83,68 Prozent stimmten für den Niedensteiner

Zweite Amtszeit: Frank Grunewald bleibt Bürgermeister von Niedenstein

Gabi Schultheis wirft Konfetti auf Bürgermeister Frank Grunewald.
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Konfetti für den Chef: Gabi Schultheis überraschte Bürgermeister Frank Grunewald nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Alle Anwesenden waren am Wahlabend negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Keine Gäste, kaum Gratulanten, aber jede Menge Abstand und eine Konfettikanone von den Mitarbeitern: Die Wiederwahl des parteilosen Frank Grunewald war weit entfernt von einem Wahlabend, wie man ihn kennt.

Niedenstein - Die Freude, weitere sechs Jahre im Niedensteiner Rathaus die Geschicke der Stadt lenken zu können, schmälerte das aber nicht. Für den 59-Jährigen stimmten laut vorläufigem Ergebnis 83,68 Prozent der Wähler. 59,92 Prozent – 2680 der 4473 Wahlberechtigten – machte vom Recht zur Stimmabgabe gebrauch. Bei einer Wahl, bei der Grunewald der einzige Bewerber war. Bei der letzten Wahl vor sechs Jahren konnte der parteilose Niedensteiner gegen Kontrahent Jens Becker 64,3 Prozent für sich verbuchen.

„Nachmittags war ich doch ein bisschen nervös“, gab Frank Grunewald kurz nach seiner Wiederwahl zu. Dass alles auf eine Wiederwahl Grunewalds hinauslief, war jedoch rasch abzusehen. Schnell waren am Sonntagabend die ersten Ergebnisse auf der Leinwand im Rathaus zu sehen. Das Auszählen der Briefwahlstimmen dauerte allerdings länger als erwartet, erst um kurz vor 20 Uhr hatte der Niedensteiner Gewissheit.

Da blieb Zeit, um sich in Ruhe die Krawatte, die Ehefrau Ute vorbeibrachte, noch zu binden und das Jackett zu richten. Gemeinsam mit dem Gudensberger Bürgermeister Frank Börner, der zu den ersten Gratulanten gehörte, überbrückte Grunewald die Zeit mit Fachsimpeln hinter dem Schreibtisch. Sätze wie „Gerade sieht es ganz gut aus für Becker“ oder „In Gudensberg ist auch noch nicht vollständig ausgezählt“ waren zu hören, während die beiden Bürgermeister die Ergebnisse von Landrats- und Kommunalwahl im Internet verfolgten und den Anwesenden mitteilten. Zur gelösten Stimmung trug wohl auch bei, dass alle zuvor negativ auf das Coronavirus getestet worden waren. „Das gibt Sicherheit“, sagte Börner.

Die knapp 84 Prozent der Wähler, die gestern für Grunewald stimmten und den Weg für eine zweite Amtszeit des 59-Jährigen frei machten, seien ein „Riesenerfolg“. „Ich bin motiviert und freue mich darauf, weiterzumachen“, sagte Grunewald. Er sicherte den Niedensteinern zu: „Ich lasse auch nicht nach.“

Bürgermeister Grunewald kündigte an, die Zusammenarbeit mit den beiden Chattengau-Kommunen Edermünde und Gudensberg weiter voranbringen zu wollen. Von Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner gab es zu diesen Worten einen in die Luft gereckten Daumen und ein „Top“. Darüber hinaus will Grunewald in seiner zweiten Amtszeit die Jugendarbeit angehen und sich um die städtebauliche Entwicklung kümmern.

Und obwohl kaum Gäste mit dem Wiedergewählten feiern konnten, wurde mit den Ortsvorstehern doch angestoßen: Statt mit Schampus ganz spontan mit einem Martini. (Chantal Müller)

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