Radinfrastruktur

Niedenstein: ADFC regt mit Konzept Ausbau der Radwege an

Ullrich Horstmann hat für die Stadt Niedenstein kostenlos ein Radwegekonzept erstellt. Im Hintergrund die neue E-Bike-Ladestation vor dem Hallenbad.
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Ullrich Horstmann hat für die Stadt Niedenstein kostenlos ein Radwegekonzept erstellt. Im Hintergrund die neue E-Bike-Ladestation vor dem Hallenbad.

Ullrich Horstmann vom ADFC hat für die Stadt Niedenstein ein Radwegekonzept erarbeitet. In einer Umfrage priorisierten Bürger, welche Vorschläge daraus sie als am dringlichsten ansehen.

Niedenstein – Niedenstein hat großen Nachholbedarf bei Radwegen. Das sehen jedenfalls die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Radwege für Niedenstein“ und Ullrich Horstmann vom ADFC so. Auch beim Fahrradklimatest des ADFC hatte Niedenstein schlecht abgeschnitten. Die Stadt lande auf Platz 49 von 57 teilnehmenden hessischen Kommunen mit weniger als 20 000 Einwohnern.

Horstmann hat deshalb ein Radwegekonzept für die Stadt erstellt und der Verwaltung kürzlich – ausnahmsweise unentgeltlich – zur Verfügung gestellt, wofür sich die Stadt auch bedankt habe. Das Thema Radverkehr sei eine freiwillige Aufgabe der Kommunen und falle deshalb leicht hinten runter. Horstmann hofft, dass die Stadt nun die Radinfrastruktur in Niedenstein verbessert, indem sie einige der Vorschläge aus dem Konzept und von den Initiatoren des Bürgerbegehrens „Radwege für Niedenstein“ umsetzt.

Radwegekonzept für Niedenstein: So geht es weiter

„Der Magistrat wird sich intensiv mit dem Radwegekonzept beschäftigen“, sagt Bürgermeister Frank Grunewald auf HNA-Anfrage. Dies sei für nach der Sommerpause geplant. Zu Rate gezogen werden sollen bei der Betrachtung der Vorschläge auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Radwege für Niedenstein“, so Grunewald.

An der Goethestraße in Niedenstein gibt es einen Fuß- und Radweg. Sowohl der ADFC als auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Radwege für Niedenstein“ wünschen sich auch an anderen Stellen eine bessere Radinfrastruktur in Niedenstein und seinen Stadtteilen.

Das erstellte Konzept bietet der Stadt laut Horstmann die Möglichkeit, über Hessen Mobil Fördermittel, beispielsweise beim Land zu beantragen. Gehe es lediglich um die Asphaltierung von vorhandenen Wirtschaftswegen, die als Radweg mitgenutzt werden, könnten beim Landkreis Fördermittel abgerufen werden – laut Horstmann sogar ohne, dass ein Konzept vorgelegt werden muss.

Dies wäre beispielsweise bei dem Ausbau der Radwegeverbindungen zwischen Niedenstein und Gudensberg sowie zwischen Wichdorf und Kirchberg der Fall. Die Förderquote beträgt laut Horstmann bis zu 75 Prozent. Das heißt: Mit 25 000 Euro Einsatz könnten Projekte in Höhe von 100 000 Euro realisiert werden.

Um der Stadt die Herangehensweise zu erleichtern, hat Horstmann in das Konzept für Niedenstein nur realistische Vorschläge aufgenommen. Eine Radwegverbindung Richtung Baunatal beziehungsweise Edermünde ist deshalb nicht darunter. „Sie wäre nicht umsetzbar“, sagt Horstmann. Ebenso unrealistisch sei ein Radweg zwischen Metze und Besse.

Ladestation am Schwimmbad in Niedenstein

Seit Kurzem gibt es in Niedenstein auf dem Vorplatz des Hallenbads eine E-Bike-Ladestation. Außerdem können laut Pressemitteilung künftig zwei E-Bikes bei der Stadt ausgeliehen werden. „Für das Ausleihen der Fahrräder erarbeitet unser Team gerade noch die genauen Bedingungen. Denn die Räder müssen nach jedem Verleih gewartet werden“, erklärt Grunewald.

Bürger haben priorisiert

Mit einem Bewertungsbogen hatte sich der ADFC zwischen Mitte Februar und Mitte März 2021 über den Chattengau Kurier und die HNA an die Niedensteiner Bürger mit der Bitte gewandt, Vorschläge aus dem ADFC-Konzept zu priorisieren. Der Bewertungsbogen konnte über die Homepage des ADFC heruntergeladen werden. Die Ortsvorsteher und der Bürgermeister wurden direkt angeschrieben. Es beteiligten sich laut ADFC 17 Bürger. Sie haben die Dringlichkeit der ADFC-Vorschläge auf einer Skala von eins bis zehn bewertet. (ciz)

Damit die Stadt Niedenstein ein Projekt nach dem anderen angehen kann, hat der ADFC die im Konzept vorgeschlagenen Verbesserungen in einer Umfrage von Bürgern priorisieren lassen. Laut Ergebnis sollte die Stadt die Vorschläge in folgender Reihenfolge angehen:

1. Für eine bessere Radwegeverbindung nach Gudensberg über Metze müsste ein Wirtschaftsweg von der L 3218, vorbei an einer Stallung, bis zur L 3220 asphaltiert werden (ca. 1,2 km), plus ein kurzer Radweg an der L 3220 (ca. 0,2 km) entstehen. Aufgabe der Stadt Gudensberg wäre es, einen Wirtschaftsweg zur K 83 (ca. 0,4 km) zu asphaltieren.

2. Ausbau der Radwegeverbindung zwischen Wichdorf und Kirchberg. Asphaltierung der Wirtschaftswege (660 Meter) und Herstellung eines Radwegs (970 Meter). Gesamtlänge: rund 1,7 Kilometer.

3. Radwegeverbindung zwischen Metze und Kirchberg. Durch das Schließen einer Asphaltierungslücke im Wirtschaftsweg auf einer Länge von rund 0,6 Kilometern.

4. Schaffung einer kommunalen Radwegewegweisung.

5. Schließen einer Asphaltierungslücke im R 12 auf 1,9 Kilometern in Richtung Kirchberg zwischen Campingplatz Weißenthalsmühle und Wichdorf.

6. Ausbau der Radwegeverbindung zwischen Niedenstein und Bad Emstal/Merxhausen durch Schließen einer Asphaltierungslücke auf ca. 350 Metern.

7. Schaffung einer Radwegeverbindung von Niedenstein nach Bad Emstal-Sand durch Asphaltierung eines Forstweges westlich des Wanderparkplatzes Altenburg auf ca. 1,4 Kilometern Länge.

8. Aufstellung sicherer Abstellanlagen (Anlehnbügel) für Fahrräder beispielsweise vor dem Niedensteiner Schwimmbad.

9. Verlegung des R 12 in die Ortslage von Wichdorf: durch die Falkensteinstraße, Westendstraße und über Wirtschaftswege vorbei an einer Feldscheune zum bestehenden R 12.

10. Schließen der Asphaltierungslücke im R 12 Richtung Elmshagen auf einer Länge von 0,5 Kilometern. (Christina Zapf)

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