Kindergärten sind rappelvoll: Niedenstein braucht eine schnelle Lösung

Niedenstein. Die Kindergärten in Niedenstein platzen aus allen Nähten: Die Rasselbande (112 Plätze für Kindergartenkinder und 20 Hortplätze) und die Arche Noah (75 Kinder von zwei bis sechs Jahre und 12 Krippenplätze) sind zurzeit voll belegt.

Deshalb wird die Stadt nun als Zwischenlösung - sie soll höchstens zwei Jahre gelten - eine zusätzliche, mobile Kindergartengruppe in der Rasselbande einrichten. Bei Bedarf soll sogar noch eine zweite dazu kommen. Das beschloss das Parlament einstimmig.

Gründe für die Platznot sind zum einen der Zuzug junger Familien, zum anderen die Auswirkungen des Kinderfördergesetzes. Das berechnet den Betreuungsschlüssel für Drei- bis Sechsjährige mit dem „Fachkraftfaktor“ 1,0, für unter Dreijährige mit dem Faktor 1,5 und für unter Zweijährige mit 2,5.

Diese rechnerische Kinderzahl überschreitet die genehmigten Plätze - und bedeutet zugleich, dass mehr Erzieherinnen benötigt werden. Deshalb werde die Stadt das Personal nach den Sommerferien aufstocken müssen, kündigte Bürgermeister Werner Lange an. Selbst wenn 30 Kindergartenkinder im Sommer in die Schule wechselten, entspanne das die Lage nicht - denn bislang sei der Nachwuchs der in Niedenstein lebenden Flüchtlingsfamilien noch nicht in der Planung berücksichtigt.

Der in privater Trägerschaft befindliche Waldkindergarten entlaste zwar die Situation ein wenig, ändere aber nichts an der Tatsache, dass die Stadt sobald wie möglich die „enorme und und komplexe Herausforderung“ annehmen und zusätzliche Räume schaffen müsse, sagte Lange.

Es sei erfreulich, dass die Nachfrage nach Plätzen so groß sei, waren sich Harald Kranz (SPD) und Jörg Warlich (Grüne) einig: Im Umkehrschluss bedeute das aber, dass die hohe Nachfrage die Stadt auch viel Geld kosten werde.

Jetzt soll der Magistrat die Entwicklung der Zahlen beobachten und einen Entwicklungsplan für die Kindertagesstätten vorlegen. Die jetzige Zwischenlösung bedeutet, dass „mobile Räume“ gemietet werden. Deren Vorteil: Sie können an den Betrieb der Kitas angebunden werden. Damit stehen alle Angebote wie der Kindergartenbus und die Mittagsverpflegung offen. Die kurzfristige Lösung sorgt dafür, dass

• die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen kann,

• Integrationskinder gut betreut werden können,

• Kapazitäten für Flüchtlingskinder und zudem Platzreserven geschaffen werden.

Der Bau einer neuen Kindertagesstätte sei nicht kurzfristig zu realisieren, sagte Lange. Die Kinderbetreuung aber, daran ließ er keinen Zweifel, sei die zentrale Aufgabe der Zukunft.

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