Filme auf Rädern

"Bulliwood" in Niedenstein: Kinder versuchen sich als Filmemacher

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Bei den Dreharbeiten: Auf unserem Bild wird Sophia Weber von Sophia Rausch probehalber interviewt. Jedes Mitglied der Crew erhielt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Filmteam". 

Kameramann, Tontechniker oder doch Schauspieler? Niedensteiner Grundschüler produzieren ihre eigenen Filme. 

Statt dem englischen „Action“ hört man bei den Dreharbeiten in Niedenstein immer wieder „Achtung, Kamera läuft, und bitte“. Die Kinder sind zwar erst seit einem Tag bei dem Projekt „Bulliwood – Filme auf Rädern“ dabei, haben sich aber schon gut in ihre neuen Rollen als Kameramann, Tontechniker und Regisseur eingefunden.

Viele Kinder haben sich bei der Stadt um einen Platz beworben, es gab sogar eine kleine Warteliste, berichtet Christina Gebauer von der Verwaltung Niedenstein. Die Stadt ist zusammen mit dem Förderverein der Grundschule der offizielle Kooperationspartner des Vereins „Bulliwood“. Bei dem ersten Filmprojekt in Niedenstein schnupperten elf Kinder in die Filmbranche hinein.

„Wenn das mit dem Hubschrauberpiloten nicht klappt, will ich Kameramann werden“, verkündet Felix Kurt. Auch viele andere im Team brennen für das Filmen, Drehen und Schneiden von Filmen. „Ich finde es toll, dass wir mit so viel Technik arbeiten“, merkt ein Kollege an. Auch wenn viele Mädchen von einer Karriere als Schauspielerin träumen, gibt es bei „Bulliwood“ keine klassische Rollenverteilung. „Manche Kinder fühlen sich mehr zum Kameramann berufen, andere zum Schauspieler, aber jeder probiert alles aus“, sagt Susanne Götze. Sie hat zusammen mit ihrem Mann Michel Fickinger das Projekt auf die Beine gestellt, mit dem sie Kindern im ländlichen Raum das Filmemachen ermöglichen.

„Die Kinder schaffen sich so ihre eigene Attraktion“, sagt Bürgermeister Frank Grunewald, der bei den Dreharbeiten vorbeischaute und sich im Jonglieren versuchte. Das fertige Material wird in dem mobilen Filmstudio, einem alten Pferdetransporter, geschnitten, der mittlerweile fertig renoviert wurde. Das Studio bietet Platz für Schauspielworkshops, die Schnittarbeiten und ermöglicht dank einer Greenbox Trickaufnahmen.

„Man entdeckt etwas Neues“, sagt die neujährige Maurine Stössel. Vor der Kamera zu stehen findet sie viel spannender, als vor dem Fernseher zu sitzen. Von der Idee, über das Drehbuch bis zum fertigen Kurzfilm – die Kinder nehmen alles selbst in Hand.

Dabei dient der Drehort oft als Inspiration, wie in diesem Fall der Niedensteiner Wald, sagt Götze. „Man sieht jetzt schon die Folgen des Klimawandels bei den ganzen Umweltproblemen“, sagt die elfjährige Sophia Weber. Vor allem die Vermüllung der Meere und fehlende Gesundheit der Wälder machen ihr Sorgen. Deshalb stoßen die Protagonisten des Films in einem Wald auf Giftfässer.

Der Film zeigt eine Art Detektivsuche der Kinder, sagt Götze. Was aber letztendlich dabei herauskommt, ist noch offen. Nur so viel verrät sie: Auch bei diesem ernsten Thema soll der Humor nicht zu kurz kommen.

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