Im Laster Filmluft schnuppern

Projekt Bulliwood aus Metze gewinnt Förderpenny

Michel Fickinger und Susanne Götze stehen vor einem Lastwagen. Das Fahrzeug wird für das Filmprojekt Bulliwood genutzt.
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Muss derzeit in der Garage stehen: Michel Fickinger und Susanne Götze vor der Scheune, in der ihr Laster, ein mobiles Filmstudio, steht.

Das Projekt Bulliwood hat sich gegen 650 Bewerber durchgesetzt und den Förderpenny gewonnen. Für ihre Arbeit bekommen die Künstler nun ein Jahr lang die Aufrundesumme der Penny-Märkte in der Region.

Metze – Was mit einem kleinen VW-Bus anfing und sich schnell zu einem 7,5 Tonnen schweren Fahrzeug auswuchs, rollt seit knapp zwei Jahren als erfolgreiches Filmstudio durch Nordhessen: Susanne Götze und Michel Fickinger vom Theater Kuckan bieten mit ihrem sozialen Projekt „Bulliwood“ seit 2019 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, kleine Filme zu drehen. Doch auch für Götze und Fickinger war das Coronajahr kein leichtes. Umso mehr freuen sie sich darüber, nun ein Jahr lang die Aufrundesumme der Penny-Märkte in der Region zu erhalten. Sie wurden aus 650 Bewerbern für den Förderpenny ausgewählt.

„Wir haben in diesem Jahr um jedes Projekt gekämpft wie wild“, sagen Susanne Götze und Michel Fickinger. Von neun geplanten Filmprojekten mit Kindern und Jugendlichen hätten sie so immerhin noch sechs umsetzen können. Dabei war 2019 alles so gut angelaufen: In elf Projekten ermöglichte das Ehepaar im Premierenjahr Teilnehmern Filmluft zu schnuppern. Für das kommende Jahr hätten sich bereits elf Interessenten gemeldet, vergeben kann das Paar derzeit nur acht, da eine Landesförderung nur für acht Projekte beantragt wurde. „Aber wir könnten deutlich mehr anbieten“, sagt Götze.

Projekt Bulliwood gewinnt Förderpenny: Künstler improvisieren im Coronajahr

Hygienekonzept, Zirkuszelt, Honorarkräfte und Arbeiten am Wochenende: Um im Coronajahr überhaupt noch Filme mit Kindern drehen zu können, mussten sich Götze und Fickinger einiges einfallen lassen. Kurzerhand mussten neue Kooperationspartner gefunden und Änderungsanträge gestellt werden. Für das Hygienekonzept fielen „immense Kosten“ an. Eigens für jedes Kind wurden kleine Rucksäcke bestückt mit Stift, Klemmbrett, Maske und mehr, ein Zirkuszelt wurde geliehen, um die Abstandsregeln umsetzen zu können. Zwei Studenten halfen dabei, die Kinder, die Drehpausen hatten, zu beaufsichtigen. Und doch sagen die beiden Schauspieler, die seit Jahrzehnten auch als Klinikclowns in Nordhessen unterwegs sind: „Bulliwood hat uns als Künstler gerettet.“ Trotz der Umstände hätten sie in diesem Jahr immerhin Arbeit gehabt – und „halbwegs überleben“ können.

Umso wichtiger sei nun die Unterstützung, die ihnen durch die Aktion Förderpenny des Discounters Penny in der Region Kassel zu Teil wird. Bis zum November 2021 erhält Bulliwood die Aufrundesumme der Kunden, wenn die beim Bezahlen darum bitten. Um darauf aufmerksam zu machen, wollen Fickiner und Götze selbst gemachte Plakate in den Märkten aufhängen. „Wir können das Geld gut gebrauchen“, erzählen sie.

Projekt Bulliwood gewinnt Förderpenny: Filmprojekte für Kinder ab zehn Jahren

Geld für ein Projekt, in das die Künstler eine Menge Herzblut stecken. Bis zu zehn Kinder ab zehn Jahren können an den Filmprojekten teilnehmen, die auf eine Dauer von einer Woche ausgelegt sind. Am Ende steht ein knapp zehnminütiger Film, der aus den Ideen der Teilnehmer zusammengestellt wird. Dafür schreiben die Kinder und Jugendlichen ein Drehbuch, stehen vor und hinter der Kamera und kümmern sich unter der Anleitung der beiden Künstler um die Fertigstellung ihres Films. „Es geht darum, dass sie herausfinden, wo ihre Stärken liegen und sie in ihrem Tun zu bestätigen“ sagt Götze. Das Erlernte könnten sie später auch im Privaten umsetzen. Und das zu sehen, so Fickinger, „macht einfach einen Riesenspaß.“ (Chantal Müller)

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