Sicherheitsgründe: Wasser wird aus „Schöne Aussicht“ abgelassen – Umgestaltung geplant

Niedensteiner Teichanlage wird bald trockengelegt

Teich und Spielplatz bei Niedenstein
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Freizeitanlage „Schöne Aussicht“ in Niedenstein: Das Wasser wird aus dem Teich bald abgelassen.

Die Stadt Neukirchen hat es an der Teichanlage in Seigertshausen bereits getan und die Stadt Niedenstein wird es auch tun: Teichanlagen trockenlegen, weil von ihnen eine Gefahr ausgehen könnte.

Denn: Auch die Niedensteiner haben nach dem Prozess (siehe Hintergrund) um die in einem Teich in Seigertshausen vor vier Jahren ertrunkenen drei kleinen Kinder, ihre Gewässer auf mögliche Gefahrenquellen überprüfen lassen. Ein Ergebnis: Die Teichanlage „Schöne Aussicht“ an der Kasseler Straße muss trockengelegt werden.

„Klimatische und rechtliche Rahmenbedingungen zwingen die städtischen Gremien zu kurzfristigem Handeln mit gravierenden Maßnahmen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Bereits im Juli wurde – im Vorgriff auf die Ergebnisse der Gefährdungsanalyse – die Teichanlage provisorisch eingezäunt. „Mittlerweile liegen erste Informationen der Untersuchung vor und erfordern ein Umplanen der Freizeitanlage“, heißt es weiter.

Denn: Die Tiefe eines Gewässers, das sich in der Nachbarschaft eines Spielplatzes befindet, darf nicht mehr als 20 Zentimeter betragen. Darüber hinaus muss eine angemessene Entfernung zwischen Teich und Spielplatz vorhanden sein. Und: Der Uferrand ist so zu gestalten, dass ein Kleinkind gefahrlos das Gewässer wieder verlassen kann.

Dies könne an der Teichanlage „Schöne Aussicht“ aktuell durch den Schilfbewuchs nicht gewährleistet werden. „Ein Kleinkind könnte im Schilf hängen bleiben und sich dann nicht mehr selbst befreien. Um dies zu verhindern, müsste der Teich dauerhaft eingezäunt werden“, teilt die Stadt mit.

Aufgrund des Gefährdungspotenzials und dem witterungsbedingten sinkenden Wasserspiegel haben Vertreter der städtischen Gremien gemeinsam mit Bürgermeister Frank Grunewald und dem Ortsbeirat Niedenstein mögliche Handlungsalternativen beraten.

Eine Rolle dabei habe auch gespielt, dass aufgrund des dritten trockenen Sommers in Folge bereits vier Niedensteiner Quellen versiegt seien. So auch die Quelle, die die Teichanlage mit Frischwasser versorgte. Eine anderweitige Wasserentnahme aus Oberflächengewässern sei derzeit nicht nur untersagt, sondern auch im Hinblick auf die dort existierenden Lebewesen nicht geboten. „Nach Rücksprache mit der Wasserbehörde ist die Situation unserer Teichanlage leider kein Einzelfall“, so Grunewald. Die Fachbehörden empfehle mit Blick auf die voranschreitende Wasserknappheit, den Teich nicht mit wertvollem Trinkwasser zu speisen.

Daher haben die städtischen Vertreter beschlossen, dass die Fische aus dem Teich abgefischt und umgesiedelt werden. Das Wasser wird abgelassen, das Teichbecken trockengelegt. Im Anschluss soll gemeinsam mit den Niedensteinern und mit dem Ortsbeirat eine Umgestaltung des Geländes geplant, Kosten ermittelt und dann den städtischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden. » 

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