Turmfalken sorgen für Nachwuchs im Metzer Lernort Eulennest

Premiere in Niedenstein: Turmfalken brüteten im Metzer Lernort Eulennest

Lachender Mann steht vor ausgestopften Vögeln
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Lernort für Umwelt und Natur: Bernd Gelpke im Metzer Eulennest.

Warum Eulen nach Athen tragen, fragte sich Bernd Gelpke. Jeden Tag blickte er auf das zerfallende alte Feuerwehrhäuschen in Metze, das er wieder aufhübschen wollte. Schnell fanden sich Gleichgesinnte, mit denen das Gebäude restauriert werden konnte. Heute steht es unter Denkmalsschutz und dient als „Eulennest“ als Lernort für Umwelt und Natur. Im Turm, wo einst die Schläuche getrocknet wurden, befindet sich heute ganz oben ein Eulennistkasten. In diesem Frühjahr brütete dort erstmals ein Turmfalkenpärchen fünf Eier aus. Seit kurzer Zeit ist das Nest verlassen.

Jeden Tag fressen die Vögel mindestens eine Maus. Wie Hubschrauber stehen sie im Rüttelflug in der Luft, um die Urinstreifen der kleinen Nager auf dem Boden im scharfen Blick zu behalten. Eulen und Falken bauen keine Nester, sie nutzen Vorhandenes. Deshalb erwartet Gelpke mit Spannung das nächste Jahr und Paar.

Paare finden sich auch in der ausgebauten Feuerwehrgarage. Als Außenstelle des Standesamtes Niedenstein finden hier romantische Trauungen statt. Munter plätschert dazu ein Bächlein mit dem Namen: Rhein. Von größter Bedeutung ist aber, dass im „Eulennest“ die Zukunft stattfindet. Schon lange trifft sich hier alle zwei Wochen die „Waschbären-Gruppe“. Seit Beginn an seien es dieselben Kinder, berichtet Gelpke. Das spricht für die gute Anleitung durch ihn.

Kinder erfahren vieles über Hummeln, Fledermäuse, Eichen, Kräuter und natürlich Eulen. Sie haben neben dem Spritzenhaus gezeltet und bei Regen hölzerne Schmetterlinge gebastelt. Sobald es wieder möglich ist, soll es einen Ausflug zum Planetarium in Kassel geben.

Doch das „Eulennest“ wird nicht nur von Einheimischen frequentiert. Es kommen auch Gruppen zu Besuch nach Metze: Darunter die Kinder-Uni und der Waldkindergarten aus Naumburg. Der Lernort wird so gut angenommen, dass inzwischen eine zweite Gruppe gegründet werden konnte, berichtet Gelpke. Inga Sandgaard-Heerdt und Eike Löber haben die Betreuung übernommen. Doch noch mehr Kinder wollen mitmachen.

Wer sein Naturwissen weitergeben will und im Metzer „Eulennest“ mitarbeiten möchte, sollte sich bei Bernd Gelpke unter Tel. 0 56 03/26 81 melden. Durch das Engagement vieler entstand in Metze ein richtungsweisendes Kleinod. Da gab es wohl den weisen Rat der Eule. Doch nun herrscht Ruh’ und der Uhu macht die Fenster zu.

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