Rund um die Uhr geöffnet

Paradies für Leseratten: Neues Buchhaus in Metze namens „Leimekutte“

Edmund Hahn und Günter Naumann (von links) hatten den besten Namensvorschlag für das Buchhaus in Metze: Die Leimekutte.
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Edmund Hahn und Günter Naumann (von links) hatten den besten Namensvorschlag für das Buchhaus in Metze: Die Leimekutte.

Die Leimekutte in Metze - ein neues Buchhaus neben dem Dorfgemeinschaftshaus - bietet auf neun Quadratmetern Platz für rund 1000 Bücher zum Ausleihen und Lesen.

Metze – 24 Stunden, sieben Tage die Woche soll das Haus geöffnet haben. Das Prinzip: Jeder kann sich rausnehmen, was er möchte.

Die Idee

„Wir gehen regelmäßig durch die Leimekutte, tauschen Inhalte aus und nehmen die ausgedienten Bücher raus“, sagt die 56-jährige Karin Happel, eine der drei Frauen der Buchgruppe, die sich um das Buchtauschhaus kümmern. Die ausgedienten Bücher sollen später für Bastelarbeiten mit Kindern genutzt werden – denn das Thema Nachhaltigkeit liegt den Frauen sehr am Herzen.

Karin Happel sagt: „Es ist aber kein Tauschhaus.“ Man müsse nichts reinstellen, wenn etwas ausgeliehen werde -- es sei eher wie eine kleine Bibliothek. Die Abgabe wird gesondert geregelt, mit einer Rückgabekiste. Regelmäßig werden die zurückgegebenen Bücher von den Frauen wieder einsortiert.

Am 20. Juni fand die erste Buchannahme statt, und es gab große Resonanz: Rund 2 000 Bücher wurden in zwei Stunden gespendet. Vom Thriller über Kinderbücher bis hin zu Romanen und Reiseführern war alles dabei. Und auch Spiele, Kassetten, CDs, Hörbücher und sogar Schallplatten sind in der Leimekutte zu finden.

Neben dem Lesestoff soll noch eine kleine Do-it-yourself-Ecke entstehen, wo Ortsansässige selbst gemachte Produkte präsentieren oder anbieten können. Leere Hüllen, die aus dem Kaugummiautomaten direkt neben dem Buchhaus stammen, sollen gesammelt und mit Samen und Glücksbotschaften gefüllt werden. Und auch ein Briefkasten für Nachrichten und Anregungen steht den Besuchern zur Verfügung.

Die Umsetzung

Bereits im Herbst 2020 wurde der Antrag gestellt, im Frühjahr 2021 das Fundament gesetzt und das Häuschen nun fertiggestellt. „Das Buchhaus ist ein weiteres Mosaiksteinchen in Niedenstein“, sagt der 1. Stadtrat Axel Eubel. Es profitierten sowohl Metze als auch ganz Niedenstein von dem Projekt. „Da können sich andere Stadtteile was abgucken“, sagt er. Thomas Georg, Vereinsvorsitzender des Heimats- und Geschichtsvereins, ist ebenfalls begeistert, von dem Projekt und den Metzern: „Die, die hier wohnen, die wohnen nicht nur hier, sondern sind mit ganzem Herzen dabei“. Denn abgesehen von der Finanzierung – 4 500 Euro gab es über das Förderprogramm Starkes Dorf, und je 250 Euro von der Stadt und dem Ortsbeirat Niedenstein – brachten sich die Metzer ehrenamtlich ein, indem sie Material und Gegenstände beisteuerten oder Arbeitsstunden leisteten.

Das Buchhaus hat auf neun Quadratmetern Platz für rund 1 000 Bücher, Spiele und mehr.

Die Namensgebung

Einen Monat lang, hatten die Bürger von Metze Zeit, sich einen Namen für das Buchhaus auszusuchen. Rund 40 Vorschläge wurden in dieser Zeit eingereicht.

Edmund Hahn und Günter Naumann hatten die gleiche Idee, die von den Frauen der Buchgruppe als bester Vorschlag schlussendlich ausgewählt wurde: die Leimekutte. „Ich saß am Kaffeetisch und habe gelesen, dass ein Name gesucht wird. Für mich war klar, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt und eine davon war die Leimekutte“, sagt Edmund Hahn. „Meine Familie hat mich für verrückt erklärt, weil das keiner mehr kennt.“ Aber Hahn weiß es noch: Die heutige Leimekutte steht auf der Fläche einer alten Lehmgrube, der sogenannten Lehmkaute, wo laut Hahn bis 1954 noch Lehm für den Häuserbau abgebaut wurde. Mit der Zeit wurde aus Lehmkaute dann umgangssprachlich Leimekutte.

Die weitere Planung

Alle vier bis sechs Wochen sollen Spendenannahmen organisiert werden, damit ein ständiger Wechsel besteht. Zusätzlich – wenn das Projekt gut anläuft und die Corona-Zahlen es zulassen – sind Leseaktionen mit Kindern geplant. Denn die Leimekutte soll auch ein Treffpunkt werden, an dem der ein oder andere Plausch gehalten wird. (Kira Müller)

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