Initiative fordert bessere Radwege

Mehr Sicherheit für Radler: Initiative bringt in Niedenstein Bürgerbegehren auf den Weg

Ein Fahrradfahrer fährt über einen Radweg, im Vordergrund steht ein Schild, das auf den Radweg hinweist.
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Bessere Radwege, die vor allem sicher und durchgängig zu anderen Orten führen, wünscht sich die Niedensteiner Initiative.

„Wenn man in Niedenstein Fahrrad fahren will, stößt man schnell an seine Grenzen“, sagt Jakob Glück. Das wollen er und Sigfried Schäfer nicht länger hinnehmen. Sie haben eine Initiative gegründet, die den Bau von Radwegen in der Chattengaukommune fordert – und gleichzeitig der Stadt Unterlagen zu einem Bürgerbegehren für den Radwegebau übergeben.

Niedenstein - Seit vielen Jahren bereits gebe es in der Stadt immer wieder Versuche, die Radwege in der Stadt auszubauen und den Verkehr für Fahrradfahrer sicherer zu machen. Passiert sei bisher nichts, sagen Jakob Glück und Sigfried Schäfer. „Doch wir denken, dass Radwege sehr wichtig sind.“ Sie fordern deshalb, Niedenstein bis zum Jahr 2023 zu einer fahrradfreundlichen Stadt umzugestalten.

Konkret wünschen sich die Initiatoren neben sicheren innerstädtischen Wegen für Radler auch eine Anbindung an die umliegenden Kommunen. Darüber hinaus sollen geschützte Abstellplätze geschaffen werden – an Orten des öffentlichen Lebens. „Man muss viele Feldwege nutzen, die besonders in dieser Jahreszeit schnell schlammig sind“, sagt Glück. Mit dem Fahrrad nach Kirchberg zu gelangen, bezeichnet er als schwer, Metze und Besse zu erreichen gar als „Katastrophe“. „Das geht im Jahr 2020 nicht mehr.“ Supermärkte, Schulen, Freizeiteinrichtungen sollen besser und sicherer erreichbar sein, so das Ziel der Initiatoren.

Bei ihren Recherchen hätten sie herausgefunden, dass Vorplanungen für Radwege zu 100 Prozent von Hessen Mobil gefördert werden. Eine Umsetzung ihrer Forderung sei damit auch für die Stadt attraktiv, finden Glück und Schäfer. Ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen, um ihre Forderungen durchzusetzen, ist ein hartes Mittel. Das ist Glück und Schäfer bewusst. Sie gehen sogar einen Schritt weiter und sagen: „Es ist unser letztes Mittel.“

Viele solcher Begehren scheitern schnell an formalen Fehlern. Die beiden Niedensteiner haben sich deshalb rechtlich beraten lassen, um ihr Begehren auf den Weg zu bringen. Ihre Forderungen stehen deshalb auf „festen Füßen“, da sind sie sich sicher. Die Initiative musste ihre Forderungen im Bürgerbegehren so formulieren, dass sie mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind. Beim Niedensteiner Radentscheid lauten sie wie folgt: Sind sie dafür, dass die Stadt Niedenstein

- die Radwege ausbaut, um die Stadtteile zu verbinden,

- familien- und kindgerechtes Fahrradfahren ermöglicht,

- die Attraktivität des Radfahrens steigt, indem nachfolgende Ziele umgesetzt werden?

Etwa 439 Unterschriften brauchen die Initiatoren, damit die Stadt das Bürgerbegehren vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung zulassen muss. Dann hat die Verwaltung die Möglichkeit, die Forderungen umzusetzen oder sie in einen Bürgerentscheid zu überführen. Auf Stimmenfang können die Initiatoren allerdings erst gehen, wenn das Vorhaben von der Stadt geprüft wurde. Die Initiatoren sind per Mail unter info@radwege-niedenstein.de erreichbar. (Chantal Müller)

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