Anwohner sammelten Unterschriften

Wichdorfer kämpfen gegen neues Baugebiet

+
Haben zusammen mit anderen Anwohnern Unterschriften gegen die Erschließung des Baugebietes Auf der Hardt gesammelt: (von links) Laura Kraft und Michael Kraft mit Sohn Milan, Katy Weber, Olga Deobald mit Tochter Tiana, Thomas Weber und Beate Hanitzsch.   

Niedenstein. Viele Wichdorfer haben ihr Eigenheim bewusst in die Nähe einer freien Fläche im Gebiet Auf der Hardt gebaut. Dort soll jetzt aber ein weiteres Baugebiet entstehen. Dagegen wollen sich die Anwohner wehren.

Auf einmal war sie da, die neue Straße, die als gelbe Linie auf einem Plan in dem Mitteilungsblatt „Neues aus Niedenstein“ eingezeichnet war. Für die Anwohner im Gebiet Auf der Hardt kam das als Überraschung. „Wir wurden nicht informiert, dass eine weitere Straße im Baugebiet Wichdorf geplant ist“, sagt Katy Weber.

Zusammen mit anderen Anwohnern reichte sie vor der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag Unterschriften gegen die Planung der Stadt ein, in Wichdorf ein weiteres Baugebiet zu erschließen.

Die meisten sind Zugezogene und haben ihr Eigenheim bewusst wegen der großen Freifläche gekauft oder gar selbst gebaut, sagt Weber. „Es gibt viele Kinder hier, aber keinen Spielplatz in unmittelbarer Nähe“, fügt Michael Kraft hinzu. Auch deshalb hängen die Anwohner an der grünen Wiese. Ursprünglich sollte dort mal ein Park entstehen, hieß es von den Betroffenen, deshalb sei vor etwa zehn Jahren ein Fußweg angelegt worden.

„Ein Park für die Fläche war nie vorgesehen“, sagt dagegen Bauamtsleiter Peter Bues auf Nachfrage. Der Fußweg sollte den Zugang zu der öffentlichen Grünfläche ermöglichen. Die Fläche zwischen der Erich-Kästner-Straße und der Schillerstraße ist im Bebauungsplan bislang als Spielwiese ausgezeichnet. Als die Erich-Kästner-Straße hinzukam, musste ein kleiner Teil dieser Spielwiese in Anspruch genommen werden, erklärt Bues. Für diesen Bereich muss die Stadt eine Ausgleichsfläche schaffen. Ein Ort dafür sei schon in der Auswahl, müsse aber noch mit der Umweltschutzbehörde abgestimmt werden.

Was sich die Anwohner wünschen, ist vor allem mehr Transparenz und Dialog bei der Planung. „Wir fühlen uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt eine Anwohnerin.

Kontrovers diskutiert wurde das Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Kritik kam in der Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Wichdorf dann auch von der SPD: „Es ging alles sehr schnell. Wir hätten uns gefreut, wenn früher Informationen geflossen wären.“ Die Grünen-Fraktion betonte: „Wir nehmen die Einwände der Anwohner sehr ernst.“

Doch trotz Unterschriften-Aktion, in der Sitzung am Donnerstag wurde die Aufstellung des Bebauungsplans Auf der Hardt beschlossen. Auf der Spielwiese soll in Zukunft die Dorothea-Viehmann-Straße mit 19 Bauplätzen errichtet werden.

Einige Forderungen der Anwohner könne man aber erfüllen, sagte Bürgermeister Frank Grunewald. Etwa die nach einem Grünstreifen von etwa fünf bis zehn Metern zwischen den Grundstücken. Außerdem sollen keine Reihenhäuser gebaut werden.

Ein Vorkaufsrecht, wie von den Anwohnern vorgeschlagen, sei dagegen nicht möglich, sagte Bues. Weil es sich um ein kleines Baugebiet handelt, wird ein vereinfachtes Verfahren angewendet. Das Baurecht soll bereits Mitte 2019 bestehen. Bis dahin sei es wichtig, im Gespräch zu bleiben, betonte Grunewald in der Sitzung. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.