Engagiert für Integration - erste Flüchtlinge in Ferienhotel Sauer

Niedenstein. Seit einigen Tage leben im früheren Ferienhotel Sauer in Niedenstein die ersten Flüchtlinge.

Der Landkreis, der für die Unterbringung zuständig ist, hat die Immobilie als Gemeinschaftsunterkunft angemietet - langfristig, wie Bürgermeister Werner Lange in der jüngsten Parlamentssitzung mitteilte.

50 bis 70 Menschen könnten letztlich dort untergebracht werden. Das sei eine Herausforderung für die Kommune, denn es werde ein ständiges Kommen und Gehen sein, sagte Lange.

Die Niedensteiner wollen nicht abwarten, ob und wie es klappt mit den neuen Mitbürgern, sie wollen sich aktiv um die Flüchtlinge kümmern, ihre Integration durch eigenes Tun besser ermöglichen.

Daher beauftragten alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung jetzt den Magistrat mit der Bildung eines Unterstützerkreises aus ehrenamtlich engagierten Niedensteinern.

Sie sollen eine „Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylbewerber in Niedenstein gestalten, deren Integration in die örtliche Gemeinschaft fördern und vor Ort konkrete Hilfe leisten“, heißt es in dem Antrag, der einstimmig verabschiedet wurde. Im November habe es bereits eine gut besuchte Informationsveranstaltung zu der Flüchtlingsunterkunft gegeben, sagte Jörg Warlich (Grüne). Die Stimmung sei sehr positiv gewesen. „Wir müssen Zeichen setzen und den traumatisierten Menschen helfen“, betonte er. Wichtig sei es, dass der Kreis das nötige Geld bereitstelle, um etwa Sprachkurse für die Flüchtlinge anbieten zu können.

Es seien bei der Info-Veranstaltung über 100 Niedensteiner gewesen, die bekundeten, dass sie mitmachen wollen, sagte Heike Eubel (FWG). Was jetzt geschehen solle, das müsse die Stadt als Koordinatorin übernehmen. Der geplante Arbeitskreis könne auch Ansprechpartner sein für diejenigen, die Angst haben vor dem, was kommt.

Bürgermeister Lange kündigte an, dass er für den 19. Januar zu einer erste Sitzung des Arbeitskreises einladen werde. Es gebe schon viele Anfragen von Menschen, die helfen wollten. Die Verwaltung werde tun, was möglich sei.

„Wir werden die Hilfsbereiten nicht alleine lassen“, betonte Lange. Die Arbeit sei eine Herausforderung, es werde auch Konflikte geben. Die Aufgabe werde alle Niedensteiner sicher auch in den kommenden Jahren weiter begleiten.

Von Ulrike Lange-Michael

Rubriklistenbild: © dpa

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