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Hoffmann: „Das Artensterben ist längst vor unserer Haustür angekommen“

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Von: Maja Yüce

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Sind vom Artensterben betroffen: Fledermäuse. Vier der 24 heimischen Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht, so der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).
Sind vom Artensterben betroffen: Fledermäuse. Vier der 24 heimischen Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht, so der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). © nabu Hessen/Dietmar Nill

Dr. Bettina Hoffmann äußert sich zur 15. Weltnaturkonferenz und ihrer Bedeutung. Die Folgen der Klimakrise seien auch im Schwalm-Eder-Kreis spürbar.

Schwalm-Eder – Auch wenn die 15. Weltnaturkonferenz im weit entfernten Montreal in Kanada stattfindet – was dort noch bis heute verhandelt wird, betrifft auch den Schwalm-Eder-Kreis. „Das Artensterben ist längst vor unserer Haustür angekommen. Auch wenn uns selten bewusst wird, dass es immer weniger Insekten gibt“, sagt Dr. Bettina Hoffmann (Grüne, Niedenstein), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Die Anzahl an Fluginsekten sei seit 1989 um rund drei Viertel zurückgegangen. „Wo keine Blumen mehr blühen, wo die Böden sterben und Wald kein Totholz hat, da können auch keine Insekten leben. Wer weiß schon, dass die Vögel unserer Felder und Wiesen wie Rebhuhn und Bekassine bedroht sind?“, so Hoffmann. Leise sterbe auch die Waldfledermaus, wenn sie keine Baumhöhlen findet.

Dr. Bettina Hoffmann äußert sich zur Weltnaturkonferenz

„Was ist mit unseren Wäldern? Die Folgen der Klimakrise wie die Dürre zeigen ungeschönt, wie schlimm es um sie bestellt ist“, so Hoffmann. Dabei seien sie ein wichtiger Erholungsort für Menschen. Gesunde Böden und die Bestäubung der Pflanzen durch Insekten seien die Grundlagen für eine funktionierende Landwirtschaft und für die Ernährung der Weltbevölkerung.

Doch die Klimakrise sei für die Natur eine Belastung. Durch die Erderwärmung veränderten sich Lebensbedingungen schneller als sich Ökosysteme anpassen können. „Die Lage ist dramatisch. Eine ausgestorbene Art kann nicht wiederbelebt werden. Wir müssen sofort handeln“, so Hoffmann. Unter anderem müssten die Plastikvermüllung beendet und Schutzgebiete besser gemanagt werden. In Auen sollten Bäche und Flüsse wieder ihre natürliche Kraft entfalten.

Hoffmann betont, dass die Weltnaturkonferenz eine Trendwende einläuten soll: Verbliebene Natur soll geschützt, zerstörte Natur wieder hergestellt werden. Das letzte Abkommen (2010 in Japan) ist krachend gescheitert. Kein Ziel wurde erreicht. Das Artensterben wurde nicht gebremst. Deshalb soll diesmal die abschließende Vereinbarung möglichst verbindliche und messbare Ziele enthalten, die auch kontrolliert werden. (Maja Yüce)

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