“, sagt er.

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