Brandursache vermutlich technischer Defekt - Niemand wurde verletzt

Großbrand in Wichdorf: Ein Haus abgebrannt, zwei weitere stark beschädigt

Niedenstein. Schreck in den Morgenstunden des 1. Advents im Niedensteiner Ortsteil Wichdorf: Ein Wohnhaus in der Fünffensterstraße brannte komplett aus, zwei unmittelbar angrenzende Wohnhäuser wurden erheblich beschädigt.

Kurz vor halb sieben alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Wichdorf und Niedenstein, kurz darauf auch alle anderen Stadtteile. Zur Unterstützung wurden die Drehleitern zuzüglich der Wasser führenden Fahrzeuge aus Fritzlar und Gudensberg angefordert.

Wie Kreisbrandmeister Michael von Bredow sagte, seien keine Personen verletzt worden. Als die Feuerwehren an der Einsatzstelle bei den Fachwerkhäusern ankamen, hätten sich die sieben Personen bereits in Sicherheit gebracht. Das Haus stand bereits in Vollbrand, das Feuer hatte schon auf die angrenzende Scheune und Garage übergegriffen.

Besucher entdeckten Flammen 

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, hatten eine 24-Jährige aus Weilburg und ihr 27-jähriger Freund, die dort bei der Familie in Wichdorf zu Besuch waren, den Brand um kurz nach 6 Uhr zuerst bemerkt. Sie alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr und brachten dann alle Hausbewohner, darunter einen 69-jährigen Gehbehinderten, aus dem brennenden Haus.

Aktualisiert
um 16 Uhr.

Das Hauptaugenmerk der Einsatzkräfte lag darin, die beiden angrenzenden Häuser zu retten, was zum größten Teil auch gelang. Aus den beiden Häusern wurden durch die Feuerwehr und Rettungskräfte weitere vier Personen evakuiert. An den Häusern entstanden erheblich Schäden im Dachbereich. Während der Löscharbeiten gab es zahlreiche Explosionen im Brandhaus, vermutlich durch Gasflaschen. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die starke Rauchentwicklung. Die Löschtrupps mussten zum Teil unter schwerem Atemschutz arbeiten. Nach gute einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle, die Löscharbeiten werden sich noch über den ganzen Sonntag erstrecken.

Insgesamt waren 120 Feuerwehrleute unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Andreas Schäfer im Einsatz. Dazu standen Rettungswagen und ein Notarzt für den Ernstfall bereit. Weiterhin war der Versorgungszug vom Malteser Hilfsdienst im Einsatz, um die Einsatzkräfte zu versorgen. Die Brandermittler der Polizei haben noch während der Löscharbeiten mit den Ermittlungen begonnen.

Wohnhaus brannte in Niedenstein-Wichdorf

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, ergaben die ersten Ermittlungen, dass es sich bei der Brandursache möglicherweise um einen technischen Defekt eines eingeschalteten Luftkompressors gehandelt haben könnte, der sich in der Garage des Anwesens befand. Zu weiteren Ermittlungen werden in den nächsten Tagen Brandursachenermittler des Hessischen Landeskriminalamtes hinzugezogen. Das Haus, das komplett ausgebrannt ist, muss wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. 

Haus muss abgerissen werden

Für die betroffenen Familien, die ihr Heim und teilweise ihre komplette Habe verloren haben, kümmerten sich noch am Morgen des Brandes Nachbarn und die Gemeinde. Auch die Notfallseelsorge wurde laut Kreisbrandmeister Michael von Bredow eingeschaltet. Unterkünfte für die von Obdachlosigkeit bedrohten Personen habe man bereits gefunden, sagte Niedensteins Bürgermeister Frank Grunewald, der die ganze Zeit vor Ort war.

Video aus der Nacht

Ein in der Nähe des Brandortes leer stehendes Haus werde für die Familie vorbereitet, andere seien bei Verwandten untergekommen. Das Wichdorfer Bürgerhaus wurde geöffnet, dort boten Einwohner Verpflegung für Opfer, Helfer und Einsatzkräfte an. Die Niedensteiner Kleiderkammer öffnete ihr Lager, in dem sich die Familien mit dem Nötigsten versorgen konnten.

Der Gesamtsachschaden bei allen drei Häusern wird vorläufig auf 170.000 Euro geschätzt.

Karte: Hier war der Brand

Rubriklistenbild: © HNA/Zerhau

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