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Er ist der Experte für Migration in Homberg

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Von: Christine Thiery

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Seine Aufgabe ist die Integration: Nidal Younes ist beim Diakonischen Werk Schwalm-Eder Ansprechpartner für Geflüchtete mit Aufenthaltsstatus.
Seine Aufgabe ist die Integration: Nidal Younes ist beim Diakonischen Werk Schwalm-Eder Ansprechpartner für Geflüchtete mit Aufenthaltsstatus. © christine thiery

Nidal Younes ist Migrations-Experte beim Diakonischen Werk

Er kam aus Syrien und blieb in der Region: Nidal Younes ist Migrationsberater beim Diakonischen Werk. Nun unterstützt er Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben wie er. Der 47-Jährige weiß, welche Probleme Zuwanderer haben und wie man ihnen am besten dabei helfen kann, in Deutschland heimisch zu werden und sich zu integrieren.

Schwalm-Eder – Nidal Younes ist Jurist mit Abschluss Magister und seit etwas über einem Jahr als Quereinsteiger in der Beratung von Geflüchteten mit Aufenthaltsstatus tätig. Durch seine Kenntnisse im Rechtswesen hat der Rotenburger viele Zugänge zu Prozessen in Verwaltung und Organisation, die ihm bei der Arbeit für die Geflüchteten helfen. Er spricht Arabisch, Englisch und Deutsch.

2008 kam er aus Syrien nach Deutschland und absolvierte ein Jurastudium. Fünf Jahre lang arbeitete er als Sozialbetreuer im Asylbewerberheim in Rotenburg, dann erhielt die Stelle beim Diakonischen Werk als Migrationsberater. Seine Zielgruppe sind Erwachsene mit Aufenthaltsrecht, zurzeit betreut er 169 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis, alle älter als 27 Jahre. „Mein Job ist vielfältig“, sagt er: „Man benötigt ein großes Netzwerk.“ Die Aufgabe reicht von sozialpädagogischer Betreuung bis hin zu Kontakten mit den Behörden. Nidal Younes stellt Anträge beim Jobcenter, hilft Eltern bei der Suche nach einem Kindergartenplatz und hat Kontakte zu Schulen und zur Ausländerbehörde. Seine Kernaufgabe ist die Integration. „Ich bringe die Leute zusammen“, sagt er.

Am Anfang stehe die Sprache. Deutsch zu lernen sei das A und O für jeden Geflüchteten. Dann folge ein individueller Plan. „Für jeden Einzelnen und auch Familien suchen wir einen Weg der Eingliederung.“ Ziel sei es, die Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen, einen Job zu finden und eigenständig zu leben.

Viel Geflüchtete brauchen lange Zeit Unterstützung

Viele Menschen bräuchten dennoch längere Zeit der Unterstützung. Neue Werte, eine andere Kultur, das sei für viele kein leichter Schritt. Daher plädiere er dafür, dass das Budget für Berater nicht drastisch von der Bundespolitik gekürzt wird: „Man darf die Menschen nicht im Stich lassen.“ Das Fördergeld wurde wegen der Flüchtlingswelle aus der Ukraine aufgestockt. Nun aber soll es 2023 drastisch reduziert werden. 2020 gab es 71 Millionen Euro, 2022 gar 79,2 Millionen Euro: 2023 hingegen soll die Fördersumme auf 57,4 Millionen Euro gesenkt werden.

„Das kann viele Stellen in der Beratung kosten, weil sie hauptsächlich durch das Bundesprogramm finanziert werden“, sagt Younes. In der Folge würden viele Beratungen entfallen – was fatal für viele Betroffene sei, die dann ohne Hilfe und Ansprechpartner blieben.

Kontakt: Nidal Younes, Beratungsstelle für Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Diakonisches Werk Schwalm-Eder, Pfarrstraße 13, Homberg, Tel. 0 56 81/99 20 13, Mobil: 0 15 25/8 47 11 93. (Von Christine Thiery)

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