Blühwiesen für ein schönes Dorf 

Starke Frauen in Metze: Gruppe sucht Verstärkung für neuen Dorfgarten

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Bereit zum Einsatz: Die Flower-Power-Gruppe mit vorne Gärtnermeisterin Stefanie Naumann, hinten von links Caroline Kugler, Carmen Herrmann, Silke Banze, Irmhild Georg und Sabine Wackerbarth. 

Aus einem ungenutzten Grundstück wollen Frauen des Geschichts- und Heimatvereins in Metze ein Blumenparadies machen. Dafür gab es 3800 Euro aus dem Landesprogramm "Starkes Dorf".

Sie nennen sich die Flower-Power-Gruppe und sie haben eine Mission: Es soll bunt werden in Metze. Zehn Frauen vom Geschichts- und Heimatverein Metze wollen ein ungenutztes Grundstück im alten Dorfkern in einen prächtigen Garten verwandeln. Die dort heranwachsenden Pflanzen schmücken in Zukunft öffentliche Plätze in ganz Metze. Für dieses Projekt gab es kürzlich Geld vom Land Hessen: rund 3800 Euro aus dem Programm „Starkes Dorf“.

Angefangen hatte alles vor etwa einem Jahr, als sich die Gruppe um Gärtnermeisterin Stefanie Naumann formierte – fest entschlossen, ihren Ort zu verschönern. Wo vorher triste Grasflächen waren, tauchten auf einmal immer mehr Blühflächen auf, wie etwa am Friedhofseingang oder Blumen, die scheinbar aus alten Stühlen wachsen. Mit dem Geld vom Land kann der Dorfgarten nun bepflanzt werden.

Aus Alt mach Neu: Stefanie Naumann mit einem der blühenden Stühle, die es in Metze zu sehen gibt. 

„Garten bedeutet Lebensqualität, den Kopf freikriegen, Kreativität“, für die Frauen ist die Arbeit mit Pflanzen aus ihrem Leben nicht wegzudenken.

Neue Projekte mit dem Dorfgarten gibt es je nach Wetterlage ab dem Herbst, sagt Nauman. Vor allem verunkrautete Verkehrsinseln seien vielen ein Dorn im Auge. Sie könnten mit etwas Erfindungsreichtum zu kleinen Gärten werden. „Wir freuen uns auch über Ideen von Metzer Einwohnern.“ 

Nicht nur Sommerblumen werden an öffentlichen Plätzen verteilt, sondern auch mehrjährige Stauden. Salbei, Lavendel, Gaura – die Pflanzen dürfen nicht zimperlich sein. „Sie müssen die zunehmende Dürre ertragen, die Hitze, die durch die Sonneneinstrahlung auf den Asphalt entsteht aber auch das Salz beim Winterstreuen“, erklärt die Gärtnermeisterin.

Insektenhotel beim Dorfgemeinschaftshaus 

Salbei müsse man nicht jede Woche gießen und die Gaura biete in ihrer langen Blütezeit viel Nektar für Insekten. „Steingärten sind der absolute Horror“, sind sich alle Flower-Power-Mitglieder einig. „Welche Biene kann von Steinen leben?“, bringt es Irmhild Georg auf den Punkt. Die Frauen setzen sich auch gegen das Bienensterben ein. Eine Blühfläche und ein Insektenhotel stehen vor dem Dorfgemeinschaftshaus bereit. „Das Richtfest gab es schon, auch wenn die Zimmer noch nicht ganz bezugsfertig sind“, sagt Naumann und lacht.

Um das Dorfgarten-Projekt zu starten, muss zunächst erst mal die Fläche vorbereitet werden, ohne das geht es nicht. „Es ist sehr verunkrautet, außerdem muss neue Erde eingebracht werden“, sagt Naumann.

Rekordhitze sorgte für Probleme 

Die Rekordhitze im vergangenen Jahr stellte die Frauen vor große Herausforderungen. „Manchmal mussten wir täglich gießen.“ Das Wasser kommt bislang aus einem großen Wasserfass. Viele Tausend Male trugen sie, auch mithilfe von Männern, von dort aus Wasser in Gießkannen zu ihren Blühflächen – „ein bisschen Bodybuilding nebenbei“, scherzt Georg. Der Traum: Ein mobiles Bewässerungssystem, wobei mit einer Pumpe die Blühflächen besprenkelt werden.

Die Gruppe trifft sich etwa einmal pro Woche und sucht noch Metzer mit grünem Daumen. „Wir können gar nicht alles allein schaffen.“ Pflanzen und das Know-How stellen sie zur Verfügung. Verstärkung wird von der Waldkita kommen, wenn die Kinder im Dorfgarten Kräuter und Blumen säen. Ideen gibt es viele, so könnten die tristen Flächen rund um das DGH und die Hauptstraße dauerhaft zum Blumenparadies werden.

Der Dorfgarten soll damit auch zu einem neuen Treffpunkt für alle werden. Davon gibt es in Dörfern immer weniger, sagt Georg. „Es bleibt eigentlich nur noch die Kirche und der Friedhof.“ Für die Flower-Power-Gruppe ist auf jeden Fall klar: Die Freundschaften, die in der Gruppe entstehen, sind ein super Bonus.

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