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„Verantwortung übernehmen“ – Viele Menschen zeigen Haltung gegen Corona-„Spaziergänger“

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Von: Daniel Seeger, Cora Zinn

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen. Und ein Tisch.
Hat vor 180 Menschen beim friedlichen Protest gegen Corona-„Spaziergänger“ in Niedenstein eine Rede gehalten: Stadtverordnetenvorsteher Roger Kunigkeit. © Daniel Seeger

In Niedenstein trafen sich viele Menschen, um gegen Corona-“Spaziergänger“ ein Zeichen zu setzen.

Niedenstein – Es war beeindruckend, was sich am Montag vor dem Schwimmbad „Haus des Gastes“ in Niedenstein abspielte: Rund 180 Menschen trafen sich, laut Veranstalter, um friedlich gegen Corona-„Spaziergänger“ zu demonstrieren. Um sich miteinander auszutauschen, um Reden vorzutragen und um ein Zeichen für Solidarität zu setzen (HNA berichtete). Die Polizei spricht dagegen von rund 90 Teilnehmern.

Der Stadtverordnetenvorsteher Roger Kunigkeit eröffnete das Treffen mit den Worten: „Für diese Veranstaltung ist das Tragen einer Maske nötig.“ Dieser Aufforderung folgten alle Teilnehmer, die auch genügend Abstand einhielten. Während Kunigkeit redete, teilte Pfarrer Johannes Böttner Karten aus, die er selbst erstellt hatte. Sie waren versehen mit Schriftzügen wie „Verantwortung übernehmen“, „Wissenschaft trauen“, „Kritik üben“ und „Kinder schützen“. Laut dem Pfarrer sollten die Teilnehmer anhand der Karten in den Dialog kommen. „Wir sind eine Diskursgesellschaft und daher in der Lage, friedlich und sachlich miteinander zu diskutieren“, sagte Böttner.

Diskussionen in kleineren Gruppen mit Masken und Abstandsregeln

Und das taten die Anwesenden. Sie diskutierten in kleineren Gruppen. Eine Teilnehmerin machte sich etwas Luft und sagte gegenüber unserer Zeitung: „Es ist jedem freigestellt, was er macht. Aber wenn er sich nicht impfen lassen möchte, soll er das im stillen Kämmerchen machen und nicht so an die große Glocke hängen.“

Kunigkeit sprach davon, dass er sich nicht als Organisator, eher als Motivator sähe. Die folgenden Beiträge von zwei Frauen, in denen sie Berichte aus der Bevölkerung vorlasen, riefen zur Impfbereitschaft auf. Sie sprachen auch von Grundschülern, die von besseren Lernbedingungen durch das Impfen träumen. Als auf diese Vorträge lauter Applaus folgte, versammelten sich gegen 17.50 Uhr auf dem nahe liegenden ehemaligen Festplatz zwölf „Spaziergänger“.

Organisator des Corona-“Spaziergangs“ in Niedenstein will sich wieder treffen

Mike Vorsatz aus Niedenstein hat den Spaziergang organisiert. Der 25-Jährige hatte eine Rede auf Tonband vorbereitet, die er abspielte, als die kleine Gruppe losging. Seine Stimme kam aber gegen die große Gruppe nicht an. Das hat ihn jedoch nicht müde gemacht. Im Gegenteil: Er hat auf HNA-Anfrage mitgeteilt, dass der Spaziergang am Montag erst der Anfang war. „Nächste Woche treffen wir uns wieder“, sagt Vorsatz.

Nach seiner Motivation befragt, lautete die Antwort: „Ich halte die Maßnahmen für nicht verhältnismäßig.“ Außerdem sei er nicht davon überzeugt, dass die PCR-Tests überhaupt validiert seien. Vorsatz gab an, er sei immer offen für einen Diskurs. Gewalt würde er verachten. „Ich bin auch bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Allerdings muss mein Gegenüber dann bessere Argumente haben“, so der 25-Jährige. Sein Slogan lautete: „Friedlich, aber bestimmt“.

Nach Auskunft der Polizei vor Ort gab es für beide Veranstaltungen die Auflage, Maske zu tragen und die Abstandsregeln zu beachten. Auf Seite der „Spaziergänger“ wurden durch die Polizei drei Verstöße gegen diese Auflagen festgestellt, was für die betreffenden Personen Anzeigen wegen entsprechender Ordnungswidrigkeiten zur Folge hat. (Cora Zinn und Daniel Seeger)

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