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Hier fühlen sich Garnelen wohl – Niedensteiner Krebstiere nun in Rewe-Märkten erhältlich

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Von: Sascha Hoffmann

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Überlässt bei der Aufzucht seiner Garnelen nichts dem Zufall: Sven Damm. Der Garnelenzüchter aus Niedenstein steht hier in der Aufzuchtanlage, in der es kontinuierlich 32 Grad warm ist.
Überlässt bei der Aufzucht seiner Garnelen nichts dem Zufall: Sven Damm. Der Garnelenzüchter aus Niedenstein steht hier in der Aufzuchtanlage, in der es kontinuierlich 32 Grad warm ist. © Sascha Hoffmann

Ob Eier, Kartoffeln, Honig oder Garnelen – regionale Lebensmittel werden immer beliebter. Wir stellen Direktvermarkter aus der Region vor. Heute: die Landgarnele aus Niedenstein.

Niedenstein – Es sind schweißtreibende 32 Grad Raumtemperatur. Die Luftfeuchtigkeit im Niedensteiner Zuhause der Landgarnelen von Sven Damm gleicht der eines tropischen Sonnentages. Genau das braucht es, damit sich die kleinen Krebstiere wohlfühlen.

„Natürlich merken sie, dass sie nicht im offenen Meer schwimmen, dass sie sich aber wohlfühlen, da bin ich mir sicher“, sagt Damm, der sich dabei auf seine enge Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover verlässt, der einzigen Universität Deutschlands mit Erfahrung im Bereich Aquakultur. Mit der Hochschule hat Damm beispielsweise das Stresslevel der Garnelen unter verschiedenen Besatzdichten untersucht.

Landgarnele in Niedenstein: Aufzuchtanlage 2019 in Betrieb genommen

Experten zum Thema „Garnele made in Germany“ zu finden, sei für ihn eine der ersten Herausforderungen gewesen, als seine Geschäftsidee Ende 2014 langsam zu wachsen begann. Genau daran mag es auch gelegen haben, dass noch einige Zeit ins Land gehen sollte, bis 2018 die Aufzuchtanlage gebaut und 2019 in Betrieb genommen wurde.

„Es war für uns unglaublich aufregend, die ersten Larven in die Zuchtbecken zu setzen und sie rund vier bis fünf Monate beim Wachsen zu begleiten“, sagt der Niedensteiner, der zum Start seines Geschäfts alles einkalkuliert hatte, nur keine Pandemie.

Ab sofort: In rund 50 hessischen Rewe-Märkten tummelt sich die Landgarnele aus Niedenstein

Kaum war die Produktion richtig angelaufen, brach die Gastronomie als einer der Hauptabnehmer komplett weg. „Corona hat uns wirklich zurückgeworfen“, erinnert sich der Geschäftsmann und ist froh, dass die Nachfrage nun wieder da und der Betrieb mehr denn je auf Wachstum programmiert ist.

Eine neue Kooperation mit dem Lebensmitteleinzelhändler Rewe dürfte daran nicht unschuldig sein. In rund 50 hessischen Rewe-Märkten tummelt sich die Landgarnele aus Niedenstein nun als „Hessengarnele“ zwischen ihren Kollegen aus Übersee in der Frischetheke. „Dass wir nun eine hessische Garnele im Angebot haben, die tatsächlich auch aus Hessen ist, ist für viele Verbraucher heute noch nicht selbstverständlich“, sagt Rewe-Seafood-Manager Jafar Graf, der nicht nur aufgrund der „hervorragenden Qualität“ vom Produkt überzeugt ist.

Nachhaltigkeit ist für Garnelenzüchter Sven Damm aus Niedenstein ein wesentlicher Aspekt seiner Arbeit

Nachhaltigkeit ist für Garnelenzüchter Damm ein wesentlicher Aspekt seiner Arbeit, was man allein daran sieht, dass die Wärme, die er für eine stabile Wassertemperatur benötigt, aus der eigenen Biogasanlage kommt, Strom aus der eigenen Fotovoltaikanlage und das Wasser aus dem eigenen Brunnen am Niedensteiner Grundstück.

Mit einer zugesetzten Meersalzmischung verteilen sich etwa 1000 Kubikmeter Wasser auf mehrere Betonbecken, in denen pro Jahr etwa 15 Tonnen Garnele produziert werden. 25 Gramm, so Damm, brauche eine Garnele bis zur Verkaufsreife. Die erreiche sie dank eines eigens entwickelten Futtermittels und jeder Menge Pflege in vier bis fünf Monaten bei schweißtreibenden 32 Grad Raumtemperatur. (Sascha Hoffmann) die-landgarnele.de

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