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Für ein kippenfreies Niedenstein: Grundschüler nehmen an Wettbewerb teil

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen.
Gemeinsam für ein „kippenfreies Niedenstein“: Schüler der Niedensteiner Grundschule Louise Schröder Schule und deren Betreuer zeigen ihre Werke. Von links hinten Robin Dickhaut, Tom Fleischmann, Regina Borowitz, Bürgermeister Frank Grunewald, Mano Goldmann, Joshua Schulte, Clara Meyen und Mio Goldmann. © Cora Zinn

Grundschüler aus Niedenstein haben sich für einen Nachhaltigkeitspreis der VR-Bank beworben.

Niedenstein – „Die Kinder haben auf einem kurzen Ausflug mehr als 650 Kippen gezählt“, berichtet Regina Borowitz von der Louise Schröder Schule in Niedenstein. Eigentlich sollte es ein ganz normaler Besuch auf dem Biohof werden. „Doch der Weg dorthin war schon aufregend genug.“

Die Schüler starteten an der Schule zum Goddelbusch. Ihre Route führte über die Schulstraße hin zum Gassenhausener Weg und endete schließlich beim Hof Siegmann. Am Goddelbusch zählten die Kinder 180 Zigarettenstummel, im Bereich des Gassenhausener Weges waren es um die 470.

Seitdem die Schüler diese Anzahl an Stummeln gesammelt hatten, entwickelten sie eigene Ideen

„Die Meisten lagen an Bänken herum, obwohl daneben ein Mülleimer steht“, sagt Robin Dickhaut. Für den Mitarbeiter der Ganztagsbetreuung und seine Kollegin ist der Sachverhalt klar: „Dort, wo gewartet wird, liegen die meisten Zigarettenstummel.“

Seitdem die Schüler diese Anzahl an Stummeln gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt hatten, entwickelten sie neben dem normalen Unterricht an eigene Ideen. Wie zum Beispiel die „Kippendosen“. „Die wollen wir in den Sommerferien an den Orten aufhängen, wo es am schlimmsten war“, sagt Dickhaut.

Kippendosen für Niedenstein: Damit die Zigarettenstummel nicht mehr auf den Boden geworfen werden

Diese Dosen sollen mit Infotafeln erweitert werden. Auf diesen stehen Sätze, die gemeinsam mit den Kindern entwickelt wurden. Außerdem malten sie Postkarten, die sie nun verkaufen wollen. „Sei kein Frosch – denk an unsere Umwelt“ steht zum Beispiel auf einer. „Jede Karte kostet einen Euro. Der Erlös geht an Globalcare“, sagt Borowitz.

Mit dieser Sammlung an Ideen und Aktionen hat sich die Schule nun sich beim Nachhaltigkeitspreis der VR-Partnerbank Chattengau-Schwalm-Eder beworben. „Vielleicht haben wir ja Glück und werden genommen“, sagt Robin Dickhaut. Denn mit mit der Bewerbung entstand die Idee von einem „kippenfreien Niedenstein“. Bis Ende Juli müssen die Ideen, Mitschriften, Infotafeln, Dosen und Postkarten an die VR-Bank geschickt sein. „Es geht uns in erster Linie darum, dass die Natur nicht weiter so beschmutzt wird“, sagt Borowitz.

Die Schüler waren über die Haufen der Zigarettenstummel sehr schockiert

Der ersten drei Plätze erhalten ein Preisgeld von 5000, 3000 beziehungsweise 2000 Euro. Das Geld stamme aus dem Gewinnspar-Topf, die Preisverleihung findet im September statt.

„Mit dem Preis wollen wir die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung stärken“, sagt Stefan Kördel, Vorstandsmitglied der VR-Partnerbank Chattengau-Schwalm-Eder.

Außerdem solle so verantwortliches Handeln geehrt , ein Engagement für Umwelt- und Naturschutz unterstützt sowie die Integration gefördert werden.

„Das verantwortliche Handeln der Schüler haben wir mit unserer Idee sowieso schon erreicht“, sagt Borowitz. Es sei unglaublich gewesen, wie schockiert die Schüler über die Haufen der Zigarettenstummel waren. „Sie haben Tage danach noch darüber geredet, um es zu verarbeiten“, sagt Dickhaut. Die Schüler verstünden bis heute nicht, warum Menschen ihre Zigarettenstummel auf den Boden werfen, obwohl ein Mülleimer nebenan stehe.

Egal, ob es mit dem Preis klappt, die Schüler der Louise Schröder Schule aus Niedenstein werden ihre Kippendosen aufhängen. Und vielleicht steuern sie damit einen kleinen Teil für ein „kippenfreies Niedenstein“ bei. (Cora Zinn)

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