Neuer SPD-Chef Neupärtl bekam nur 66,1 Prozent der Stimmen

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Der neue SPD-Chef Frank-Martin Neupärtl (rechts) mit seinem Vorgänger Günter Rudolph.

Schwalm-Eder. Frank-Martin Neupärtl ist am Samstagmittag zum neuen SPD-Chef im Schwalm-Eder-Kreis gewählt worden. In Borken stimmten 117 Delegierte mit ja, 54 waren gegen ihn bei sechs Enthaltungen.

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Somit erhielt Neupärtl 66,1 Prozent der gültigen Stimmen, deutlich weniger als einer der vier Stellvertreter, Dr. Edgar Franke. Der wurde mit 159 Stimmen bedacht.

Neupärtl, der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises ist, löst den Landtadsabgeordneten Günter Rudolph als Vorsitzender des Unterbezirks (Kreisverband) ab. Rudolph hatte zuvor erklärt, nicht mehr kandidieren zu wollen, weil er als parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion viel zu tun habe. "Ich habe kein Problem zu sagen: Ich gebe das Amt ab, weil ich in Wiesbaden stark gefordert bin." In der Kommunalpolitik will er jedoch weiterarbeiten - "wegen der Bodenhaftung" - und Fraktionsvorsitzender in Edermünde bleiben, wo die SPD die absolute Mehrheit hat.

In einer mit stehendem Applaus bedachten kämpferischen Rede ging Rudolph auch auf die innerparteilichen Auseinandersetzungen ein, in denen Gruppierungen des Unterbezirks gefordert hatten, er möge sein Amt als Kreisvorsitzender abgeben. Rudolph: "Ich wünsche mir eine starke Opposition - aber von der CDU, nicht bei uns." Ein paar persönliche Dinge, sagte er, hätten ihm weh getan. Auf die öffentliche Auseinandersetzung hätte er auch gern verzichtet, aber: "Ich maße mir nicht an zu sagen, ich sei fehlerfrei." Rudolph rief die Partei auf, vernünftig miteinander umzugehen. Denn man dürfe es der Presse nicht so einfach machen. Der HNA-Redaktion waren im Vorfeld interne Schreiben zugespielt worden, in denen der Vorsitzende heftig kritisiert wurde.

Zu Stellvertretern wählte die Versammlung Dr. Edgar Franke (Gudensberg, 159 Stimmen), Heike Wüst (Melsungen, 114), Stefan Gerlach (Homberg, 113) und Regine Müller (Schwalmstadt, 117).(rbg)

Hintergrund: „Das hat weh getan“

Günter Rudolph war in Kämpferlaune. In einer temperamentvollen Rede ging er mit seiner Partei und mit der Öffentlichkeit ins Gericht. Der Lohn: stehender Applaus, 33 Sekunden lang. Ein paar persönliche Dinge, sagte er, hätten ihm weh getan. „Ich maße mir nicht an zu sagen, ich sei fehlerfrei.

Aber Solidarität sei ein hohes Gut in dieser Partei. Der frühere Landrat August Franke und der frühere Unterbezirksvorsitzende Albert Pfuhl seien auch nicht ein Herz und eine Seele gewesen. Aber sie hätten ihre Meinungsunterschiede intern geklärt. Er, Rudolph, habe viel gelernt, „und ich habe mich in ein paar Personen getäuscht“. Vielen anderen aber, die ihn unterstützt haben, dankte er. Jetzt gelte es, vernünftig miteinander umzugehen. „Aber wir wollen es der Presse nicht zu leicht machen.“ Damit spielte er auf interne Schreiben an, die der HNA-Redaktion zugespielt worden waren und in denen der Vorsitzende heftig kritisiert wurde.

Der scheidende Vorsitzende kam zu dem Fazit: „Einigkeit macht stark. Da können wir noch besser werden.“

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