Als Heimat ausgewählt

Jens Becker will Bürgermeister von Niedenstein werden

Er ist zuversichtlich: Jens Becker (47) tritt als SPD-Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Niedenstein am 10. Mai an. Foto: privat

Niedenstein. Die nördlichste Stadt im Schwalm-Eder-Kreis ist für Jens Becker längst zur Heimat geworden: Der 47-Jährige, der in Bad Arolsen geboren wurde und aufwuchs, lebt immerhin seit 1994 in Niedenstein - die Liebe zu einer Frau aus Metze hat ihn dort landen lassen.

Jetzt will er sogar erster Mann im Städtchen werden: Er tritt am 10. Mai bei der Bürgermeisterwahl an. Aufgestellt hat ihn der SPD-Stadtverband, für den er auch schon einige Jahre im Stadtparlament saß.

Das politische Engagement habe in seiner Familie eine lange Tradition, sagt Becker im HNA-Gespräch. Sein Vater ist ein sozialdemokratisches Urgestein, er selbst trat an seinem 16. Geburtstag in die SPD ein, auch seine Söhne sind schon auf dem gleichen Weg.

Seit 2001 leitet der Diplom-Ökonom beim Kreis den Fachbereich Grundstücks- und Gebäudewirtschaft, ist zuständig für 360 Mitarbeiter, für die Schulen, das Personal, die Kreisstraßen und mehr.

Warum all das aufgeben für einen Bürgermeister-Job? „Ich habe Niedenstein liebgewonnen und kenne die Stärken und Schwächen der Stadt“, sagt Becker. Und er wolle dafür arbeiten, dass die positiven Seiten wie die gute Vereinsstruktur, die herrliche Natur gestärkt, die negativen verbessert werden.

Von seiner Frau Ellen und den drei Söhnen Lukas (20), Johannes (18) und Christoph (14) habe er Unterstützung bekommen für die Entscheidung, die in vielen Gesprächen gereift sei. Und: „Mit 47 Jahren ist es der richtige Zeitpunkt, nocheinmal eine neue Herausforderung anzunehmen.“

Das Bürgermeisteramt, macht Becker klar, ist für ihn zudem beileibe kein Job, vielmehr eine Aufgabe, ja eine Berufung. Es gebe viel zu tun: Leerstände in den Dörfern sind eine Gefahr, der Kampf für bessere Infrastruktur, etwa beim schnellen Internet, muss aufgenommen werden. „Wir dürfen uns nicht abhängen lassen“, sagt er.

Um all das zu erreichen, setzt er auf gemeinsames Handeln. Er will mit den Niedensteinern sprechen, ihnen gut zuhören, dadurch erkennen, wo Handlungsbedarf besteht, was sie bewegt, auch mal Ideen und unkonventionelle Lösungen auf diesem Weg finden.

„Als Bürgermeister muss man Moderator sein, auch Motivator“, sagt Becker. Man müsse die Menschen ernst nehmen, für sie erreichbar sein, Entscheidungen transparent machen und erklären. Nur so könne man glaubwürdig sein. Klar gebe es bei den kommunalen Finanzen Probleme, die Möglichkeiten zur Gestaltung seien daher beschränkt. „Aber es gibt sie“, sagt Becker

„Niedenstein ist keine graue Maus, sondern eine schöne Stadt mit Chancen“, sagt der Kandidat. Davon will er auch andere überzeugen, möglichst Investoren nach Niedenstein holen, neue Arbeitsplätze schaffen.

Viel zu tun also, falls er gewählt wird. Übrigens: Bürgermeister will er nur in Niedenstein werden. Nirgends sonst.

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