Es sind noch Plätze frei 

Nach drohender Schließung: Niedensteiner Waldkita bleibt erhalten 

Sie starteten den Aufruf, um ihren Waldkindergarten zu retten: (hinten von links) Diana Barthel, Eva Huber, Matthias Barthel,(vorne von links) Cornelius Kusber (2), Luisa Kusber, Kiran Barthel (6), Enya Barthel (4) und  Sam Huber (2).
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Sie starteten den Aufruf, um ihren Waldkindergarten zu retten: (hinten von links) Diana Barthel, Eva Huber, Matthias Barthel, (vorne von links) Cornelius Kusber (2), Luisa Kusber, Kiran Barthel (6), Enya Barthel (4) und  Sam Huber (2).

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, den die Eltern von der Waldkita  nur knapp gewonnen haben. Ein Kasseler Erzieher übernimmt nun die Leitung und bringt neue Ideen. 

Monatelang bangten die Eltern um ihr Paradies, die Kita inmitten der Natur. Dessen Gründer hatte nach einer Erkrankung die Geschäfte nicht mehr weiterführen können. Mit Joachim Rose als privatem Träger kann der Kindergarten nun erhalten bleiben.

Seit Oktober vergangenen Jahres waren die Eltern auf der Suche nach einem Nachfolger. Gemeinsam hielten sie den täglichen Betrieb aufrecht, doch ohne einen neuen Träger hätte die Kita im Januar geschlossen werden müssen.

„Ich bin dankbar, dass die Eltern so lange durchgehalten haben“, sagt Joachim Rose. Die Kita und dessen Gründer Güntherdieter Fricke hatte er bereits vor Jahren kennengelernt. Erst im Dezember habe er durch einen HNA-Bericht von der dringlichen Lage erfahren. Für ihn sei sofort klar gewesen: „Das will ich machen.“

Zurzeit arbeitet der Erzieher in einer Kasseler Kindertagesstätte, ab dem 1. März wird er die Leitung in Niedenstein übernehmen. Bis dahin läuft dort der Betrieb eingeschränkt. „Es geht definitiv weiter“, sagt Rose. Aufgrund der langen Unsicherheit hatten einige Eltern ihre Kinder abgemeldet, sodass zurzeit wieder acht Plätze frei sind. Schnuppertage sollen Familien demnächst einen Einblick in den Kindergarten ohne Wände und Türen geben.

Ein Neuanfang: Der Kasseler Erzieher und Gründer einer Naturschule für Umwelt- und Wildnispädagogik, Joachim Rose, wird die Leitung der Niedensteiner Waldkita übernehmen.

„Das ist ein absoluter Neuanfang für mich“, sagt der 44-Jährige, der zum ersten Mal eine Kita leiten wird. Damit trage er eine hohe Verantwortung für die Mitarbeiter. „Es war eine freudige Nervosität“, beschreibt der gebürtige Hamburger seine Gedanken, als alle Verträge unter Dach und Fach waren.

An seinem künftigen Arbeitsplatz im Wald gefällt ihm vor allem die Ruhe. Er betont: „Ich werde nicht mit einem Bulldozer ankommen und alles niederwalzen, sondern das, was jahrelang aufgebaut wurde, bewahren.“ Doch er bringt auch frische Ideen mit.

Vor sechs Jahren gründete der Kasseler die Naturschule Natourijo mit dem Schwerpunkt Umwelt- und Wildnispädagogik. „Ziel der Schule ist, durch eigenes Erleben Zugang zum Wald zu schaffen.“ Geplant sei, gelegentlich den großzügigen Platz um die Waldkita herum auch für die Outdoorschule zu nutzen. In Seminaren könnten Erwachsene beispielsweise über das Leben in der Wildnis, Wildkräuter oder Feuer lernen. Auch Ferienprogramme während der Schließungszeiten der Kita kann sich Rose gut vorstellen. Die Lehrinhalte aus der Naturschule möchte er auch in den Kindergartenalltag einfließen lassen.

„Ein Ziel ist vor allem die Ganztagsbetreuung“, sagt Rose. Die möchte er innerhalb eines Jahres erreichen und an den Bedarf der Eltern anpassen.

Kontakt: Joachim Rose, unter Tel. 0172/ 566 63 95 oder per E-Mail j.rose@natourijo.de

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