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Auf der Suche nach Erziehern: Niedensteiner Stadtverordnete rücken Situation in Kindergärten in den Fokus

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Von: Cora Zinn

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Neben der Kindertagesstätte Arche Noah gibt es noch die Kita Rasselbande und die Kita Frechdachse in Niedenstein sowie die Krippenkita Kleine Racker.
Neben der Kindertagesstätte Arche Noah gibt es noch die Kita Rasselbande und die Kita Frechdachse in Niedenstein sowie die Krippenkita Kleine Racker. Archivfoto: Chantal Müller © Chantal Müller

In der Chattengau-Stadt Niedenstein fehlen nach wie vor Erzieherinnen und Erzieher.

Niedenstein – Einigkeit bestimmte die letzte Stadtverordnetenversammlung für das Jahr 2022 im Dorfgemeinschaftshaus im Niedensteiner Stadtteil Kirchberg. Alle Fraktionen stimmten einheitlich dem Haushaltsplan 2023 sowie dem Investitionsprogramm 2022 bis 2026 zu. Bürgermeister Frank Grunewald hatte beides Mitte November vorgestellt (HNA berichtete).

Einigkeit herrschte aber auch in der Sorge um die Situation der Kindertagesstätten. Denn: Es fehlt an Erzieherinnen und Erziehern.

In seiner Haushaltsrede machte Grunewald deutlich: Es arbeiten derzeit 19 Erzieher in drei Kitas und einer Krippe, doch es würden 25 Vollzeitkräfte benötigt. „Ich habe die Sorge, dass es uns nicht gelingen wird, in den nächsten Monate weitere sechs Erzieher einzustellen“, teilte der Rathauschef mit.

Kindergartenneubau in Niedenstein würde 2,5 Millionen Euro kosten

Manfred Dittmar (FWG) sagte dazu: „Es hat uns überrascht, mit welcher Deutlichkeit unser Bürgermeister das Spannungsfeld in der Kindergartenbetreuung angeprangert hat. Aber er hat recht.“ Die FWG-Fraktion hoffe darauf, dass Kreis, Land und Bund die Sorge erhören und es die Chattengau-Stadt in Zukunft schaffen werde, den Familien ihr Anrecht auf Betreuung garantieren zu können.

Auch Frank Metzler (CDU) widmete den Kindergärten den größten Teil seiner Rede zum Haushalt. „Das Gute-Kita-Gesetz ist zwar ein schönes Schlagwort und macht sich auch gut im Wahlkampf, aber bitte lassen sie uns in der Fläche nicht allein mit finanziellen Aufgaben, die wir nicht meistern können“, so Metzler. Niedensteins Kindergärten seien nur zu rund 15 Prozent über Gebühren gedeckelt und ein Kindergartenneubau würde 2,5 Millionen Euro kosten.

Alle Niedensteiner Fraktionsmitglieder stellten Kindergarten-Thema in den Mittelpunkt

„Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, so gibt es keinerlei Zuschüsse mehr und auf dem Arbeitsmarkt keinerlei ausgebildete Erzieher“, sagte Metzler. Auch Jörg Warlich (Bündnis 90/Die Grünen) stellte Familien in den Mittelpunkt: „Es ist unabdingbar, Niedensteiner Familien Krippenplätze bereitzustellen.“ Der Fraktionsvorsitzende verwies auf „PivA“, die praxisintegrierte vergütete Ausbildung. Bei dem Landesprogramm sei eine „Fachkräfteoffensive für Erzieher“. In den vergangenen Jahren hätte das Land Hessen dort jeweils 600 Plätze mit Landesmitteln gefördert. Im Jahr 2023 sollen es sogar 1000 sein. Noch könne man keine Anträge einreichen, doch die Stadt Niedenstein solle das im Blick behalten.

„Aufgrund des stetig ansteigenden Bedarfs an Fachkräften für die frühkindliche Bildung in der Kindertagesbetreuung unterstützt die Landesregierung die Träger und Kommunen in der Fachkräftegewinnung und -sicherung“, heißt es auf der Webseite des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Die Landesförderung beinhalte zum Beispiel die Förderung des Ausbaus von Ausbildungsplätzen. (Cora Zinn)

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