Alte Arten sollen erhalten werden

Neue Obstbäume für Metze: Initiative will mit Einwohnern pflanzen

Stefanie Naumann tackert an einem Feldweg ein Schild für die Obstbaum-Initiative an einen Pfahl.
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Für jeden Pfahl ein Schild: Stefanie Naumann tackert an einem Feldweg ein Schild für die Obstbaum-Initiative an einen Pfahl.

Die Metzer Obstbaumbestände sind weit über 80 Jahre alt. Damit nachfolgende Generationen auch weiterhin von leckeren Äpfeln, Birnen und Zwetschgen profitieren können, hat die Flower-Power-Gruppe um Stefanie Naumann (Foto) ein neues Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft sollen 50 neue Obstbäume an den Feldwegen des Niedensteiner Stadtteils gepflanzt werden.

Metze - Altes erhalten und Neues wachsen lassen: Während die Metzer Flower-Power-Gruppe in der Regel eher kleinere Flächen im Niedensteiner Stadtteil zum Erblühen bringt, hat sich die Gruppe um Gärtnermeisterin Stefanie Naumann nun ein Projekt vorgenommen, bei dem ordentlich Muskelkraft nötig ist. Gemeinsam mit Familien, mit Kindern und Menschen, die sich einbringen wollen, wollen die Frauen 50 neue Obstbäume rund um Metze pflanzen.

Wer aufmerksam durch Metze läuft, auf dem Feldweg nach Kirchberg spaziert oder auf dem sogenannten Sportplatzweg Richtung Ermetheis entlang schlendert, der kann sie vielleicht schon entdecken: Überall dort, wo zwischen alten Obstbäumen eine Lücke entstanden ist, stehen Pfähle mit einem kleinen Hinweis. „Hier wird ein Obstbaum gepflanzt!“, heißt es dort. 50 Stück davon hat die Flower-Power-Gruppe auf fünf Feldwegen rund um Metze verteilt – jedes kleine Schild versehen mit einer Zahl.

Jeder dieser Pfähle ist ein Ort, an dem von Herbst an ein neuer Obstbaum wachsen soll. Apfel, Birne, Zwetschge – sie alle sollen gemeinsam in die Erde gebracht werden. „Wir wollen das mit Menschen machen, die sich für ein Leben auf dem Dorf entschieden haben. Die Bäume sollen mit den Familien wachsen“, sagt Stefanie Naumann. Ziel sei es, gemeinsam alte Obstbaumbestände zu erhalten und Verantwortung zu übernehmen. Denn wer sich entscheidet, mit den Frauen der Flower-Power-Gruppe einen Baum zu pflanzen, übernimmt eine Art Patenschaft. „Aber auch andere sollen die Arbeit ihrer Mitmenschen achten“, sagt Naumann.

So will die Initiative die Metzer wieder für eigenes Obst begeistern. Nur noch wenige hätten im eigenen Garten überhaupt Platz, einen großen Obstbaum zu pflanzen, erklärt Naumann. Und die Bäume, die künftig an den Metzer Feldwegen wachsen sollen, haben mit einer Stammhöhe von 1,80 Metern eine stattliche Größe. Das Projekt der Gruppe wird mit knapp 2000 Euro vom Regionalbudget Region Kassel-Land gefördert. Gemeinsam mit dem Lernort Eulennest sollen Kinder die Pfähle bunt gestalten.

Weil die Wurzeln laut der Gärtnermeisterin im Herbst besser angehen als in den immer trockener werdenden Frühjahren, soll es im Oktober mit der Pflanzung losgehen: Wer auf seinem Spaziergang einen Pfahl entdeckt hat, kann sich den Pflanzort unter Angabe der darauf zu findenden Nummer reservieren lassen. „Unter Anleitung wird dann fachgerecht gemeinsam gepflanzt“, sagt Naumann.

Wer mitmacht, muss Löcher graben, diese mit einem Drahtgeflecht gegen Wühlmäuse auslegen und zwei Pfähle zum Schutz der Bäume anbringen. Anschließend werde ein Pflanzschnitt vorgenommen, damit sich die Krone aufbauen kann. Und es wird gegossen, gegossen, gegossen. Welche Obstsorten genau künftig an den Feldwegen in Metze wachsen werden, stehe noch nicht fest. Klar aber ist: „Wir wollen alte Sorten nehmen, die in der Gegend gut zurechtkommen“, findet Naumann.

Kontakt: Wer einen Obstbaum pflanzen möchte, kann sich bei Stefanie Naumann per Mail an steff.naumann@gmx.de melden und die Ziffer angeben, die am Pfahl angebracht wurde. (Chantal Müller)

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