1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Niedenstein

633 Kröten in Metze gerettet – Kinder haben Krötenretter-Ausweis bekommen

Erstellt:

Von: Cora Zinn

Kommentare

Auf dem Foto sind zwei Jungen zu sehen.
Haben erfolgreich Kröten gerettet: Hannes Schröck (6, links) und Len Heerdt (8) aus Metze. © Inga Sandgaard-Heerdt

In Metze sind auch in diesem Jahr wieder Kröten gerettet worden. Wir ziehen eine Bilanz.

Metze – Bei der Krötenschutz-Aktion in Metze ist ein beachtliches Ergebnis herausgekommen: 633 Kröten sind im Frühjahr gerettet worden. „Im letzten Jahr waren es um die 300 Kröten“, sagt Inga Sandgaard-Heerdt aus Metze. Sie gehört zum ehrenamtlichen Organisationsteam und zog ein Fazit.

Wo standen die Zäune? Die beiden 500 Meter langen Zäune wurden an der Landstraße und der Verlängerung des Eichenweges aufgebaut. Besonders dabei: Sie standen auf der Fläche der Landwirte. „Das ist nicht selbstverständlich, dass wir den Zaun dort aufbauen durften und dann auf dem Feld herumgelaufen sind. Dafür sind wir den Landwirten sehr dankbar“, sagt Sandgaard-Heerdt. Auch fand sie es toll, dass die Kröten einen Platz zum Laichen in den Teichen auf dem nahen Privatgrundstück gefunden haben und dort geduldet werden. Auch das sei nicht selbstverständlich.

Sind nur Kröten gerettet worden? Nein. Auch 27 Molche haben den Weg vom Eimer zum Teich in Metze gefunden, wo sie in Sicherheit weiterleben – oder weiterziehen können. An einem Tag hat das „Team Kröte“ insgesamt 118 Tiere gerettet. „Das war beachtlich“, sagt Sandgaard-Heerdt.

Wer hat mitgeholfen? Das Organisationsteam besteht erst mal aus Sandgaard-Heerdt und Christine Glück. „Glück hat sich um die Absprache mit dem Regierungspräsidium Kassel und der Oberen Naturschutzbehörde gekümmert“, sagt Sandgaard-Heerdt. Sie übernimmt die Planung der Dienste, die Einteilung, wer an welchem Morgen schaut, wie voll die Eimer sind und die Pressearbeit. Neben den beiden gibt es viele Ehrenamtliche.

Wie lief die Organisation ab? „Die Dorfgemeinschaft und das Engagement der Metzer sind super“, sagt Sandgaard-Heerdt, die mit ihrem Mann und den zwei Söhnen in Metze wohnt. Die Organisation der Dienste lief über eine Whatsapp-Gruppe. Die Absprache habe gut geklappt.

Was ist bei Kröten zu beachten und welche Merkmale haben sie? Die größeren Kröten sind die Weibchen, die Männchen sind kleiner. Das hatten die fleißigen, jungen Helfer auch schnell raus. Oft sei es passiert, dass zwei Kröten übereinander im Eimer lagen. Dann krallten sich die Männchen an den Weibchen fest. „Sie lassen sich von ihnen tragen“, sagt die 42-Jährige und lacht. Zudem sind Kröten verschieden farblich: Es gibt hellere und dunklere sowie Kröten mit mehr Warzen oder weniger.

Findet die Aktion auch im nächsten Jahr statt? Ja, so ist es geplant. Auch 2023 soll es die Krötenschutz-Aktion in Metze wieder geben. „Die Kinder freuen sich jetzt schon drauf“, sagt Sandgaard-Heerdt. Alle fleißigen Helfer bekommen einen Krötenretter-Ausweis, mit dem sie überall stolz zeigen können, dass sie Tiere gerettet haben. (Cora Zinn)

Auch interessant

Kommentare