35 Jahre bei der Stadt beschäftigt

Die Arbeit immer im Blick: Niedensteiner Bauamtsleiter geht in Ruhestand

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Nun ist Schluss: Peter Bues an der Treppe zum Rathaus, in dem er 35 Jahre lang als Bauamtsleiter tätig war. Bis Ende des Jahres begleitet er weiterhin den Bau des neuen Feuerwehrhauses.

Mehr als sein halbes Berufsleben lang arbeitete Peter Bues an einem Ort: dem Rathaus in Niedenstein. Der 65-Jährige war 35 Jahre lang Bauamtsleiter der Chattengau-Stadt. Nun ist er in den Ruhestand gegangen.

Die Akten stapeln sich, immer wieder klopft es an der Tür – so ganz hat sich Peter Bues noch nicht aus dem Rathaus verabschiedet, das ist schnell klar. „Ich bin Perfektionist. Ich will die Dinge ordentlich zu Ende bringen“, sagt er. Dinge, die der 65-Jährige viele Jahre lang begleitet hat: Peter Bues war 35 Jahre lang Bauamtsleiter in Niedenstein, hat Bauherren beraten, Bauleitplanungen übernommen, nahm Ingenieure bei Bauprojekten in die Pflicht. Nun ist er in den Ruhestand gegangen. Zumindest auf dem Papier. Denn bis Ende des Jahres bleibt er den Mitarbeitern um Nachfolger Dr. Bernd Rode erhalten – und baut das Feuerwehrhaus an der Goethestraße zu Ende.

Wenn Peter Bues zusammenzählt, wie viele Wohnbaugrundstücke er in seiner Zeit als Bauamtsleiter an den Mann und die Frau gebracht hat, landet er schnell bei 300. Allein in den vergangenen vier Jahren seien es um die 100 gewesen, schätzt er. „Niedenstein hat an Image gewonnen. Die Leute merken, dass es schön hier ist.“

Wie schön es in Niedenstein ist, hat der 65-Jährige allerdings schon früh bemerkt. Der geborene Kasseler zog der Liebe wegen 1976 nach Niedenstein, baute ein Haus, zog mit seiner Frau die Kinder groß. Nach dem Ende seines Architekturstudiums arbeite Bues in einer Baufirma, war selbstständig und wagte den Sprung zur ehemaligen Ziegelei Zuschlag. „Ich hatte aber immer die Stelle als Bauamtsleiter in Niedenstein im Blick“, erzählt Bues, der genau diese Stelle sogar einmal ausschlug. Als sie nach sechs Monaten wieder frei wurde, ergriff er seine Chance. „Ich habe mich für Sicherheit entschieden“, sagt er. Da war er gerade 30 Jahre alt. Bereut habe er das nie.

Bues beschreibt sich als hart, aber fair. Eine Eigenschaft, die er in seinem Job jahrzehntelang brauchte: „Im Bauamt passieren die Dinge, über die sich die Menschen richtig ärgern.“ Kaputte Bordsteine, abgesenkte Gullydeckel, Unkraut auf öffentlichen Grundstücken – Arbeit ist immer da, koordiniert wurde sie von Peter Bues. „Es ist nie Feierabend“, erzählt der 65-Jährige, der froh war, solche Arbeiten am nächsten Tag im Rathaus regeln zu können. Das geht künftig nicht mehr. Neu ist für Bues auch, die Gesprächsführung bei Projekten abzugeben: „Das muss ich noch ein bisschen üben“, erzählt er schmunzelnd und in Hinblick auf seine weitere Arbeit für das Niedensteiner Feuerwehrhaus. Das wird teurer als geplant. Eine Tatsache, die für den Tennisspieler nur schwer zu akzeptieren war. „Für Kosten muss ich immer gerade stehen.“ In den meisten Fällen sei es ihm gelungen, unter den Kostenschätzungen zu bleiben. In diesem nicht. „Natürlich habe ich etwas versäumt. Gerade bei meinem letzten Projekt ist das besonders ärgerlich.“

Es ist nur eines der wenigen Projekte, die Peter Bues in Niedenstein begleitet hat. Sein Schönstes sei der Bau der Kindertagesstätte Frechdachse vor zwei Jahren gewesen. Und das Schlimmste? „Das war definitiv die Bachverlegung der Eder“, lacht Bues und könnte wohl noch so einige Geschichten mehr aus seiner Zeit als Bauamtsleiter erzählen.

Neuer Bauamtsleiter war an Uni Kassel tätig

Auf den 65-jährigen Peter Bues folgt der 45-jährige Dr. Bernd Rode. Er übernimmt nun die Leitung des Bauamts in Niedenstein. Der Kasseler ist studierter Architekt und promovierte im Fachbereich Bauwirtschaft und Projektentwicklung, an dem er 13 Jahre lang tätig war. Neben seiner Arbeit in Forschung und Lehre sammelte Rode im Amt für Planung und Denkmalpflege in Kassel Berufserfahrung. 

Dr. Bernd Rode

Darüber hinaus übernahm er als Selbstständiger die Bauleitplanung für Kommunen. „Ich habe fast alle Bereiche kennengelernt“, sagt Rode. Der 45-Jährige ist seit November im Rathaus beschäftigt und freut sich über die lange Zeit der Einarbeitung. „35 Jahre Wissen, muss ich mir erst einmal aufbauen“.

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