Kommunalwahl im Schwalm-Eder-Kreis

Niederlage für SPD in Gudensberg: FWG und Bürgerliste ziehen neu in Gudensberger Parlament

Rund um die Obernburg in Gudensberg: Das Areal sowie der Weg zur Burg sollen in diesem Jahr umgestaltet werden, das entschied das Parlament jüngst.
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Das Symbolfoto zeigt den Gefangenenturm an der Obernburg in Gudensberg: Das Areal sowie der Weg zur Burg sollen in diesem Jahr umgestaltet werden.

Ein Knaller in Gudensberg: Die SPD verliert laut vorläufigem Ergebnis nach Jahrzehnten ihre absolute Mehrheit im Stadtparlament. Mit nur noch 35,5 Prozent der Wählerstimmen müssen sie demnach eine bittere Niederlage einstecken – bei der Wahl 2016 bekamen sie noch 60 Prozent. Damit verliert die SPD sieben Sitze im Parlament.

2016 sah die Situation für die SPD noch anders aus: Die FDP trat nicht mehr an, Wählergruppen gründeten sich nicht. Die Gudensberger schienen zufrieden zu sein mit der stabilen Finanzpolitik und der Einstimmigkeit im Parlament. Sechs Jahre später haben sich die Wähler anders entschieden – das Parlament soll deutlich bunter werden. Und neben der CDU und den Grünen traten erstmals die FWG und die neue Bürgerliste an – mit Erfolg. So erhält die FWG Gudensberg vorläufig 24,5 Prozent und wäre damit zweitstärkste Kraft in der Chattengau-Kommune. Die CDU folgt nach der FWG mit 18,4 Prozent. Die Grünen erzielen 13,3 Prozent und die neue Bürgerliste 8,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 52 Prozent. 4103 von 7885 Wahlberechtigten nahmen demnach ihre Möglichkeit zur Stimmabgabe wahr.

Aber die SPD ist nicht die einzige mit Stimmverlusten, auch die CDU hat deutlich an Zuspruch verloren: 2016 holten sie noch 28,2 Prozent (-9,8 Prozent). Damit verlieren sie drei Sitze im Parlament. Umso glücklicher ist man über das Ergebnis bei der FWG. „Wir sind natürlich sehr zufrieden, mit einer Prozentzahl in dieser Höhe haben wir nicht gerechnet“, sagt Spitzenkandidat Marcus Erler. Die FWG warb im Wahlkampf mit mehr Bürgernähe. „Das ist auch nach wie vor eines unserer wichtigsten Ziele“, sagt Erler. Auch während der Corona-Pandemie würden sich digital mehr Möglichkeiten ergeben, „um die Bürger mit ins Boot zu holen.

Auch die Grünen sind zufrieden: Sie verzeichnen vorläufig einen leichten Zuwachs von 1,5 Prozent. Damit werden sie in Zukunft wieder mit vier Mandaten im Parlament vertreten sein. Zuletzt hatte sich die Fraktion der Grünen aufgelöst. „Die Wiederwahl und ein noch besseres Ergebnis als bei der Wahl 2016 ist für uns ein deutlicher Vertrauensbeweis“, sagt Spitzenkandidatin Sonja Klingelberg-Jahn. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir so viele Wählerstimmen gewinnen konnten“. Vier Sitze seien das erklärte Ziel der Grünen in Gudensberg gewesen und damit zeige sich auch, „dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der ländlichen Region einen gewissen Stellenwert haben“, sagt sie. Über eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen wollte sie noch nichts sagen: „Wir werden das endgültige Ergebnis abwarten“, sagt sie.

Ähnlich sieht es auch bei der FWG aus: „Wir standen schon im Vorfeld der Wahl in Kontakt mit den Fraktionen, und eine weitere Zusammenarbeit ist natürlich nicht ausgeschlossen“, sagt Marcus Erler. Das beruhe natürlich auf dem gegenseitigen Respekt und den Zielen. Von der SPD gab es am Montag bis Redaktionsschluss noch keine Reaktion Foto: Photoroom Kassel/ Andrea Scheffer

Von Linett Hanert

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