Streik der Erzieher: Notgruppen für Kinder

Aufwerten. Jetzt!: Mit dieser Forderung haben gestern mehrere tausend Erzieher gestreikt. Foto: dpa

Homberg/Melsungen/Körle/Edermünde. Einige Kindergärten blieben am Montag geschlossen. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen. Auch Homberg, Edermünde, Körle und Melsungen waren betroffen.

Dennoch gelang es meist, mit Notgruppen den Betrieb aufrecht zu erhalten.

„Alle städtischen Kindergärten waren in Homberg vom Streik betroffen“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage. Besonders hart traf es Wernswig, dort blieb der Kindergarten zu. Berufstätige Eltern mussten sich für die Betreuung ihrer Kinder etwas einfallen lassen.

„18 der 44 Mitarbeiterinnnen sind im Ausstand“, sagte Ritz. Es sei aber im Vorfeld sehr fair abgelaufen, erklärt er. „Eigentlich müssen die Mitarbeiter uns nicht über ihre Streikabsichten informieren, sie haben es aber getan und mit den Elternbeiräten kommuniziert“, so Ritz weiter. Er habe Verständnis für die Forderung der Erzieherinnen, doch sei es zugleich für die Stadt als Träger der Kindergärten eine immense finanzielle Herausforderung.

Die Gewerkschaft fordert eine höhere Eingruppierung der bundesweit 240 000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Das würde Gehaltssteigerungen von im Schnitt zehn Prozent bedeuten. „Das Land sollte überlegen, uns unter die Arme zu greifen.“ Den Kommunen müsse die Last genommen werden, fordert er.

Sollten die Streiks weitergehen, dann werde man in Homberg auch weiterhin versuchen, den Betrieb der Einrichtungen aufrecht zu erhalten. Das gelte auch für Wernswig. „Wir könnten Mitarbeiterinnen aus anderen Einrichtungen dort einsetzen“, nennt Ritz eine Möglichkeit. Er hoffe auf einen geordneten Betrieb, trotz des Streiks.

Nach HNA-Informationen waren auch zwei Kindergärten in Edermünde geschlossen: die „Villa Kuterbunt“ und die „Pusteblume“ in Grifte. Die Eltern seien in der vergangenen Woche über den Streik informiert worden. Eine Stellungnahme aus dem Rathaus gab es am Montag nicht.

Die Eltern von 300 Kindern hatten am Montag in Körle und Melsungen keine oder nur eine eingeschränkte Kinderbetreuung. In den vier kommunalen Kindertagesstätten streikten die Erzieherinnen. In Melsungen hatte die Kita Bachfeld geschlossen, an der Kasseler Straße und am Schloth gab es einen Notdienst für Eltern. Dieser wurde nach Aussage von Matthias Will, stellvertretender Leiter des Hauptamts, aber nur bedingt genutzt. „Wir haben mit den Notdiensten auf die massive Elternkritik am Donnerstag reagiert“, sagt Will. Bei den vorangegangenen Schließtagen habe es kaum Proteste gegeben. Das Verständnis der Eltern sei umgeschlagen. Insbesondere die Kurzfristigkeit der Streik-Ankündigung sei nicht gut angekommen.

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