Reiteirn bildet Pferde selbst aus

Sie schnupperte Profi-Luft: Kirchbergerin bei Deutscher Meisterschaft im Islandpferde-Reiten

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Josefine Rösner mit ihren Isländern.

Kirchberg. Josefine Rösner aus Kirchberg liebt Pferde und das Reiten. Mit Pferd Flagari ist sie bereits Deutsche Juniorenvizemeisterin in der Fünfgangprüfung. Jetzt hat sie erstmals an der Deutschen Meisterschaft im Islandpferde-Reiten teilgenommen.

Josefine Rösner strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie von Flagari, Emmi, Rúbín und Columbus spricht. Es sind ihre vier Islandponys, die die 23-Jährige über alles liebt, selbst ausbildet und beinahe täglich reitet. In der Fünfgangprüfung – der „Königsdisziplin“ hat Josefine Rösner erstmals an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen, die in diesem Jahr in Kaufungen stattfand. Es war ihre Chance, bei einer Meisterschaft, in der laut Rösner fast nur Berufsreiter zu finden sind, Profiluft zu schnuppern.

„Es ist nicht leicht, bei Islandpferden auf den Punkt alle fünf Gänge abzurufen“, erzählt sie. Nicht jeder Isländer beherrscht neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auch die Schrittarten Pass und Tölt. Umso zufriedener ist Josefine Rösner mit ihrer Leistung. Auf Platz 50 von 80 Teilnehmern hat sie es in Kaufungen geschafft. „Es war einfach eine tolle Atmosphäre dort.“ Deshalb hat Josefine Rösner ein großes Ziel: Wieder an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen.

Zu ihrer Leidenschaft fand die Reiterin bereits in ihrer Kindheit. „Die Pferde waren schon immer da“, so Josefine Rösner, deren Großeltern selbst Islandpferde züchteten. Dennoch habe sie anfangs nur selten geritten – bis aus dem Hobby eine große Liebe wurde. Heute verbringt die Studentin der Germanistik und Soziologie jede freie Minute auf dem Hof ihrer Eltern in Kirchberg. Ihr 16-jähriges Turnierpferd Flagari reitet sie fünf Tage in der Woche, etwa eineinhalb Stunden sind die beiden dann gemeinsam unterwegs.

Gemeinsam in Aktion: Josefine Rösner bei einer Prüfung mit ihrem Pferd Flagari. Sie zeigen hier die Gangart Rennpass. 

„Er kennt schon alle nötigen Übungen. Dafür muss er umso mehr motiviert werden und viel Spaß am Training haben“, erzählt Josefine Rösner, die versucht, die Stunden für ihr Pferd so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Wenn das erledigt ist, kümmert sich die Studentin um ihre „Youngster“. Denn Rúbín und Emmi bildet Josefine Rösner selbst aus. „Einfach einen fertigen Isländer einzukaufen, ist bei mir nicht drin. Ich möchte das selbst machen.“ Auch wenn die Ausbildung eines Isländers Jahre dauere. „Isländer reitet man erst mit vier bis fünf Jahren ein“, sagt die 23-Jährige. Seien sie für den Turniersport vorgesehen, seien sie erst mit elf Jahren auf ihrem Zenit.

Machbar ist all das aber auch, weil sie die Unterstützung ihrer Familie erhält. Da müssen fünftägige Turniere organisiert, die Haltung bezahlt oder die Pferde zum Training nach Kaufungen gefahren werden. „Man muss sich wirklich gut absprechen, aber meine Familie ist für mich da“, sagt Josefine Rösner.

Trotz all der Anstrengung, neben Studium und Nebenjob auch noch vier Pferde zu reiten und auszubilden, soll die Reiterei nur ein Hobby für Josefine Rösner bleiben. Was sie nach dem Studium einmal beruflich machen möchte, lässt sie sich noch offen. Eines aber weiß Josefine Rösner ganz genau: „Die Pferde sind bindend. Sie bestimmen mein Leben.“

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