Einziger Bewerber für Wahl im März

Leidenschaftlich soll’s weitergehen: Frank Grunewald kandidiert für zweite Amtszeit in Niedenstein

Der Niedensteiner Bürgermeister Frank Grunewald sitzt an einem Schreibtisch und hält einen Stift in der Hand.
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Die Kandidatur ist eingereicht: Bürgermeister Frank Grunewald will weitere sechs Jahre Rathauschef von Niedenstein bleiben.

Angetreten mit dem Slogan „Leidenschaftlich für Niedenstein“, schaffte es Frank Grunewald 2015 mit mehr als 60 Prozent der Stimmen ins Niedensteiner Rathaus. Der parteilose Grunewald hatte sich Familienfreundlichkeit und Transparenz auf die Fahne geschrieben. Nun kandidiert er für eine zweite Amtszeit – und für die hat er auch schon ganz konkrete Pläne.

Herr Grunewald, wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeit?
Die Arbeit des Bürgermeisters wird vor allem durch die Bürger beurteilt. Wie zufrieden sie sind, zeigen sie bei der nächsten Wahl. Mir war es von Anfang an wichtig, im Rathaus einen kollegialen Arbeitsstil und einen guten Kontakt zu allen Fraktionen zu pflegen. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten. Wir haben den Bürgerservice erweitert und für mehr Transparenz gesorgt. Erfreulich ist, dass wir junge Leute ausbilden und ihnen Führungsverantwortung übertragen konnten. Ich denke, darauf darf ich schon ein bisschen stolz sein. Wobei man sich als Bürgermeister auch ein Gespür dafür bewahren muss, was noch zu verbessern ist.
„Leidenschaftlich für Niedenstein“ lautete Ihr Slogan. Wie viel Leidenschaft steckt heute noch drin?
Genauso viel Leidenschaft wie zu Beginn meiner Amtszeit. Allerdings heute mit anderen Schwerpunkten. Jetzt müssen zum Beispiel Themen wie Ökologie, Umwelt und Naturschutz einen höheren Stellenwert bekommen. Krippen- und Kindergartenkinder brauchen eine optimale Betreuung, die alten Ortskerne müssen belebt werden. Auch die Haushaltskonsolidierung beschäftigt uns wieder verstärkt.
Familienfreundlichkeit ist Ihnen wichtig – zwei Kitas, eine Waldkita, kostenfreier Badeunterricht sind einige Beispiele. Einige Eltern wünschen sich eine Verbesserung der Infrastruktur.
Wir werden im Frühjahr mit den Planungen für die dritte Kita beginnen. Ein Neubau oder Erweiterungsbau mit drei Gruppen sind geplant. Außerdem denken wir sehr konkret über die Weiterentwicklung des Neuen Zentrums mit Abenteuerspielplatz und Mehrgenerationenbegegnungsstätte nach. Das benachbarte Wäldchen, den Goddelbusch, wollen wir in diese Überlegungen einbeziehen. Ich würde gerne Ideen, Konzept und Umsetzung mit Bürgern realisieren.
Das Radwegenetz innerorts ist gut – sagen Sie. Ein Radentscheid steht trotzdem im Raum. Wo muss es besser werden?
Für Radfahrer, die mit E-Bikes unterwegs sind, ist das Netz in Ordnung. Wer ohne elektronische Unterstützung fährt, für den ist es verbesserungswürdig. Die Niedensteiner Topografie fordert nicht unbedingt dazu auf, Rad zu fahren. Wir brauchen eine Bestandsaufnahme. Innerstädtisch fehlt zum Beispiel eine bessere Verbindung der Stadtteile nach Kirchberg. Auch die Verbindungen in die Nachbarkommunen Besse und Bad Emstal müssen besser werden.
Niedenstein boomt: Es gibt kaum Leerstand, die Bauplätze gehen weg wie warme Semmeln – die Stadt profitiert von der Nähe zu Kassel. Kann es so weitergehen?
Die Entwicklung wird sich verlangsamen müssen. Unsere Flächen sind begrenzt. Es ist nicht zielführend, die Stadt auf Flächen weiterzuentwickeln, die ihr nicht gehören. Es geht vielmehr um innerstädtische Entwicklung. Im Zentrum schaffen wir jetzt 30 neue Bauplätze. Ich glaube, es ist für Niedenstein der richtige Weg, bei dieser Entwicklung auf die Bremse zu treten und genau zu schauen, wo eine Entwicklung Schritt für Schritt sinnvoll und möglich ist. Und eben nicht im großen Stil des Flächenverbrauchs in der Außenentwicklung.
Was ist aus dem Ziel geworden, die Anbindung an Kassel zu verbessern?
Wir konnten Ende 2015 die stündlich fahrende Buslinie 54 von Gudensberg über alle Niedensteiner Stadtteile nach Baunatal mit an den Start bringen. Niedenstein investiert jedes Jahr 6000 Euro, um die wirtschaftlich am Laufen zu halten. Von Baunatal fährt dann die Straßenbahn nach Kassel.
„Wir unterscheiden uns ganz wesentlich von Gudensberg und Edermünde“, sagten Sie beim HNA-Lesertreff zum Thema Interkommunale Zusammenarbeit. Jetzt gibt es einen Standesamtsbezirk Chattengau.
Niedenstein unterscheidet sich wesentlich in Lage, Topografie und Gewerbe von Gudensberg und Edermünde. Ich war immer ein Verfechter der Interkommunalen Zusammenarbeit. Deren Ausbau halte ich bis hin zum Verwaltungszusammenschluss für den richtigen Weg – hinsichtlich Synergien, Effektivität und Personalkosteneinsparungen. Es ist wichtig, die Aufgaben mit Fachleuten in der Verwaltung zu besetzen.
In Sachen Tourismus orientiert sich Niedenstein stark in Richtung Naturpark Habichtswald. Hat der Schwalm-Eder-Kreis nicht genug zu bieten?
Es geht um die regionale Identifikation. Wir liegen im südwestlichen Bereich des Premiumwanderweges Habichtswaldsteig. Es ehrt uns, dass wir uns damit identifizieren können. Mit dem Habichtswald orientieren wir uns mit unserer Touristischen Arbeitsgemeinschaft und der Leader Region Casseler Bergland in den Kasseler Süden. Eine Nachbarschaft zu Fritzlar und damit zum Edersee wäre vorstellbar. Bezogen auf Heimat, Region und Natur liegt die Identifikation aber nicht in dieser Richtung. (Chantal Müller)

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