Erste bestätigte Infektion: Gesundheitsamt geht von höherer Dunkelziffer aus

Omikron ist jetzt im Schwalm-Eder-Kreis

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Corona-Infektionen im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder – Die Virusvariante Omikron ist nun auch im Schwalm-Eder-Kreis angekommen: Es gibt eine erste bestätigte Infektion mit der neuen Corona-Variante. Zudem gibt es weitere 17 Verdachtsfälle auf eine Infektion mit Omikron, teilt der Landkreis auf HNA-Anfrage mit. Allerdings stehe bei diesen Fällen noch die Sequenzierung – die Überprüfung der Proben – aus.

Das Gesundheitsamt des Kreises gehe von einer höheren Dunkelziffer aus, teilt Kreis-Sprecher Philipp Klitsch mit. Denn wie hoch der tatsächliche Anteil an Omikron-Fällen im Landkreis ist, lasse sich nicht exakt beziehungsweise zeitnah ermitteln. Dies liege unter anderem daran, dass die Kapazitäten in den Laboren durch die aktuelle hohe Anzahl von durchgeführten PCR-Tests stark überlastet ist (HNA berichtete). Hierdurch komme es zu zeitlichen Verzögerungen, so Klitsch.

„Teilweise geben die Labore die Proben auch weiter an anderer Labore oder die jeweiligen Labor-Zentralen, in denen dann eine Varianten-Überprüfung stattfindet“, erklärt er. Auch dies führe zu zeitlichen Verzögerungen, bis ein vom Labor bestätigter Omikron-Variantenfall beim Gesundheitsamt des Schwalm-Eder-Kreises vorliege, geht er auf die Folgen ein.

Die fehlenden Kapazitäten und die damit einhergehende zeitliche Verzögerung könnten zu einer unvollständigen Datenlage mit Blick auf die Omikron-Variante führen. Grundsätzlich werde aber jede positiv bestätigte Probe – unabhängig davon, ob es sich um eine Variante handelt oder nicht – von den Laboren zeitnah an das Gesundheitsamt übermittelt. „Die Verzögerung bezieht sich nur auf die Bestimmung der Variante“, so Klitsch.

Im Schwalm-Eder-Kreis gebe es keine entsprechenden Labore für diese Überprüfungen. „Die Überprüfung der Proben der PCR-Teststation der Kassenärztlichen Vereinigung in Homberg führt das Labor im Klinikum Kassel durch. Die niedergelassenen Ärzte übersenden ihre Proben an ihre jeweiligen Vertragslabore, die sich über das gesamte Bundesgebiet verteilen“, erklärt Klitsch.

Kontaktverfolgung

Die Kontaktpersonennachverfolgung durch das Gesundheitsamt finde aktuell noch vollumfänglich in Qualität und Quantität statt, so der Landkreis. Jeder Infizierte mit positivem PCR-Nachweis werde telefonisch kontaktiert und es finde dann auch eine Kontaktpersonen-Ermittlung statt.

„Es werden alle relevanten privaten, medizinischen sowie auch arbeitsbezogenen Kontakte abgefragt und eingestuft sowie gegebenenfalls nach Prüfung eine Quarantäne angeordnet“, so Kreis-Sprecher Philipp Klitsch. Jedoch sei die Kontaktpersonennachverfolgung aufgrund der steigenden Infektionszahlen zunehmend aufwendiger. Nicht auszuschließen sei daher, dass mit weiterhin anhaltenden steigenden Infektionszahlen die Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr vollumfänglich geleistet werden könne. In diesem Fall werde man, entsprechend den Vorgaben des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, die Aufgaben priorisieren müssen.

Von Maja Yüce

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