Nach Wahlsieg: Frank Grunewald im Interview

Gut gelaunt in die Zukunft: Niedensteins neuer Bürgermeister Frank Grunewald zeigt, wo’s langgeht. Er wird baldmöglichst mit der Arbeit für die Stadt beginnen. Foto: Eberlein

Niedenstein. Tag eins nach der Wahl: Frank Grunewald, mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister von Niedenstein gewählt, ist früh unterwegs.

Er klebt „Danke“-Aufkleber auf seine Wahlplakate.

HNA-Redakteurin Ulrike Lange-Michael sprach mit ihm und fragte nach Gefühlslage und Plänen.

Das war ein überzeugender Sieg. Wie fühlen Sie sich heute?

Grunewald: Mir geht es so gut wie seit dem letzten erfolgreichen Marathonlauf 2009 nicht mehr. Die letzten eineinhalb Wochen seit dem HNA-Lesertreff waren echt aufregend. Man kann sich selbst so schlecht einschätzen

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie das Ergebnis erfuhren?

Grunewald: Ich habe zuhause das Ermetheis-Ergebnis erfahren und dachte: Das kann doch nicht der Trend sein! Gewartet habe ich, bis ich den Jubel aus dem Bürgertreff hörte und wusste: Das ist mein Jubel. Etwa 20 Minuten habe ich gezittert.

Sie sagten, die Arbeit beginne für Sie direkt nach der Wahl. Was haben Sie vor? 

Grunewald: Zunächst Danke sagen: Meine Tochter Lena und ich kleben heute 160 Aufkleber auf die Plakate. Am Abend bin ich eingeladen zur Besprechung im Rathaus, wie die Amtsübergabe aussehen soll. Außerdem fange ich an, die 100 Kärtchen von Niedensteinern zu analysieren und Themen herauszuarbeiten, von Hallenbad bis Hundeklo. Das will ich im Internet präsentieren.

Ein neuer Politikstil wurde für Niedenstein angekündigt. Wie soll der aussehen? 

Grunewald: Am Montagabend tagt der Koalitionsausschuss von SPD und FWG, da gehörte bisher der Bürgermeister dazu. Das wird künftig nicht automatisch so sein. Es sei denn, ich werde von einer Fraktion dazu eingeladen. Zudem wird es keine Fraktionssitzungen im Rathaus mehr geben, die Beschlussvorlagen wird die Verwaltung erarbeiten und allen Fraktionen zeitgleich zur Verfügung stellen. Zudem möchte ich die Ortsbeiräte stärker einbinden und eventuell in allen Ortsteilen die Gesprächsrunden mit den Bürgern wiederholen.

Sie wurden von der FWG und der CDU unterstützt. Hat das Auswirkungen auf die Arbeit mit den Stadtverordneten? 

Grunewald: Nein, das hat keinerlei Auswirkungen auf meine Arbeit. Alle Fraktionen werden gleich behandelt. Ohnehin sind mindestens 50 Prozent der Arbeit eines Bürgermeisters Verwaltungsaufgaben, etwa Mitarbeiterführung, nur 30 Prozent Kommunalpolitik. Man muss auch mit wechselnden Mehrheiten arbeiten können.

Ziehen Sie bald um? 

Grunewald: Ja. Meine Frau und ich suchen jetzt nach einem Domizil in Niedenstein.

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