Kita-Neubau unter Druck: Neuer Kindergarten für drei Gruppen notwendig

Niedenstein. Für die 203 Kinder von null bis sechs Jahren, für die eine Betreuung in Niedenstein erforderlich sein wird, muss die Stadt zwölf Gruppen in ihren Einrichtungen vorhalten. Das haben Stadt und Jugendamt des Kreises in einem Bedarfsplan errechnet.

Weil das bisherige Angebot dafür nicht ausreicht, soll im Bereich des Neuen Zentrums eine neue Kindertagesstätte für drei Gruppen gebaut werden. Das beschlossen die Stadtverordneten am Donnerstag in Metze mehrheitlich bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Bürgermeister Frank Grunewald erläuterte, warum dieser Neubau, der knapp 1,6 Millionen Euro kosten wird, notwendig ist. „Alle Kinder ab dem 1. Lebensjahr haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz“, sagte er. Die Auslagerung einer Gruppe in das DGH Wichdorf sei nur eine vorübergehende Lösung, bis zum 31. Juli 2017 befristet.

Um eine dauerhafte Lösung zu finden, habe man einen Bedarfsplan aufgestellt, und die Prognose habe den Bedarf von drei weiteren Gruppen ergeben. Nach der Prüfung vorhandener Leerstände, etwa des Rewe-Marktes, sei klar geworden, dass deren Nutzung nicht möglich sei; auch der Anbau an die vorhandenen Kitas bezeichnete Grunewald als nicht darstellbar.

Die Planungen für den jetzt beschlossenen Neubau stehen unter zeitlichem Druck, denn bis zum 15. April müssen die Pläne beim Kreis vorliegen. Sonst werden die benötigten Zuschüsse nicht mehr in diesem Jahr gezahlt. „Wir müssen außerdem in der 46. Woche mit dem Bau beginnen“, betonte der Bürgermeister.

Eine Arbeitsgruppe, in der jeweils zwei Mitglieder aus jeder Fraktion, der Bürgermeister, Rathausmitarbeiter, die Leitung der Kita Rasselbande und der planende Architekt zusammenarbeiten, soll die Planungen begleiten.

Dabei geht es in der AG vor allem um • die Wahl des Standortes, • das Raumkonzept, • die Betreiberauswahl, • ein eventuelles Nachnutzungskonzept der Räume, • einen Belegungsplan und • ein zukünftiges Verpflegungskonzept.

Während Sprecher der SPD, der Grünen und der FWG die Notwendigkeit eines Neubaus akzeptierten, auch wenn sie den Zeitdruck bemängelten, lehnte die CDU-Fraktion den Beschluss ab. Die Stadt müsse sparen, es hätte vielleicht Alternativen gegeben, sagte Helmut Strutwolf. Eine intensivere Kostenprüfung fehlte Willi Grunewald. Zudem betonte er: „Ich möchte dem neuen Parlament ein solches Ei nicht ins Netz legen!“

Erich Sommer (FWG) hob die ungleiche Belastung der Kommunen hervor: Während das arme Niedenstein die Kita-Gebühren anheben müsse, könnten reiche Städte wie Baunatal die Betreuung kostenlos anbieten. „Das ist nicht okay“, sagte er. Seiner Meinung nach sollte die vorschulische Betreuung ebenso kostenlos sein wie die schulische Bildung.

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