Rasante Entwicklung

Waldkita in Niedenstein braucht eine zweite Gruppe

Fühlen sich bei jedem Wetter im Wald wohl: von links Mia, Yari, Leiter des Waldkindergartens Joachim Rose, Sam und Nele vor dem Bauwagen, der mitten im Wald steht.
+
Fühlen sich bei jedem Wetter im Wald wohl: von links Mia, Yari, Leiter des Waldkindergartens Joachim Rose, Sam und Nele vor dem Bauwagen, der mitten im Wald steht.

Die Plätze im Waldkindergarten Niedenstein sind begehrt - und für die nächsten zwei Jahre ausgebucht. Die Planungen für eine zweite Gruppe laufen.

Wer in diesen Tagen zum ersten Mal mit Mia, Yari, Sam und Nele mitten im Niedensteiner Wald spielen darf, kann sich glücklich schätzen. Die Plätze im Waldkindergarten Niedenstein sind begehrt – und für die nächsten zwei Jahre ausgebucht. Dabei sah es im vergangenen Jahr noch ganz anders aus. Nachdem der Gründer des Waldkindergartens die Leitung krankheitsbedingt abgeben musste und der Betrieb auf der Kippe stand, übernahm Joachim Rose den Kindergarten. Gerade einmal sechs Kinder waren da noch übrig. Jetzt gibt es Planungen für eine zweite Gruppe.

„Es hat sich alles rasant entwickelt“, sagt der Leiter des Waldkindergartens, Joachim Rose. Erst im Januar 2019 hatte er den Betrieb des kleinen Kindergartens mitten im Wald oberhalb von Niedenstein übernommen und als privater Träger dafür gesorgt, dass der Platz in der Natur für Kinder erhalten bleiben kann. Sechs Kinder waren damals noch in dem Kindergarten. Jetzt sind es 23 zwischen zwei und sechs Jahren. „Wir sind ausgebucht“, sagt Rose.

Waldkindergarten Niedenstein: Weitere Gruppe soll eröffnet werden

Der Leiter und sein Team sind derzeit auf der Suche nach einem Wiesenplatz in Waldnähe den sie pachten wollen, um eine weitere Gruppe eröffnen zu können und mehr Sicherheit bei Unwetter und Sturm zu haben. Dabei muss die Gruppe jedoch nicht in unmittelbarer Nähe der schon bestehenden liegen: „Wir wollen den aktuellen Platz im Wald nicht überfrachten.“

Die neue Gruppe soll Kindern ab drei Jahren offen stehen und einen Ganztagesbetrieb mit Mittagessen ermöglichen. „In beiden Gruppen könnten wir dann insgesamt 44 Kinder aufnehmen.“ Kinder, die aus Niedenstein kommen, so Roses Wunsch. Das Einzugsgebiet reiche von Borken bis Baunatal und Kassel. Das Ziel ist und bleibt aber klar: „Wir möchten, dass Kinder Kontakt zur Natur bekommen, um diese zu schützen“, sagt Rose, der die Bereiche Erlebnis- und Wildnispädagogik mit in den Kindergarten gebracht hat.

Waldkindergarten Niedenstein: Jurte bietet überdachte Fläche zum Spielen

Der Bauwagen als Basislager, das waschechte Tippi mit Feuerstelle, ein kleines Gemüsebeet, gemeinsames Holz hacken und sogar drei Bienenvölker: Den Kindern steht im Waldkindergarten neben einer Menge Platz auch jede Menge Material zum Bauen, Ausprobieren und Entdecken zur Verfügung. „Die Kinder sollen sich bewegen, alle Angebote, die wir machen, sind nicht verpflichtend“, sagt Rose. Mit der neuen, 12 000 Euro teuren Jurte, die bald auf dem Gelände des Waldkindergartens stehen soll, soll das noch besser möglich sein.

Sie bietet den Kindern eine größere überdachte Fläche, die mit Holzboden und Ofen ausgestattet werden soll – eine Voraussetzung für die geplanten längeren Öffnungszeiten, die es mit einer zweiten Gruppe gäbe. Finanziert wird die Jurte mit 80 Prozent über das Regionalbudget. Zehn Prozent der Kosten tragen jeweils die Stadt Niedenstein und der Förderverein des Kindergartens. Sobald die Jurte steht, kann die aber nicht nur zum Abenteuerspielplatz für Kinder werden. Laut Rose soll sie auch Erwachsenen offen stehen – zum Beispiel für Yoga im Wald.

Von Chantal Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.