121 Unterschriften sollen an Landkreis übergeben werden

Schutz vor Corona: Eltern in Niedenstein fordern Raumfilter in Grundschule

Frank Schubert vom Elternbeirat der Grundschule steht vor der Louise-Schröder-Schule und hält einen Stapel Unterschriften in der Hand.
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Ein Stapel Unterschriften: Frank Schubert vom Elternbeirat der Grundschule will die 121 Unterschriften an den Landkreis übergeben.

180 Schüler besuchen die Louise-Schröder-Schule in Niedenstein. Die Eltern von 121 Kindern haben sich an der Unterschriftenaktion des Elternbeirats beteiligt. Für Initiator Frank Schubert ein „großer Rücklauf“ und ein Zeichen dafür, das etwas passieren muss.

Niedenstein - Ihre Forderung: Der Landkreis soll Raumlüfter anschaffen, um ihre Kinder in der kalten Jahreszeit vor dem Coronavirus zu schützen. Die Unterschriften sollen in den nächsten Tagen an den Landkreis übergeben werden.

Frank Schubert weiß, dass 121 Unterschriften nicht die Welt verändern. Doch die Aktion mache deutlich, wie sehr sich Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder in den Schulen sorgten. „Es muss endlich etwas passieren“, sagt er und fragt, wieso das Hessische Kultusministerium sich nicht rechtzeitig um eine Lösung für die Schulen gekümmert habe. Dass die kalte Jahreszeit bevorstehe, sei bereits in den Sommerferien klar gewesen. „Und jetzt gibt es keinen Plan B“.

Das Schwanken der Temperaturen in den Klassenräumen durch das regelmäßige Lüften könne ebenso schnell zu einer Erkältung oder Grippe führen, ist sich der Elternbeirat sicher. Eine Anfrage beim Schulamt sei „pauschal abgelehnt“ worden. Als Reaktion darauf habe sich der Elternbeirat zusammengesetzt und überlegt, was getan werden könne. „Ich habe das Gefühl, es versteht niemand, was wir wollen“, sagt der 42-jährige Vater einer Tochter und erklärt, dass die wenigsten Räume in Schulen groß genug seien, um Abstand zu halten.

Nach Rechnung des Schwal-Eder-Kreises müssten für die knapp 19.000 Schüler im Landkreis, die in 1200 Klassenräumen und 700 Funktionsräumen unterrichtet werden, mehr als 6,5 Millionen Euro ausgegeben werden, um Lüftungsgeräte mit entsprechender Filtertechnik zu besorgen. Der Landkreis schloss sich außerdem der Empfehlung an, mit der von der Unfallkasse Hessen vorgeschlagenen Co2-App im Unterricht zu arbeiten (HNA berichtete).

Im Schreiben des Elternbeirats heißt es: „Wir möchten den Blickwinkel der zuständigen Stellen verändern und eine volkswirtschaftliche Betrachtungsweise anlegen.“ Der Elternbeirat argumentiert, dass Raumluftfilter eine einmalige Anschaffung seien – mit einem Nutzen über viele Jahre. Darüber hinaus müssten die Kosten in Relation gesetzt werden. „ein ständiges Wechseln zwischen Lüften und Heizen dürfte die Energiekosten erheblich steigern“, heißt es. Eine Maskenpflicht in der Grundschule könne so vermieden werden. Schulleiter Kai Prüfer wollte sich auf Anfrage nicht öffentlich zu der Thematik äußern.

Dass die Raumlüfter Viren aus der Luft filtern und Kinder vor dem Coronavirus schützen, davon ist Schubert überzeugt. Er bezieht sich bei seinen Überlegungen auf eine Studie der Bundeswehr Universität München, die zu der Erkenntnis kam, dass Raumluftreiniger mit hochwertigen Filtern bis zu 99 Prozent der Viren filtern können (HNA berichtete). Auch wenn 121 Unterschriften nicht die Welt verändern, hofft Schubert doch, dass sie Anstoß sein können, etwas zu verbessern. (Chantal Müller)

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