Stadt will Kinder schützen

Nach Seigertshäuser Teichprozess: Niedenstein zäunt Gewässer ein

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Spielplatz und Teich liegen nah beieinander: Das Gewässer an der Freizeitanlage „Schöne Aussicht“ in Niedenstein wurde gestern eingezäunt.

Die Stadt Niedenstein zieht die Notbremse: Um Kinder vor Gefahren zu schützen, hat die Kommune ihre beiden Teichanlagen in Niedenstein und Ermetheis eingezäunt. 

Dass vor vier Jahren in Seigertshausen drei Kinder beim Spielen in einem Teich ertrunken sind und Bürgermeister Klemens Olbrich in diesem Jahr wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde, hat nun erste Folgen im Kreisteil Fritzlar-Homberg: Die Stadt Niedenstein hat damit begonnen, ihre Teiche einzuzäunen. Davon betroffen sind die Freizeitanlage „Schöne Aussicht“ und die Teichanlage in Ermetheis.

Die beiden Anlagen sind ein beliebter Aufenthaltsort – für Kinder, Jugendliche, Spaziergänger und Hundebesitzer. Besonders das Freizeitgelände „Schöne Aussicht“ in Niedenstein sei wegen des Spielplatzes, der sich in unmittelbarer Nähe eines Teiches befindet, gut frequentiert, berichtet Rathaussprecherin Martina Junghans. Auch an der Teichanlage im Stadtteil Ermetheis seien immer wieder viele Einheimische unterwegs.

Die gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre, die Tatsache, dass immer weniger Kinder schwimmen könnten und der Teichprozess hätten dazu beigetragen, dass die Stadt nun das Gefährdungspotenzial der Teiche noch einmal hat überprüfen und neu bewerten lassen. Übernommen wurden die Arbeiten vom Kommunalversicherer GVV, der über Sicherungsmöglichkeiten berät. Diese Überprüfung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Doch durch die Beschaffenheit des Gewässers in Ermetheis und der Freizeitanlage „Schöne Aussicht“ seien Magistrat und Ortsvorsteher zu dem Ergebnis gekommen, die Teiche zu sichern. Und zwar sofort, berichtet Junghans. Aus diesem Grund wurden gestern provisorische Sicherungen durch Bauzäune umgesetzt.

Diese sollen solange bestehen bleiben, bis die Überprüfung der Niedensteiner Gewässer beendet und langfristige Sicherungsmöglichkeiten umgesetzt wurden, teilt die Stadt weiter mit. Die Bauzäune seien eine Übergangslösung, betont die Stadt. Sie werden „je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung durch eine dauerhafte Lösung ersetzt“. Ziel sei, Kinder und Jugendliche zu schützen. 

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