Windelsäcke sind nicht das A und O

Niedensteiner Eltern wünschen sich Plätze zum Spielen

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Das würden sich die Niedensteiner wünschen: Einen schönen Spielplatz, der den ganzen Tag genutzt werden kann. Das Bild entstand in Röhrenfurth. 

Niedenstein will Familien unterstützen und Kinder in der Stadt fördern. Zuletzt entschied sich die Stadt für ein Windelsack-Abo. Das ist überflüssig, sagt Christine Glück, Mutter dreier Kinder.

Sie und viele andere Eltern wünschen sich, dass die Stadt konkret etwas zur Verbesserung der Infrastruktur tut. „Sie müssen Geld ausgeben für wichtige Dinge.“ Eltern wünschten sich grundlegendere Dinge als etwa eine Waldrutsche am Hessenturm. Ein Faktencheck.

Spielplatz

Spielplätze sind in Niedenstein ein großes Thema. Und zwar, weil es dort keinen gibt, der wirklich den ganzen Tag über genutzt werden kann. „Auf den Spielplatz können wir mit den Kindern nur, wenn kein Kita-Betrieb ist“, sagt Christine Glück. Einen öffentlichen Platz zum Toben gibt es nicht, bemängelt die dreifache Mutter.

In Metze und Kirchberg seien die Spielplätze erneuert worden, in Niedenstein aber nicht. „Es fehlt ein Platz, wo auch ältere Kinder hinkönnen.“ Glück und viele andere Eltern würden sich über einen Mehrgenerationenspielplatz freuen – so wie er derzeit in Edermünde gebaut wird. „Der Festplatz böte sich dafür an“, ist sie sich sicher.

Bürgermeister Frank Grunewald räumt ein, dass es in Niedenstein „eine Hängepartie“ in Sachen Spielplätzen gebe. Vor vielen Jahre habe die Stadt entschieden, nur noch einen hochwertigen Spielplatz pro Stadtteil zu erhalten. „Der Erhalt war einfach zu teuer“, sagt Rathaus-Sprecherin Martina Junghans. Jeder Ortsbeirat habe 15 000 Euro erhalten, um einen Spielplatz zu erneuern.

Für Niedensteiner gibt es aber eine gute Nachricht: In Verbindung mit der Aufwertung des Zentrums soll ein Abenteuerspielplatz gebaut werden, berichtet Grunewald. Dafür seien im Haushalt 2022 insgesamt 300 00 Euro eingestellt, das Projekt werde mit 150 000 Euro bezuschusst.

Sporthalle

Die Niedensteiner Sporthalle ist nach Glücks Meinung zu klein. Damit ihr Sohn Fußball spielen kann, müsse er zum Training nach Gudensberg gefahren werden. Im Sommer fänden Spiele in Metze, im Winter in Niedenstein und Gudensberg statt, das Niedensteiner Fußballturnier müsse im Winter aus Platzgründen gar komplett in Gudensberg ausgetragen werden.

Die Sporthalle gelte als Schulsporthalle, sie ist daher nicht Eigentum der Stadt, sondern des Landkreises. „Für den Vereinssport ist die Halle zu klein“, sagt auch Frank Grunewald. Die Stadt könne eine Vergrößerung aber finanziell nicht stemmen. Aus diesen Gründen sei auch eine zu Beginn der 1990er-Jahre geplante Mehrzweckhalle nicht zustande gekommen.

Hallenbad

„Das Hallenbad ist super“, findet Christine Glück. Mit dem Betreuungsangebot dort sei sie zufrieden. Vor allem die Tatsache, dass in Niedenstein eines der wenigen Hallenbäder im Landkreis noch geöffnet sei, freue sie. Auch wenn es ein kleines Bad sei, so sei es doch wichtig, dass der Badebetrieb aufrecht erhalten bleibe, findet Glück.

Ähnlich sehen das auch die politischen Fraktionen: „Sie befürworten den Erhalt des Bades – und die Zuschüsse, die wir zahlen müssen“, so Grunewald. Denn vom Landkreis erhalte die Stadt kein Geld für den Betrieb des Bades. Eine Kostenbeteiligung am Schwimmunterricht der Schulen, die die Stadt angeregt hatte, sei vom Landkreis abgelehnt worden. Dabei wird es inzwischen von fünf Schulen genutzt. „Das Bad ist ausgelastet“, so Grunewald. Das 40 Jahre alte Bad bezuschusst die Stadt nach Grunewalds Angaben jährlich mit 220 000 Euro.

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