Stadtumbau West: In Mühlhausen könnte ein Ernährungsbildungszentrum entstehen

Noch viele Fragen offen

Hier könnte ein Ernährungsbildungszentrum entstehen: Das Förderprogramm Stadtumbau West könnte eine solche Idee in einer Scheune des Biohofs Groß Wirklichkeit werden lassen. Fotos:  Brandau

Homberg. Dieses Projekt soll gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es soll helfen, leerstehende Gebäude in der Dorfmitte mit Leben zu füllen und könnte zugleich den Tourismus ankurbeln-

Das Mühlhäuser Ernährungsbildungszentrum, Projekt des Förderprogramms Stadtumbau West, gibt es zwar bisher nur auf dem Papier. Der außerschulische Lernort könnte aber Realität werden, wenn die Stadtverordneten dem Konzept zustimmen, das ihnen Architekt Harm Köthe in der Sitzung vorstellte.

SZENARIO 1: Ernährungsbildungszentrum am Mühlhäuser Biohof Groß. Ein Teil der dortigen Scheune könnte zu Seminarräumen und einer Lehrküche umgebaut werden.

• Die Idee: Das Ernährungsbildungszentrum wird Modellprojekt, zwischen 2800 und 4000 Kinder erhalten dort ein qualifiziertes Ernährungsbildungsangebot. • Die : Kinder und Jugendliche aus Schulklassen, Kindergärten, Familien. • Der Träger: Ein Verein soll die Einrichtung betreiben und Angebote entwickeln. • Die Finanzierung: Sie soll über Beiträge, Förderzschüsse und Vereine erfolgen. Der Architekt räumte ein, dass die Finanzierung noch unsicher sei. Seine Erfahrung: Ein außerschulischer Lernort sei immer auch ein Zuschussbetrieb. • Die Kosten: Einmaliger Investitionskosten: 672 000 Euro. Betriebskosten (Wasser, Strom, Heizung, Versich6erung etc.) pro Jahr: 80 000 Euro.

SZENARIO 2 Es entsteht ein Ernährungsbildungszentrum mit einem integrierten Zentrum für Verbraucher. Dafür könnten leer stehende Häuser im Mühlhäuser Ortskern genutzt werden. • Die Zielgruppen: Endverbraucher, Aktive aus Landwirtschaft und Lebensmittelbranche, Gastonomen, Lehrer, Erzieher. • Die Träger: Eine Kooperation aus Verein und Stiftung trägt das Zentrum inhaltlich, finanziell und organisatorisch. Diese Akteure müssen aber erst noch gefunden werden. • Der Vorteil: Über die Hintertür könnte eine Art Dorferneuerung betrieben werden • Die Einnahmen: Die Planer haben als Maß bei der Berechnung Zahlen aus vergleichbaren Einrichtungen genommen. Mit Kursen, Seminaren, Tagesveranstaltungen ließe sich ein Gesamtumsatz erwirtschaften, der zwischen 61 000 und 92 500 Euro liege. Der laufende Betrieb, so Schätzungen, wird mit um die 75 000 Euro für Personal, Versicherung, Energie veranschlagt. • Die Voraussetzung: Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen aber seien längst nicht so entscheidend wie der politische Wille, betonte Architekt Köthe. Der allein sei wichtig, um Projekte aus dem Programm Stadtumbau West umzusetzen. Nun müsse das Parlament entscheiden, ob es grundsätzliches Potenzial im Projekt sehe oder das Buch schnell zumachen wolle. Das wird sich zeigen: Die Stadtverordneten werden sich in einer ihrer nächsten Sitzungen mit der Idee auseinandersetzen. (bra)

Hintergrund: Stadtumbau West

Stadtumbau West sei kein Programm, bei dem nur schöne Reden geschrieben würden, sagte Architekt Harm Köthe. Es gehe vielmehr um die zeitgemäße Nutzung von – meist leerstehenden – Immobilien und Flächen und darum, gravierende städtebauliche Mängel in den Griff zu bekommen. In der Sitzung stellte Köthe nur die Ergebnisse der Voruntersuchung vor. Eine Beratung oder gar Beschlussfassung stand nicht an. (bra)

Hintergrund: Das sagt Bürgermeister Wagner

Das Projekt des Ernährungsbildungszentrums lasse sich nicht auf eine Idee eines Schulbauernhofs reduzieren, sagte Bürgermeister Martin Wagner in der Parlamentssitzung. Denn das Ernährungsbildungszentrum könnte auch beinhalten, dass Kursteilnehmer in Mühlhausen übernachten, für ein Wochenende oder gar mehrere Tage blieben. Wagner verglich die Idee des Ernährungsbildungszentrums mit dem Ökologischen Schullandheim Licherode, das nicht nur für die Bildung seiner Besucher, sondern auch für eine Wertschöpfung im Ort sorge. Mühlhausen könne durchaus profitieren vom Zentrum, das dann aber auf vielen verschiedenen Säulen stehen müsse, betonte der Bürgermeister. Es könne schließlich nicht sein, dass ein solches Projekt ewig am Tropf öffentlicher Förderung hänge. (bra)

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