Gemeinsam gepflanzt

Zum 95-Jährigen Jubiläum: Sängerkreis Chatten spendet 200 Bäume an Niedenstein

Sina Schollmeyer, Ulrich Kreuter, Franziska Pfaar und Frank Grunewald graben die letzten Löcher für die Bäume.
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Gruben die letzten Löcher für Kirsche und Bergahorn: von links Sina Schollmeyer, Ulrich Kreuter, Franziska Pfaar und Frank Grunewald.

Verwurzelt im Chattengau. Das ist der Sängerkreis Chatten mit seinen 1000 Mitgliedern seit nunmehr 95 Jahren.

Niedenstein - Weil die Coronapandemie aber keine klassische Feier zuließ, starteten die vielen Chöre kurzerhand ein Jahr voller Aktionen. Den Abschluss fand alles jetzt auf der Altenburg in Niedenstein. Dort wurden 200 Bäume gepflanzt, die der Sängerkreis gespendet hatte.

Junge Setzlinge von Kirsche und Bergahorn fanden ihren Weg in die Erde; in nur wenigen Stunden hatten Helfer von Hessen Forst die 200 Bäumchen gepflanzt. Dicht an dicht, damit sich die zarten Gewächse aneinander hochziehen müssen, erklärt Revierleiterin Franziska Pfaar. Der Standort gilt als nährstoffreich – genau richtig für Kirsche und Bergahorn. „Wir wollen Mischbestände begründen, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen“, sagt Pfaar.

Die Wahl fiel auf kleine Exemplare. Der Grund: Je kleiner die Pflanze, desto kleiner die Wurzel. „Und desto besser wächst die Pflanze an“, erklärt Sina Schollmeyer, die Funktionsbeschäftigte für technische Produktion und Naturschutz bei Hessen Forst ist. In den ersten drei bis fünf Jahren müssen die Bäumchen noch von sogenannter Konkurrenzvegetation freigeschnitten werden. Wenn der Verbiss nicht zu hoch ist, räumen die Expertinnen den Setzlingen gute Chancen ein, einmal richtig große Bäume zu werden.

Ihre Anzahl sei zwar überschaubar – die 200 Bäumchen fallen zwischen dem leicht verschneiten Gestrüpp kaum auf – sie ergänzten die freie Fläche jedoch hervorragend, sagt Pfaar. Für den Sängerkreis war es wichtig, dass die Baumspende im Chattengau bleibt. Bereits vor einem Jahr habe es Kontakt zwischen Stadt und Sängerkreis gegeben. „Es ist eine tolle Geste und Unterstützung“, sagt Bürgermeister Frank Grunewald, der davon ausgeht, in den kommenden zehn Jahren jährlich zwischen 30 000 und 50 000 Euro zusätzlich im Haushalt einstellen zu müssen – etwa für Waldaufforstungsprogramme.

Für den Sängerkreis schließen die Bäume vor allem den Kreis zum Motto ihres 95-jährigen Jubiläums: Verwurzelt im Chattengau. „Wir wollen zeigen, dass das unsere Heimat ist“, sagt 1. Vorsitzender Ulrich Kreuter. Für den Sängerkreis mit seinen 16 Chören und 1000 Mitgliedern im Chattengau sei es wichtig, zu zeigen, dass es sie gibt. Die Pandemie habe alle stark gefordert. Viele Auftritte und Proben fielen aus, es wurde an der frischen Luft oder online gesungen.

Mit den sinkenden Inzidenzen im Sommer hoffte auch der Sängerkreis, endlich wieder auftreten zu können. „Die aktuelle Welle war ein Nackenschlag“, sagt Kreuter, der bestätigt, dass es auch bei ihnen eine Tendenz zum Aufhören gibt.

Viele der Sänger seien um die 60 Jahre alt. Doch viel wichtiger als zu klagen, denn das ist kontraproduktiv, findet Kreuter, sei es, präsent zu sein. Vier Kinderchöre gibt es inzwischen. Auf dem Chorfest in Leipzig 2022 soll der Startschuss für einen Frauenprojektchor fallen. „Wir versuchen, viel zu machen“, sagt Kassierer Werner Heinevetter. „Um Ziele zu haben und im Gespräch zu bleiben.“ Das jedenfalls, scheint ihnen zu gelingen. (Chantal Müller)

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