Anlage in Ermetheis benötigt einen Zaun

Teiche bergen Risiko: Stadt Niedenstein reagiert auf Gefährdungsanalyse

Frank Metzler und Bürgermeister Frank Grunewald stehen am Teich in Ermetheis, der von einem Bauzaun umgeben ist.
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Der Bauzaun soll einem ansehnlichen Zaun weichen: Ortsvorsteher Frank Metzler und Bürgermeister Frank Grunewald am Teich in Ermetheis.

Die Stadt Niedenstein geht den nächsten Schritt in Sachen Absicherung ihrer Teiche: Nachdem die Teichanlage „Schöne Aussicht“ und der Teich in Ermetheis bereits im Sommer eingezäunt wurden, liegt nun die Gefährdungsbeurteilung der Gewässer im Stadtgebiet vor.

Ermetheis - Das Ergebnis: Auch in Ermetheis besteht die Gefahr, an der Teichanlage zu verunglücken.

Die Stadt muss nun das Gewässer aus den 1930er-Jahren besonders absichern – ob mit einer dichten Bepflanzung oder einem Zaun bleibe ihr überlassen, teilt Bürgermeister Frank Grunewald mit. Letzteres habe es bereits vor einigen Jahren gegeben, berichtet Ortsvorsteher Frank Metzler. Doch der Holzzaun war morsch und musste weichen. Seither ist das Gewässer, das laut Bürgermeister nie ein Feuerlöschteich war, sondern immer als Wasserreservoir der Feuerwehr diente, auf der großen Wiese mitten im Ort frei zugänglich. Täglich laufen Schüler auf dem Weg zu der angrenzenden Bushaltestelle an dem Teich vorbei, der am Gewässerrand etwa zur Hälfte mit Pflanzen bewachsen ist.

Seit Anfang Juli aber ist der Teich mit einem Bauzaun gesichert. „Das hat bei den Einwohnern für Kopfschütteln gesorgt“, sagt Metzler. „Aber es musste reagiert werden“, fügt er hinzu. Die Stadt hatte als Reaktion auf das Urteil im Prozess um den Tod dreier Kinder, die in einem Seigertshäuser Teich ertranken, „kritisch bei der Versicherung nachgefragt“, sagt Grunewald. Sie gab die Empfehlung, die Anlage in Ermetheis sowie die „Schöne Aussicht“ abzusichern, um einen Versicherungsschutz zu behalten. Die Teichanlage „Schöne Aussicht“ musste trockengelegt werden. Das droht dem Ermetheiser Teich zwar nicht, da eine Pumpe vorhanden ist und die Lebewesen nicht gefährdet seien, so Metzler.

Doch auch dort macht den Verantwortlichen die Wasserzufuhr Sorge: „Auch in Ermetheis wird das Wasser weniger“, sagt Grunewald. Die versiegenden Quellen waren in Niedenstein einer der Hauptgründe für die Umsiedelung der Fische. Die Gefährdungsbeurteilung der Dekra listet nun Gefahren in Ermetheis auf. Dazu zählen unter anderem: Die Gefahr durch Ertrinken aufgrund mangelnder Fähigkeiten, Absturzgefahr am Wasser bei Arbeiten sowie „bei Absturz von dem betonierten Ablaufmauerwerk droht Gefahr durch Ertrinken“. Darüber hinaus floss in die Beurteilung die unmittelbare Nähe zum Spielplatzgelände ein. Weiter heißt es, die Uferzone sei durch die Bepflanzung schlecht erkennbar, das Ufer sehr steil, ein Herausklettern „sehr schwierig bis unmöglich.“

Während das Risiko zu Ertrinken als hoch eingeschätzt wurde, beurteilte die Dekra das Risiko auf und am Wasser zu arbeiten als mäßig. Für Grunewald Grund genug, zu reagieren. „Nach dieser Beurteilung geht es um strafrechtliche Konsequenzen, wenn etwas passiert“, sagt er und betont, dass es keinesfalls darum gehe, Flächen für die Bevölkerung unzugänglich zu machen. Sicherheit habe in einem solchen Falle Vorrang. Bis zum Frühjahr soll ein „ansehnlicher Zaun“ geschaffen werden und den Bauzaun ersetzen. Ziel sei, die Arbeiten zeitgleich mit denen an der „Schöne Aussicht“ umzusetzen. Dort laufe die Umgestaltung auf ein Feuchtbiotop hinaus.

Vier Gewässer in Niedenstein analysiert

Neben der Teichanlage „Schöne Aussicht“ in Niedenstein und dem Teich in Ermetheis wurden der Sengelsberger Teich sowie die Wasserentnahmestelle an der Wiehoff-Brücke von der Dekra untersucht. Im Gegensatz zu der Teichanlage „Schöne Aussicht“ und dem Teich in Ermetheis müssen diese beiden Gewässer nicht eingezäunt werden. Wenngleich auch dort etwas passieren könnte, berichtet Bürgermeister Frank Grunewald. Der Sengelsberger Teich ist bereits zur Hälfte eingezäunt, dort müsse laut Bauamtsleiter Dr. Bernd Rode der Folienrand ausgebessert werden, um ein mögliches Abrutschen zu vermeiden. Beim Gewässer an der Wiehoff-Brücke ginge es um Arbeitsschutz. Es müsse sichergestellt werden, dass an der Wehranlage ein gefahrloses Arbeiten möglich sei, heißt es. (Chantal Müller)

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