Einwohner pflegen gemeinschaftlich 50 neue Obstbäume

Metzer erhalten alte Sorten

Ein Paar steht vor einem frisch gepfanzten Baum, die Frau trägt ein Kleinkind auf der hüfte.
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Stolz auf den selbst gepflanzten Baum: Marcel und Tamara Wippel mit Sohn Johann.

Metze – Dass Umweltschutz in der Gemeinschaft nicht nur nützlich ist, sondern auch Freude bereiten kann, das haben viele Metzer Familien bei der Aktion „50 Obstbäume für Metze“ erfahren. Sie machen sich stark für die vor fast 100 Jahren angelegten Obstbaumalleen, die auf Wegen am Rande des Ortes liegen und einst die Bewohner der Dörfer mit Obst versorgten.

Im Laufe der Zeit entstanden in diesen Alleen aber viele Lücken, und die nehmen sich die Metzer nun vor. Ziel ist zum einen, den Alleen ihren ursprünglichen Charakter wiederzugeben. Zum anderen soll die Tradition des Pflanzens und Pflegens von Obstbäumen erhalten werden beziehungsweise wieder aufleben. Außerdem hat sich die Flower-Power-Gruppe zur Aufgabe gemacht, die Dorfgemeinschaft zu stärken.

Coronabedingt mussten die Familien einzeln, zeitversetzt und auf Abstand pflanzen, dennoch aber gemeinschaftlich, sagt Stefanie Naumann, Initiatorin und Spartenleiterin der „Flower Power“, die Teil des Metzer Geschichts- und Heimatvereins sind. Sie hat noch weitere Aktionen rund um die alten und neuen Metzer Obstbäume geplant, die von der Pflege über die Ernte bis hin zum Bau von Nistkästen und dem Angebot von Obstbaumschnittkursen reichen. Alt und Jung, Zugezogene und Alteingesessene sollen so zusammenkommen.

Insbesondere junge Familien und Neumetzer hätten damit die Chance, sich in die Gemeinschaft zu integrieren und sich mit Metze zu identifizieren. Gleichzeitig werde der Umweltgedanke in den Generationen weitergetragen und der lokale Umweltschutz gefördert. „Es war eine tolle Aktion, und wir hatten viel mehr Interessierte als Bäume“, resümiert die Metzerin, für die Umweltschutz längst zur Passion geworden ist. Dass alles so gut lief, lag auch an der guten Vorbereitung. Schon Tage vor der Pflanzaktion hatten alle Baumpaten eine Pflanzanleitung per Video erhalten und konnten so alle ihren Baum fachgerecht pflanzen. Finanziert wurde die Aktion mit Unterstützung des Förderprogramms „Regionalbudget“ der Leader-Regionen Casseler Bergland und der KulturLandschaft HessenSpitze.

Von Sascha Hoffmann

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