Asylbewerber ziehen in das Freizeitheim Niedenstein

Niedenstein/Kassel. Der Termin steht fest: Die schon bestehende Flüchtlingsgemeinde in Niedenstein erhält ab 5. April Zuwachs.

Dann sollen dort in das evangelische Freizeitheim bis zu 75 Asylbewerber, Alleinreisende und Familien einziehen.

Die Kirche habe dem Landkreis Schwalm-Eder dieses weitläufige Gebäude für die Dauer von fünf Jahren vermietet, teilte Armin Fuhrmann, Verwaltungsdirektor der evangelischen Landeskirche, während einer Präsentation des Projekts im Haus der Kirche in Kassel mit.

Die Kirche werde Betreiber der Einrichtung sein und die Flüchtlinge in Kooperation mit dem Diakonischen Werk auch sozial betreuen. Für die Niedensteiner Bürger soll es nächste Woche eine Info-Veranstaltung im Freizeitheim geben. Derzeit bringe die Kirche den Brandschutz in dem 40 Jahre alten Gebäude für etwa 100 000 Euro auf den neuesten Stand, berichtete Fuhrmann. Außerdem werde die Küche umgebaut, damit die Flüchtlinge selbst kochen und sich verpflegen können.

Dank seiner vielen Gemeinschaftsräume sei das Freizeitheim ideal als Flüchtlingsunterkunft geeignet. „Wir wollen unsere Türen öffnen, Ängste abbauen und Begegnungsmöglichkeiten schaffen“, sagte Fuhrmann. Dazu gehörten auch Sportangebote in Kooperation mit örtlichen Vereinen in der Einrichtung.

Mit der Vermietung des Freizeitheims wird die evangelische Kirche mittelfristig einen finanziellen Mühlstein los: Die Landeskirche muss die früher von Konfirmanden häufig genutzte Einrichtung jährlich mit 200 000 Euro bezuschussen.

Die Belegungsquote des Hauses sei von 2007 bis 2014 von 72 auf unter 40 Prozent geschrumpft, sagte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke. Die Konkurrenz ähnlicher Einrichtungen sei groß, Konfirmanden orientierten sich heute häufig anders. Daher habe die Synode schon vergangenen Herbst beschlossen, das Freizeitheim spätestens 2017 zu schließen. Über die Aufnahme der Flüchtlinge sei man froh. „Es war uns wichtig, dass das Heim wieder der Gemeinschaft zugute kommt“, sagte die Pröpstin.

Für mindestens drei der zehn Mitarbeiter des Freizeitheims bedeutet der Mietvertrag mit dem Kreis der Erhalt ihrer Arbeitsplätze: Hausmeister, Hausleitung und Reinigungskraft sollen auf jeden Fall bleiben. Mindestens fünf Beschäftigten wird aber wohl dennoch gekündigt werden müssen.

Die Betreuung der Flüchtlinge durch einen Sozialarbeiter werde die Kirche selbst finanzieren, sagte Fuhrmann. Er rechnet nicht mit Problemen. Für die jetzt schon in Niedenstein lebenden Flüchtlinge gebe es eine hohe Akzeptanz und großes ehrenamtliches Engagement.

• Info-Veranstaltung über Flüchtlinge am Donnerstag, 25. Februar, ab 19 Uhr im evangelischen Freizeitheim Niedenstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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