Nutzer können ihren Lieblings-Märchenwanderweg wählen

Mit diesem Routenplaner aus Nordhessen entdecken Wanderer die schönsten Routen

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Steile Hänge über dem Edersee: Die Kahle-Hardt-Route

Die Mitarbeiter der Niedensteiner Agentur Cognitio sind Wander-Fans. Nun haben sie eine Plattform plus App entwickelt, mit der man perfekte Routen planen und den schönsten Weg der Region wählen kann.

Lutz Schmithausen konnte gar nicht anders als zu wandern. Der 35-Jährige ist im Schwarzwald aufgewachsen, hat Geografie studiert und lebt nun in Kassel, wo die Berge zwar nicht so hoch sind wie im Süden, aber ebenfalls ein großes Wanderparadies bilden. Schmithausen arbeitet als Experte für Tourismusmarketing in der Niedensteiner Agentur Cognitio, die unter anderem den Habichtswaldsteig konzipiert und umgesetzt hat. Sein Chef Andreas Hoffmann ist ebenfalls begeisterter Wanderer. "Wir kennen jeden einzelnen Trampelfpad in der Region", versichert Schmithausen.

Schlicht und schön: Die Plattform Wikiwalk.

Es stimmt also, wenn er über das neue Cognitio-Projekt Wikiwalk sagt: "Von Wanderern für Wanderern." Mit vier Kollegen hat Schmithausen eine umfassende Online-Plattform plus App für Wanderer entwickelt, mit der man Routen entdecken und planen sowie Unterkünfte buchen kann. Anders als bei Anwendungen wie Komoot gibt es bei Wikiwalk jedoch nur zertifizierte Wanderwege, die die Betreiber auf der Plattform einstellen. Wer die Routen abgeht, muss keine Angst haben, irgendwo im Nichts zu landen.

Jeder der derzeit 250 Wege wird kurz beschrieben, die Routen kann man im KML- und GPX-Format herunterladen und in der App bequem offline nutzen, so dass man auch im Funkloch navigieren kann. Zudem haben Wanderer die Möglichkeit, die Wege im Wiki zu bewerten. "So gibt es nicht nur geschönte touristische Texte", versichert Schmithausen.

Das alles ist anders als bei Komoot, wo man einzelne Karten oder das Gesamtpaket kaufen muss, kostenlos. Nicht einmal eine Registrierung ist nötig. Wikiwalk ist so etwas wie das Wanderparadies fürs Smartphone. Lediglich ein bisschen Werbung muss der Nutzer in Kauf nehmen. Für die zwölf Mitarbeiter der Agentur ist das "ein Leidenschaftsprojekt neben dem Alltagsgeschäft", sagt Schmithausen.

Potenzielle Nutzer müsste es genügend geben. Laut Deutschem Wanderinstitut gibt es einen Wanderboom. Seit den Bestsellern von Prominenten wie Hape Kerkeling und Manuel Andrack gilt Wandern als cool, auch wenn andere Statistiken keinen Zuwachs an Wanderern ausweisen, wie der Wanderpapst Rainer Brämer uns im Interview sagte.

Lutz Schmithausen

Wikiwalk richtet sich vor allem an Genusswanderer. Die bewältigen nicht den gesamten, fast 68 Kilometer langen Urwaldsteig rund um den Edersee, sondern lieber Touren, bei denen man "zwei bis drei Stunden genüsslich durch den Wald schlendern kann", wie Schmithausen sagt. Die Übergänge vom Spaziergänger zum Wanderer sind fließend.

Bislang umfasst Wikiwalk Strecken in ganz Deutschland sowie auch einige in Österreich und der Schweiz. Irgendwann soll daraus eine globale Wanderplattform entstehen, denn "grenzenlose Wandererlebnisse dienen der Völkerverständigung", wie es in der Beschreibung heißt.

Man kann Wikiwalk aber natürlich einfach auch nur in Nordhessen nutzen. Einige der attraktivsten Wege der Region stellen die Wikiwalk-Macher nun zur Abstimmung. Die Nutzer sollen ihre schönste Märchenwander-Route küren. Als Preise gibt es Wanderstöcke sowie Wanderführer für den Habichtswaldsteig - nicht als App, sondern gedruckt. Manchmal ist die analoge Welt der digitalen eben doch noch überleben.

Wählt euren Lieblings-Märchenwanderweg

1) Hutewaldweg: Die elf Kilometer lange Tour führt von Knüllwald-Rengshausen an 300 Jahre alten Buchen vorbei. Wanderer können auch Urwildpferde sehen, die hier für die Landschaftspflege zuständig sind.

2) Urwald-Sababurg-Route: Die Strecke im Reinhardswald unweit des Schlosses Sababurg ist ideal für Kinder, denn sie ist nur vier Kilometer lang. Und trotzdem erlebt man jede Menge Baumriesen, die mehrere hundert Jahre alt sind. Streckenweise führt der Weg über Bohlen.

3) Kahle-Hardt-Route: Der 7,5 Kilometer lange Abschnitt des Urdwaldsteigs am Edersee auf der Halbinsel Scheid bietet von seinen Steilhängen atemberaubende Ausblicke über den Kellerwald-Nationalpark.

4) Habichtswaldsteig (Extratour H2, Zierenberg): Wer weite Landschaften liebt, muss unbedingt auf den Hohen Dörnberg bei Zierenberg. Nirgends sieht Nordhessen irischer aus als hier. Nur das Meer fehlt auf der 16,5 Kilometer langen Route.

5) Entdecker-Tour über den Hohen Meißner: Der Meißner ist die Zugspitze Nordhessens und steckt voller Märchen - nicht nur am Frau-Holle-Teich. Auf der 13 Kilometer langen Wanderung entdeckt man viel Natur, aber auch die Spuren des Bergbaus, der hier betrieben wurde.

Zur Abstimmung geht es hier.

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