Ort liegt versteckt im Tal

Gespräche am Gartenzaun: Vereine bereichern das Dorfleben in Ermetheis

Haben auf Sitzbänken vor der Evangelischen Kirche in Ermetheis Platz genommen: von links Heinrich Eichenberg, Lukas Grede und Stefan Soose.
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Haben auf Sitzbänken vor der Evangelischen Kirche in Ermetheis Platz genommen: von links Heinrich Eichenberg, Lukas Grede und Stefan Soose.

Jeder Ort im Kreisteil hat etwas zu bieten. Ob Jahrhunderte alte Geschichte, lustige Anekdoten oder eindrucksvolle Bauwerke. Für unsere Gespräche am Gartenzaun waren wir in Ermetheis unterwegs.

Ermetheis – Eingebettet zwischen den Basaltkuppen der Langenberge liegt der Niedensteiner Stadtteil Ermetheis in einem Tal. Die Lage des Orts erinnert an ein Vogelnest. Und so lautet der Spitzname der Ermetheiser auch „Spatzen“.

„Unser Dorf ist schön gelegen“, sagt Stefanie Brandt, die sich unter anderem im Kirchenvorstand engagiert. Von überall sei man schnell in der Natur – ein Vorteil, wenn man ländlich lebt. Zugleich sei man rasch in Kassel. Manfred Dittmar, der von Metze nach Ermetheis zog, schätzt nicht nur die tolle Lage, sondern auch das „rege“ Vereinsleben.

Die Vereine und der Ortsbeirat stemmen einiges im Dorf und stärken den Zusammenhalt. „Für die Jugend bieten sie Unternehmungen an“, sagt Lukas Grede. Der 24-Jährige ist in Ermetheis aufgewachsen und sowohl Mitglied im Jugendclub als auch im Kirmesteam. Auch Stefan Soose schätzt die Gemeinschaft der Ermetheiser. „Wenn man durchs Dorf läuft, findet man immer einen Ansprechpartner.“

Von den Kuppeln rund um Ermetheis hat man eine schöne Aussicht auf das Dorf

Ortsvorsteher Frank Metzler stammt ursprünglich aus Kassel. Seit 34 Jahren wohnt er jedoch in Ermetheis. Mittlerweile ist er schon 17 Jahre lang Ortsvorsteher. Beim kleinen Dorfrundgang braucht man eine gute Puste, denn es geht immer wieder etwas den Hügel hinauf. Dafür ist die Aussicht auf Ermetheis von einer der Kuppen umso schöner. Bei gutem Wetter kann man beim Blick in die Fritzlarer Ebene sogar die Spitzen des Doms erkennen.

Vor der Kleidertüte: von links Stefanie Brandt, Sven Schulze und Ortsvorsteher Frank Metzler. In dem Lädchen gibt es gebrauchte Kleidung und Haushaltswaren.

Es geht vorbei an der „Kleidertüte“. In dem ehrenamtlich betriebenen Lädchen gibt es gebrauchte Kleidung und Haushaltswaren zu kaufen. Die Einnahmen werden an Schulen, Kindergärten, Vereine und soziale Projekte gespendet. Zuvor hatte sich darin ein Dorfladen befunden, der 2017 seine Türen für schloss. 2018 zog die Kleidertüte vom ehemaligen Landschulheim in Niedenstein in das Gebäude ein.

Provisorischer Zaun um Teichanlage in Ermetheis soll durch Staketenzaun ersetzt werden

Was im Ort seit längerer Zeit fehlt, ist laut Frank Metzler eine Gastronomie. „Seit 2000 gibt es kein Restaurant mehr.“ Bis vor vier Jahren hat der Sportverein FC Rot-Weiß Ermetheis die Grillhütte betrieben. Jetzt wird sie nur noch vermietet.

Die Teichanlage liegt leicht erhöht. Noch wird sie provisorisch von einem Bauzaun abgesichert. Dieser soll laut Ortsvorsteher Frank Metzler im August durch einen Staketenzaun ersetzt werden. Dieser werde sich gut in die Umgebung einfügen. Unweit des Teichs steht eine Sitzgruppe.

Manfred Dittmar und die Herren von der Teichbrigade: Werner Günther und Norbert Dietz.

Dort haben sich Werner Günther und Norbert Dietz niedergelassen. Die beiden Männer von der „Teichbrigade“ mähen das Gras rund um die Teichanlage und warten die Pumpen im Stillgewässer. Metzler würde gerne, bevor der neue Zaun kommt, mal mit einem kleinen Boot in den Teich und das Grünzeug am Ufer stutzen.

Ermetheis: Evangelische Kirche mit besonderer Orgel

Zurück zur Evangelischen Kirche geht es ein Stück auf dem Märchen- und Sagenweg „Chattenpfad“. Ursprünglich eine Wehrkirche, die den Bürgern Zuflucht bei Gefahr bot, wurde der Kirchturm erst später angebaut. In dem Gotteshaus steht eine historische Wilhelm-Orgel die vor drei Jahren saniert wurde, wie Sven Schulze, Mitglied im Kirchenvorstand, sagt.

Die Orgelbauerfamilie Wilhelm war eine aus Weißenbach im Werra-Meißner-Kreis stammende Familie von Orgelbauern. Im älteren Gebäudeteil gibt es Originalbalken, die 800 Jahre alt sind. „Wir versuchen, die Originalansichten zu erhalten“, sagt Schulze. Als nächstes Projekt plant der Kirchenvorstand die Sanierung der elektrischen Anlage für Licht und Glocken. (Christina Zapf)

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